Friedhof kunstvoll aufgewertet

Eine von Erwin Otte künstlerisch gestaltete Urnengrabanlage bereichert den Premenreuther Friedhof. An Allerheiligen erhält sie den kirchlichen Segen.

Künstler Erwin Otte erläuterte bei einer Feierstunde seine Philosophie bei der Planung und der Gestaltung der neuen Urnengrabanlage auf dem Friedhof in Premenreuth.
von Autor ANGProfil

"Kein Motiv hat in der Kunstgeschichte eine so zentrale Stellung eingenommen wie das Kreuz", bekräftigte Erwin Otte, Kulturpreisträger der Oberpfalz für Bildhauerei, bei einer kleinen Feierstunde. Der Reuther Künstler habe auch bei den zuvor von ihm konzipierten Urnenanlagen bewusst das Thema Kreuz als zentrales Gestaltungselement ausgewählt.

Das gelbnuancierte Glaskreuz der neuen Anlage in Premenreuth werde durch einfallendes Sonnenlicht zum Leuchten gebracht. Das Leuchten zu Gott sei verbunden mit der vom Christentum getragenen Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod, so die Philosophie des Künstlers. Liegend und zentral positioniert, wirke es beschützend.

32 Grabstellen

Aus heimischem Granit gefertigte Namenstafeln schaffen eine Einrahmung der begehbaren Kreuzform. Die zunächst auf 32 Grabstellen ausgelegte Anlage mit der Möglichkeit zur Erweiterung wird durch eine spezielle Bepflanzung ergänzt, welche mit integrierter Granitsitzbank zum Beten, Verweilen und Gedenken einladen soll.

Kraft, Trost und Zuversicht

Durch das Zusammenwirken von Stein, Glas und Licht sowie die unmittelbare Umgebung werde eine feierliche Stimmung spürbar. Diese soll die Trauernden mit Licht erfüllen und ihnen Kraft, Trost und Zuversicht spenden. Otte dankte dem Reuther Gemeinderat für den Beschluss zur Schaffung der Anlage.

Gemeindebürger hätten im Herbst 2018 den gedanklichen Anstoß zu dem Vorhaben gegeben, wie Bürgermeister Werner Prucker im Beisein einiger Gemeinderäte und am Bau Beteiligter sagte. In der Dezember-Sitzung befasste sich das Gremium eingehend mit der Idee - mit dem Ergebnis, zur künstlerischen Gestaltung Erwin Otte ins Boot zu holen.

Dieser brachte schon in der Februar-Sitzung seine ersten Vorstellungen ein, im März lagen vier konkrete Modelle auf dem Tisch. Am 8. Mai fiel die endgültige Entscheidung für die jetzt verwirklichte Version. In Kooperation mit der Firma Adam (Eiglasdorf), Metallbau Meierhöfer (Erbendorf) und dem Steinmetzbetrieb Zwack-Neugirg (Kohlbühl) begannen im August die Arbeiten, im September folgten die Bepflanzung und der Einbau der im Ofen des Künstlers geschmolzenen Gläser. Bürgermeister Prucker dankte allen beteiligten Kräften, nicht zuletzt auch den Mitarbeitern des Bauhofs, und vor allem Erwin Otte, der den Premenreuther Friedhof mit der Umsetzung seines Gedankens deutlich aufgewertet habe. An Allerheiligen findet um 8.45 Uhr ein Gottesdienst statt, beim anschließenden Gräbergang folgt die Segnung der Urnenanlage.

Bürgermeister Werner Prucker (rechts) dankte Erwin Otte für die gelungene Umsetzung. Mit im Bild (von links) die Gemeinderäte Albert Bader und Irene Meinzinger sowie Zweiter Bürgermeister Johann Neugirg.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.