10.02.2020 - 09:49 Uhr
PressathOberpfalz

Amüsante Faschingslesung in Pressath

Knapp 30 Besucher kamen in die Stadt- und Pfarrbücherei, um den Geschichten voller frischer Ideen aus dem verzwickten Alltag– witzig und bissig – zu lausen. Das Vorlesen übernahm zweiter Bürgermeister Max Schwärzer.

Geschichten aus dem verzwickten Alltag und gespickt mit frischen Ideen: Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer (hinten, links) hat beim Vorlesen mit seiner Mimik und unterschiedlichen Stimmlagen die Lacher auf seiner Seite.
von Martin GraserProfil

Die Veranstaltung mit dem Motto "Faschingslesung" hat ihre Freunde gefunden. Das stellvertretende Stadtoberhaupt Schwärzer wählte vier Bücher aus, und zwar Toni Lauerers "I glaub', i spinn" und "Wos gibt's Neis?", "Das Schicksal duscht" von Susanne Feiner sowie Ludwig Thomas "Ein Münchner im Himmel".

Zwischendurch gab es "die volle Dosis unnützes Wissen" aus einem Druckstück mit dem Titel "Nutella hat Lichtschutzfaktor 9,7". Darin fanden sich bemerkenswerte Aussagen. Unter anderen, dass der Vatikan mit 100 Prozent den höchsten Katholikenanteil weltweit hat, dass "Madam" in Thai "schwarzer Hund" bedeutet oder die Müdigkeit, die sich nach dem Essen beim Menschen einstellt, "Fressnarkose" genannt wird.

Einer darf nicht fehlen

Bei der Literatur durfte Toni Lauerer nicht fehlen, der den Alltag mit seinem speziellen Witz würzt. Gut kam die Geschichte "Der Hosenkauf" bei den Zuhörern an, bei der sich der Mann "wie eine Sau beim Viehhändler" fühlt, wenn die Frau eine Hose aussucht. Er hasst nichts mehr als das Anprobieren. Im "Bauantrag" erzählt der Autor von einem Gesuch an das Landratsamt in Reimform: "Mein Name ist Xaver Meierlein, i wohn bei meine Leit daheim. Hiermit stelle ich Bauantrag, indem dass ich bald bauen mag". Doch all seine Mühe nützen letztendlich nichts, denn die Behörde antwortet: "Um Gottes Will'n, Herr Meierlein, lassen Sie das Bauen sein. Was Sie tun ist illegal und führt dazu in jedem Fall, dass Sie Strafe zahlen müssen und das Haus wird abgerissen".

Amüsant waren die Sprachbarrieren im Bierzelt, bei denen sich ein Einheimischer zu einem Preiß'n, der eine Mass Bier und ein halbes Hähnchen bestellte, an den Tisch gesellt. Die Erzählung im Dialekt, dass sein Kumpel Alfred von einem verzehrten Hähnchen überhaupt nichts übrig lasse, versteht der Gast aus Castrop-Rauxel so gut wie gar nicht.

Verflixter Mobilfunkanbieter

"25 Geschichten, die Ihnen gerade noch gefehlt haben", so lautet der Untertitel von Susanne Feiners "Das Schicksal duscht". Drei Texte daraus trug Schwärzer vor.

Dass ein Mobilfunkanbieterwechsel mit Komplikationen verbunden ist, zeigt sich für Rita Hauser. Etwas verunsichert ist sie, da Freunde ihr im Vorfeld berichtet haben, dass ein Wechsel sie fast in den Wahnsinn getrieben habe. So ruft sie bei "Happy Phone" an, um den Wechsel nebst Rufnummernmitnahme zu beauftragen. Schon kurz darauf meldet sich ihr bisheriger Dienstleister "Phone & Luck", ob sie denn den Wechsel nicht rückgängig machen wolle, was für sie aber nicht in Betracht kam. So geht es mit den Anrufen hin und her. Das neue Unternehmen meldet sich abermals und fragt an, warum sie den Anbieterwechsel widerrufen habe, was sie aber unter Aufbietung eines letzten Restes Selbstbeherrschung verneint.

Münchener Klassiker

Schwärzer verstand es, mit seiner Mimik die Zuhörer zum Lachen zu bringen. Als Klassiker bezeichnete er Ludwig Thomas Satire "Ein Münchner im Himmel", die das Klischee des typisch bayerischen Grantlers behandelt. Alois Hingerl, Dienstmann Nummer 172 am Münchner Hauptbahnhof, erledigt einen Auftrag mit solcher Hast, dass er vom Schlag getroffen zu Boden fällt und stirbt. Im Himmel angekommen, wo er von Petrus den Namen "Engel Aloisius" erhält, wird ihm eine Harfe und eine Wolke zugeteilt, wo er nach einem festen Terminplan "frohlocken" und "Hosianna singen" soll.

Wie schnell doch die Zeit verging. Nach rund 80 Minuten geistiger Stärkung bot sich für die Zuhörer die Gelegenheit, sich auch bei einem Glas Wein und diversen Knabbereien zu stärken.

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