17.11.2020 - 13:53 Uhr
PressathOberpfalz

Aufräumprogramm für "lange Bank"

Die „lange Bank“ wird abgeräumt: Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den Jahren 2021 bis 2024 für Sanierungsvorhaben in Pressath insbesondere in Dießfurt aufgewandt werden. Auch die anderen Stadtteile werden dabei nicht vergessen.

Nicht nur Schülern und Lehrern, sondern auch Radfahrern und Fußgängern soll die Umgestaltung des Schulvorplatzes zugutekommen: Eine Radwegachse vom Gewerbegebiet West zur Steinbühlsiedlung soll hier vorbeigeführt werden.
von Bernhard PiegsaProfil

Ein ehrgeiziges Idealziel setzt sich die Stadtverwaltung in der Bedarfsmitteilung 2021 für Zuschüsse aus der Städtebauförderung mit einem Volumen von bis zu zehn Millionen Euro. In Absprache mit der Kämmerei sei ein detaillierter Maßnahmenkatalog erstellt worden, dessen Volumen erheblich über jenem früherer Vormerkungslisten liege, hielt Bürgermeister Bernhard Stangl zu Beginn seines gut einstündigen Vortrags vor dem Stadtrat fest.

Die anderen Stadtteile sollten keineswegs zu kurz kommen, betonte der Stadtchef: „Wir werden ab kommendem Jahr Maßnahmenkataloge für alle Ortschaften und auch für Ortsteile wie den Steinbühl erarbeiten. Aber heute geht es nur um jene Projekte, die für einen mindestens 60-prozentigen Zuschuss aus der Städtebauförderung vorgeschlagen werden sollen. Und dafür kommen nur Vorhaben in den anerkannten Sanierungsgebieten von Pressath und Dießfurt in Frage.“

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Nicht weniger als 26 Punkte umfasste die Liste der kurz-, mittel- und langfristig anvisierten Projekte, von denen manches schon seit etlichen Jahren in der Warteschleife hänge, wie Stangl bedauerte. Ein Musterbeispiel hierfür sei die Neugestaltung des „Bändelviertels“, die die Verwaltung nun „aktiv angehen wolle“. In einer Grundstücksbesitzerversammlung hoffe man die Eigentümer der dortigen Städel für einen Verkauf oder Tausch dieser Gebäude und Grundflächen zu gewinnen. Zügig zu Ende führen wolle die Stadt die Neugestaltung des Professor-Dietl-Parks mit der Aufstellung von Informationstafeln, dem Erwerb dreier weiterer Spielgeräte, einem veranstaltungstauglichen Stromanschluss, einer Informationsstele über den Namenspaten Georg Alois Dietl und insbesondere der Schaffung eines „Radl-Points“ mit E-Bike-Ladestation und Reparaturgerätschaften.

Substantiierte Planungen wolle man ab kommendem Jahr für das „Rathausquartier“ zwischen Hauptstraße und Schellenberg, den künftigen Stadtplatz an der oberen Reinwaldstraße und das Projekt „Zukunft Dießfurt“ ausarbeiten lassen. Ein weiteres „kurzfristiges“ Vorhaben sei der „alte Schulplatz“ am Bürgermeister-Hans-Ficker-Vereinsheim. Bei dieser Gelegenheit sollten auch die zum Haus der Vereine führenden Kanalisations- und Stromleitungen erneuert, ein Gasanschluss gelegt und in einem Stadel ein barrierefreies WC eingerichtet werden: „Die Option, von außen den Zugang zur Toilette im Vereinshaus für Spielplatzbesucher offen zu halten, befriedigt aus Sicherheitserwägungen nicht.“

Im „Kultur- und Bildungsquartier“ rund ums Schulhaus müsse ein endgültiger Gestaltungsplan für den Bereich zwischen Schule und Wollauer Straße ausgearbeitet werden: „Bisher haben wir hier nur Vorentwürfe.“ Sechs Bäume hätten dort kürzlich gefällt werden müssen, merkte Stangl an: „Vier davon waren ganz und zwei teilweise abgestorben. Es wird aber Ersatzpflanzungen geben.“

Radweg-"Achse" auf Hoffmannstraße

Die Schulvorplatzumgestaltung, so Bürgermeister Stangl, sei zugleich Teil der unter dem Stichwort „Konzept Stadtgrün“ laufenden Schaffung einer Rad- und Fußwegachse vom Pressather Einkaufszentrum über die Altstadt zur Steinbühlsiedlung, in die die Hoffmannstraße mit dem Platz vor dem Schulhaus einbezogen werde: „Somit müssten Radfahrer nicht mehr die vielbefahrene Wollauer Straße benutzen.“

Zu diesem Weg, so Stangl, solle auch eine möglichst im kommenden Jahr neu zu schaffende Verbindung durch den „alten Obstgarten“ zwischen Bahnhofstraße und Parkwegsiedlung gehören: „Seit dem Mittelalter befanden sich hier Obstbäume für die Stadtbevölkerung. Daran soll ein kleiner Naschgarten erinnern.“ Der so entstehende kleine Park biete sich auch als Marktbudenstandort an: „Deshalb werden Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse gelegt.“

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