Feilersdorf. 190 Zwei-, Drei- und Vierräder aus der ganzen Nordoberpfalz und der fränkischen Nachbarschaft zieht es in die Ortschaft. Vehikel aus der ganzen Nordoberpfalz und der fränkischen Nachbarschaft, bis hinüber in den Frankenwald und nach Schweinfurt, luden bei sonnig-mildem Vorsommerwetter zu einer Zeitreise durch neun Jahrzehnte ein. Die Senioren des Tages mit stolzen 81 Jahren waren zwei Fendt-"Dieselrösser" aus Burkhardsreuth und Oberbibrach und ein Mengele-Mähdrescher aus Zessau.
Nur zwei Jahre weniger hatte ein Deutz F1-M414 aus Zettlitz auf dem einzigen Kolben. Eine vielbestaunte Attraktion war Gerhard Wilds wuchtiger 1943er Lanz-Bulldog. Den schwarzen "Kaventsmann", der seine 45 PS bei gemütlichen 670 Umdrehungen pro Minute aus einem einzigen Zylinder mit 10 338 Kubikzentimetern Hubraum schöpft und dabei ein deftiges Drehmoment von rund 500 Newtonmetern entfaltet, hatte der Eschenbacher vor 20 Jahren in einem Kemnather Stadel entdeckt: "Der Motor war defekt, aber das ließ sich reparieren." Sich in die Bändigung der "Bulldogge" hineinzufinden, ist für heutige Keyless-Diesel-verwöhnte Fahrer freilich wie ein Sprung in eine andere Welt. Schon das Starten, bei dem ein schweres Schwungrad mit Hilfe eines aufgesteckten Handrads auf Touren gebracht werden muss, erfordere "a bissl Schmalz", scherzt Wild: "Für schmächtige HB-Männchen ist das nichts." Und für das Stoppen des schwerfälligen Aggregats mittels eines Quantums Ottokraftstoff muss man außer der genauen Kenntnis der nötigen Handgriffe Geduld mitbringen, denn bis der Glühkopfmotor seinen letzten Schnaufer tut, vergehen zwei bis drei Minuten. Die Ostseite des Spielplatzes hatten die Feilersdorfer für die roten Recken der "Oberpfälzer Schlüterfreunde" reserviert, die Erinnerung an die vor 25 Jahren untergegangene Freisinger Firma Schlüter wachhalten. Ein Blickfang anderer Art war ein rund 60 Jahre altes Fichtel-&-Sachs-Motordreirad, welches das Schweinfurter Unternehmen als Lebenshilfe für Kriegsversehrte entwickelt hatte. Genutzt wurde die Gelegenheit, sich bei regionalen Unternehmen über aktuelle Landmaschinen oder forst- und landwirtschaftliche Dienstleistungen schlau zu machen und am Zapfwellenprüfstand der Firma Böckl gegen eine Spende für die Kinderkrebshilfe ein "EKG" des eigenen Diesel-"Schätzchens" einzuholen.
Dass auch ein schwäbischer Speiser-Grashäcksler nach 56 Jahren nicht zum alten Eisen gehört, führte die Oldtimerjugend vor, die obendrein ihren in vielen Freizeitstunden gemütlich eingerichteten Schlupfwinkel zur Besichtigung geöffnet hatte. Um auch einige Glanzlichter abseits von "Dieselross & Co." zu setzen, hatte die Gruppe eine kleine "Standlmeile" vom Dorfplatz bis zum Rummerstodl arrangiert. Dort führte Drechsler Georg Kotz aus Rieden sein Handwerk vor, die gebürtige Pichlbergerin Evi Weiß präsentierte Duftwachse und -lampen, Stände informierten über "Backen ohne Boden", Kunststoffartikel mit Kultstatus und Stoffe zum Selberschneidern.
Bei dem rekordverdächtigen Besucherandrang hatten die Oldtimerjugend-Mitglieder, die Feilersdorfer Feuerwehr und viele hilfreiche "Geister" alle Hände voll zu tun, damit auch an Grill und Kuchenbuffet alles wie am Schnürchen lief. Und wer wollte, konnte sich in einer kleinen Weinstube an "Rebensaft" aller Schattierungen delektieren.













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