11.10.2021 - 14:29 Uhr
PressathOberpfalz

Eingespieltes Trio am Piano zeigt bei Konzert des Kulturkreises Pressath sein Können

Es ist als "außergewöhnlich fingerfertige Pianistenkunst" angekündigt worden: Selten gehörte ein- bis fünfhändige Fingerspiele bietet ein Klavierkonzert des Kulturkreises Pressath im Pfarrsaal.

Das Pianistentrio "Three on Key" spielt im Pressather Pfarrsaal eine Mischung selten gehörter Klavierwerke der Moderne und Romantik für ein bis fünf Hände.
von Redaktion ONETZProfil

Der Kulturkreis Pressath hat sich auf die Fahne geschrieben, junge Künstler aus der Region zu fördern. Deshalb schaffe er besonders Solo-Selbstständigen, wie Vorsitzender Richard Waldmann betonte, gerade nach der coronabedingten Auszeit wieder Auftrittsmöglichkeiten. Er selbst eröffnete das Konzert mit einer Premiere, indem er am Flügel die erste Phrase des Pressather Heimatliedes als "Pausengong" vorstellte.

Dann wechselten die Protagonisten: Eine Pianistin und zwei Pianisten boten ein- bis fünfhändig absolut selten zu hörende Werke einem begeisterten Publikum in größtmöglicher Harmonie dar. Der in Troschelhammer lebende diplomierte Pianist und Musikpädagoge Benjamin Schallwig unterrichtet an der städtischen Musikschule Schwandorf. Mit ihm saßen abwechselnd Musikpädagogin Polina Danilova, die ebenfalls in Schwandorf unterrichtet, sowie der Kulmbacher Lorenz Trottmann, Komponist und Musikpädagoge in Nürnberg, Kulmbach und Schwandorf, am Klavier.

Er informierte auch die Zuhörer in humorvoller Prägnanz über die Hintergründe der Werkauswahl unter dem Motto „Romantisch, virtuos, modern“. Etwa, dass Einhandkompositionen für überanstrengte rechte Hände oder Kriegsversehrte geschrieben wurden. Da er selbst den linken Arm gebrochen hat, spielte er die Stücke für die linke Hand mit der rechten und vermittelte dabei einen vollen Klang, so dass man die zweite Hand nicht vermisste. Polina Danilova zeigte solistisch jazziges Temperament und spielte mit Benjamin Schallwig zwei Tänze.

Im fünfhändigen Zusammenspiel harmonierte das Trio durch kluge Interpretation vorzüglich. Das verdeutlichte bereits der lebhafte Auftakt "Dreaming of Rio" von Mike Cornick und steigerte sich bis zum "Polnischen Tanz" von Xaver Scharwenka als fulminantes Finale. Zuvor präsentierten mit großer Virtuosität die drei am Piano in abwechselnder Besetzung eine der verrücktesten Gemeinschaftskompositionen überhaupt: drei Tänze aus den Paraphrasen über ein Thema der vierjährigen Tochter von Alexander Borodin.

Musikalisch bewegte sich das abwechslungsreich zusammengestellte Programm von der Klassik bis in die frühe Moderne, von wunderbar erfrischend bis ruhig und lyrisch. In der bunten Mischung aus 200 Jahren Musik unterschiedlichster Klangfarben war für jeden Geschmack etwas dabei. Der Name "Three on Key" ist Omen: Der Schlüssel für die Fingerfertigkeit des Trios auf den Tasten liegt in seiner harmonischen Grundstimmung.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.