09.07.2021 - 15:35 Uhr
PressathOberpfalz

Erich Wimmer liest beim Kulturkreis Pressath

Er ist Geigenlehrer im Brotverdienst, lebt auf einem alten Bauernhof im Mühlviertel und schreibt mittlerweile regionale Krimis. Und er war 2009 Linzer Dom-Eremit. Seine Eindrücke dabei erzählt er in Pressath in ergreifenden Geschichten.

Autoren-Lesung „Leben in Quarantäne“ in Pressath: Der oberösterreichische Autor Erich Wimmer trägt Auszüge aus seinem Roman „kuttenlos“ vor.
von Redaktion ONETZProfil

Der Kulturkreis Pressath und die Volkshochschule Eschenbach hatten in die Kahrmühle zur Lesung „Leben in Quarantäne“ mit Erich Wimmer eingeladen. Die erste Veranstaltung nach den Corona-Einschränkungen bot eine dichte poetische Atmosphäre, unterbrochen durch das Geigenspiel des Autors. Dadurch hatten die Zuhörer mehrmals die Möglichkeit, den gelesenen Text in sich wirken zu lassen.

„Shalom soll sein“, war der musikalische Auftakt des Geigers Erich Wimmer. Diese Friedensbotschaft verkündete er anschließend auch als Autor des Eremiten-Romans „kuttenlos“. 2009, als Linz Kulturhauptstadt war, hatte er die Chance bekommen, als erster Eremit die eingerichtete Klause im Domturm zu bewohnen. Er nutzte dieses Privileg als „Geschenk aus heiterem Himmel“, um seine biografische Vergangenheit zu entrümpeln, nach innen zu gehen und sich dem Dämonischen in sich und der Umwelt auszusetzen.

Er selbst fühlt sich weniger als Eremit in einer Quarantäne, sondern mehr als „Erosmythos“, das heißt als ein Mensch, der Geschichten von der Liebe schreibt: Denn alles Geschriebene, selbst eine Betriebsanleitung für eine Waschmaschine, sei die Darstellung der innigen Beziehung des Menschen zu einer Sache. Diesen anthroposophischen Denkansatz vom Beseelt-Sein aller Materie entwickelte er vor allem in der angeregten Diskussion, in der er viel Persönliches preisgab, ohne sich zu entblößen, weil er selbst beim freien Sprechen die Kunst der literarischen Sprach- und Bildfärbung meisterlich beherrscht.

Von Jugend an habe er „Bücher gefressen“, weil sie „Nahrung für meine Seele“ waren. Zugleich hätten sie ihn den Aspekt der Ironie ebenso wie auch den der Erlösung durch befreiendes Lachen gelehrt. So hörten sich die gelesenen Episoden auch an. Mit einem persönlichen Liebeslied als Zugabe strich der Geiger Erich Wimmer quasi den Punkt unter zwei intensiv erlebte Stunden.

 

 

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