20.01.2019 - 15:33 Uhr
PressathOberpfalz

Eselsbrücken bauen

Konzentration, Entspannung, Motivation und ein gutes Gedächtnis sind Grundprinzipien für effektives Lernen. Fast 200 Schüler, Eltern und Lehrer erhielten von Franz Probst in vier Vorträgen Einblicke in geeignete Lernmethoden.

Franz Probst zeigt den Kindern Tricks, wie sie sich beim Lernen so Manches besser merken können.
von Autor NNProfil

Von Beruf ist Probst Gymnasiallehrer. Auftritte als Lernmotivator, Zauberer und Clown sind sein besonderes Hobby. Der Referent nannte das Gehirn den größten und effektivsten Computer des Universums. Das Gehirn frisch zu halten, indem man es wenig benutzt, funktioniere aber nicht. Es sei wie ein Muskel, der besser arbeitet, je öfter man ihn nutze. Wichtig für einen Lernerfolg und bessere Noten seien Ernährung und Bewegung. Die Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen und sie auch wieder abzuholen, sei deshalb falsch.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei ein ordentlicher Arbeitsplatz. Äußeres Durcheinander würde auch zu innerem Chaos führen. Als eine weitere Voraussetzung von Lernerfolg sei die Konzentration anzusehen. Diese leide besonders stark vor Bildschirmen. Wenn der Fernseher läuft, arbeite nur eine Gehirnhälfte, die andere sei quasi "eingegipst". Deshalb sollen Kinder vor und während der Hausaufgabe oder des Lernens nicht fernsehen oder sich mit dem Handy beschäftigen.

Kindgerecht machte Probst die Teilnehmer mit diversen Memotechniken vertraut. Da abstrakte Sachverhalte nicht so leicht zu merken seien, könnten kurze Reime eine gute Hilfe sein. "Wer nämlich mit h schreibt, ist dämlich", sei so ein Beispiel. Auch das Lernen von Vokabeln könne auf diese Weise funktionieren. Beim englischen Wort "boil" (kochen) könne man sich leicht die Beulen des aufkochenden Wassers vorstellen. Grundprinzip dieser Memotechniken sei immer, dass lustige, einprägsame und spannende Geschichten eine wertvolle Hilfe seien, das zu Lernende besser im Gedächtnis zu behalten. Probst ließ die Kinder auch immer wieder selbst solche Hilfen erfinden.

Zudem sollte in Schule und Freizeit viel mehr auf Bewegung geachtet werden, forderte er. Der Lehrer plädierte für ein Schulfach "Gesundheit" sowie das Erlernen eines Musikinstrumentes oder Üben im Jonglieren. "Kinder, die musizieren, haben eine bessere Auffassungsgabe", sagte er. Der unaufhaltsamen Digitalisierung konnte der Referent in puncto Lernen und Merken nichts Gutes abgewinnen. "Unsere Kinder brauchen haptische (greifbare) Erfahrungen und nicht eine Flut von Bildern, die das Gehirn kaum verarbeiten kann." Ulrike Neiser, Rektorin der Grund- und Mittelschule in Pressath, dankte dem Referenten für die hilfreichen Tipps.

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