17.10.2019 - 13:51 Uhr
PressathOberpfalz

Hubert Schug: "Diese Politik ist eine Katastrophe"

Den Fachkräftemangel merkt auch die Firma Lippert. Geschäftsführer Hubert Schug würde sich über fremdsprachige Flüchtlinge freuen, aber die Politik lege Steine in den Weg. Beim Besuch von Christoph Skutella (FDP) macht er seinem Ärger Luft.

Jennifer Held zeigt Landtagsabgeordnetem Christoph Skutella (von links), Ausbildungsleiter Tobias Busch und Geschäftsführer Hubert Schug, was ihre Aufgabe im Unternehmen ist.
von Stefan NeidlProfil

Hubert Schug, Geschäftsführer der Firma Lippert, ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Dies bekam zum Tag der Ausbildung auch Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (FDP) zu spüren: "Wir suchen händeringend Auszubildende. Und wenn ich in Eschenbach den Stadtberg hinauf fahre, sitzen da 20 Flüchtlinge, die nichts machen dürfen. Diese Politik ist eine Katastrophe."

Schug forderte deshalb ein Einwanderungsgesetz. "Wir handeln mit 40 Ländern. Für uns gäbe es doch nichts Besseres, als einen Muttersprachler im Betrieb zu haben." Gerade in der augenblicklichen Situation gäbe es genug junge Flüchtlinge, die eine Ausbildung bräuchten, und sein Betrieb biete diese. Politiker sollten öfter mal raus gehen und sich die Zustände vor Ort ansehen, betonte Schug.

Ausbildungsleiter Tobias Busch erläuterte Skutella anschließend das Ausbildungsangebot bei Lippert und informierte, dass unter den 365 Mitarbeitern aus 14 Nationen 50 Auszubildende seien. "Aber der Frauenanteil ist etwa nur bei fünf Prozent", räumte er ein. Dies sei schade. Madeleine Busch aus Weiden und Jennifer Held aus Eschenbach sind zwei Quereinsteiger in den technischen Bereich und seit kurzem bei Lippert beschäftigt. Busch war zunächst in der Gastronomie-Branche tätig, kam dann aber über das Jobcenter zum Beruf der Elektrikerin. Bei der BHS in Weiherhammer machte die 41-Jährige zudem die Weiterbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik. Die 28-jährige Jennifer Held ist gelernte Schneiderin und hat Industrieelektrikerin gelernt. Eine Weiterbildung habe das Jobcenter für Held nicht mehr übernehmen wollen, sagt sie. Für Skutella liegt die Steigerung des Frauenanteils bei den Schulen. "Girl's Day" und Messen reichten nicht aus, er bevorzuge mehr Praktika. Dies könnte das Interesse der Mädchen an technischen Berufen steigern, meinte der FDP-Politiker.

Madeleine Busch erklärt Landtagsabgeordnetem Christoph Skutella ihre Aufgaben. Ausbildungsleiter Tobias Busch schaut ihr ebenfalls über die Schulter.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.