19.05.2019 - 10:31 Uhr
PressathOberpfalz

Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit

Der Pressather Kulturkreis setzt einen Pflock gegen Rassismus und Antisemitismus. Er lädt den Rapper "Ben Salomo" ein. Die Einladung an den 1968 geborenen Rapper "Ben Salomo" ist ein deutliches Zeichen.

Jonathan Kalmanovich alias "Ben Salomo" referiert auf Einladung des Kutlurkreises in Pressath. Eckhard Bodner aus Pressath Ralf Volkert aus Sulzbach (von links) begrüßen den Rapper und Autoren auf der "Vestn".
von Autor BODProfil

Der Pressather Kulturkreis setzte ein Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus und lud den 1968 geborenen Rapper "Ben Salomo" ein. Jonathan Kalmanovich muss seit frühester Kindheit mit Anfeindungen leben, weil er Jude und israelischer Staatsbürger ist. Unter dem Künstlernamen "Ben Salomo" gehörte er zu den erfolgreichsten und zugleich außergewöhnlichsten Rappern Deutschlands. Im Mai 2018 gab er seine erfolgreiche Konzertreihe "Rap am Mittwoch" auf, mit der er monatlich bis zu zwei Millionen Views auf Youtube erreichte. Bereits nach seiner dritten Ausstrahlung wurde "Ben Salomo" von Kollegen angefeindet - zu deutlich hatte er sich von rassistischen und frauenfeindlichen Texten distanziert.

In der Kulturscheune auf der Pressather "Vestn" analysierte "Ben Salomo" die Rapperszene in Deutschland und plädierte für eine Kontrolle der Texte. Die Hauptzielgruppe der Branche sind Kindern und Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren und besonders empfänglich für die Texte ihrer Idole. Offen berichtete "Ben Salomo" über sein Leben als Jude in Deutschland. Aufgewachsen in den Hinterhöfen Schönebergs wurde er bereits als Schüler wegen seiner Wurzeln diskriminiert. Freunde, die sich von ihm abwandten, Mitschüler, die ihn mit der Frage konfrontierten, ob er die "jüdische Nationalhymne" kenne und anschließend mit der Bemerkung: ,Das ist die jüdische Nationalhymne' das Gas aus einem Feuerzeug entweichen ließen. "Ben Salomo" bedeutet übersetzt "Sohn des Friedens" - und für ein friedliches Miteinander der Religionen setzt sich Jonathan Kalmanovich jetzt als Autor und Referent ein.

Ein Schwerpunkt seiner Lesereise sind Schulen. Unter den fast vierzig Besuchern in Pressath waren daher auf Vermittelung der Buchhandlung Bodner auch Eschenbacher und Auerbacher Gymnasiasten. Die Gäste erlebten in der "Vestn" mit "Ben Salomo" einen leidenschaftlichen Kämpfer für Freiheit und Gerechtigkeit, aber auch für das Existenzrecht Israels. Der Abend, zu dem der Pressather Kulturkreis eingeladen hatte, war ein gelungener Auftakt der Lesereise "Ben Salomos" durch die nördliche Oberpfalz und Mittelfranken.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.