16.01.2019 - 14:12 Uhr
PressathOberpfalz

Leser helfen Theresa beim Erfüllen der letzten Wünsche

Mit dieser Resonanz hat Theresa Baudler „nicht mal ansatzweise“ gerechnet: Rund 30 Leser melden sich beim NT, um die unheilbar kranke Pressatherin beim Abarbeiten ihrer Wunschliste zu unterstützen.

Ein Selfie vom Sommer 2018. Theresa Baudler hat sich gerade den Kopf frisch rasiert. Mit ihrer Erkrankung geht sie weiterhin offen um.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Von der Mitfahrt in einem Straßenkreuzer aus den 50er Jahren bis hin zu einem Benefizkonzert reichen die Angebote, die wir an Theresa weitergeleitet haben. Viele weitere gingen per Facebook ein. Dazu gab es zahlreiche Geldspenden. Sie sollen es der 31-Jährigen ermöglichen, ihre „Bucket List“ abzuarbeiten – eine Sammlung von letzten Wünschen. Wie berichtet, ist Theresa unheilbar an Krebs erkrankt. Im Interview zeigt sie sich dankbar für die große Hilfsbereitschaft – und verrät, dass die „Bucket List“ mit der Zeit nicht unbedingt kürzer wird: Immer wieder kommen neue Wünsche hinzu.

Die „Bucket List“. Immer wieder kommen neue Wünsche hinzu. Wie zuletzt „Urlaub mit Pia am Strand“ (unten rechts).

ONETZ: Wie geht es Ihnen? Haben Sie Schmerzen?

Theresa Baudler: Das ist tagesabhängig, es gibt Tage, da ist alles super und an anderen Tagen könnte ich mich nur verkriechen und den ganzen Tag heulen. Seit der letzen OP im Oktober habe ich verstärkt Schmerzen, vor allem am linken Arm, in der Schulter und der Achsel. Zur Zeit bekomme ich Chemo in Tablettenform: 14 Tage zwei Mal täglich je vier Tabletten, dann sieben Tage Pause. Im Abstand von drei Wochen muss ich zur Blutkontrolle und alle 3 Monate zum CT.

ONETZ: Rund 30 Leser haben sich gemeldet, um Sie mit der "Bucket List" zu unterstützen. Hat Sie diese Resonanz überrascht?

Theresa Baudler: Ja, total. Mit einem solchen Zuspruch habe ich nicht mal ansatzweise gerechnet.

ONETZ: Über welche Hilfsangebote haben Sie sich besonders gefreut?

Theresa Baudler: Besonders gefreut hat mich die Mail einer älteren Dame aus Neustadt, die selbst an Krebs erkrankt ist und - obwohl sie Rentnerin ist - spenden will. Desweiteren waren ganz viele tolle Angebote dabei, wie zum Beispiel ein Ausflug mit einem Oldtimer oder ein Besuch auf einem Ponyhof für mich und Pia. All die großzügigen Angebote aufzuzählen würde den Rahmen wohl sprengen, und ich würde bestimmt jemanden vergessen. Ich kann mich an dieser Stelle gar nicht genug bei allen bedanken, die mich kontaktiert oder gespendet haben.

ONETZ: Es gibt sogar die Initiative zu einem Benefizkonzert. Können Sie da schon mehr verraten?

Theresa Baudler: So sehr viel weiß ich da auch noch nicht. Allerdings hat der Veranstalter "MUT" ("Musik und Text") bereits mit dem Bürgermeister und dem Pfarrer Kontakt aufgenommen, um weitere Details zu klären. Noch in dieser Woche werden wir aber miteinander telefonieren, um weitere Einzelheiten abzuklären.

ONETZ: Haben Sie schon alle Mails beantwortet?

Theresa Baudler: Viele Mails, die ich über Facebook bekommen habe, habe ich direkt beantwortet. Alles was über Ihre Redaktion weitergeleitet wurde, ging an Oliver Müller vom "Bucket List Team". Auch da haben wir versucht, gemeinsam alles so schnell wie möglich zu beantworten. Ich möchte alle um Verständnis bitten, wenn die Antwort nicht taggleich kommt. Wir bemühen uns, alle Mails so schnell wie möglich zu beantworten.

ONETZ: Viele haben Geld gespendet. Falls Sie nicht den gesamten Betrag zur Erfüllung der Wünsche brauchen - was passiert mit dem restlichen Geld?

Theresa Baudler: Das restliche Geld geht gänzlich auf ein Konto für meine Tochter Pia, das sie dann zu ihrem 18. Geburtstag bekommen soll.

ONETZ: Nicht jeder geht so offen - oder gar offensiv - wie Sie mit einer solchen Krankheit um. Was raten Sie anderen Betroffenen?

Theresa Baudler: Ich kann nur von mir reden. Für mich war es immer wichtig, das Thema nicht tot zu schweigen, auch wenn es negative Reaktionen gab. Ich bin immer mit allen Themen, wie Beerdigung oder Besichtigung der Palliativstation, offen umgegangen und habe so viel wie möglich bereits organisiert. Was mir besonders geholfen hat, waren Selbsthilfegruppen in den sozialen Netzen. Dort sind viele gute Freundschaften entstanden. Aber letztendlich muss jeder für sich den passenden Weg finden, sei es mit Selbsthilfegruppen, Onko-Psychologe oder Familie und Freunde, die einen unterstützen.

ONETZ: Wie viele Wünsche auf Ihrer "Bucket List" sind noch übrig?

Theresa Baudler: Aktuell sind 19 Punkte auf der Liste, von denen ich 8 bereits abarbeiten konnte. Eines der Highlights war es, ein Geburtstagslied für Pia in einem professionellen Tonstudio einzusingen.

ONETZ: Was sind die nächsten Aktionen, die Sie sich vorgenommen haben? Wann ist es so weit?

Theresa Baudler: Das ist sehr schwierig zu beantworten. Zum Teil, weil ich immer wieder vom „Bucket-List-Team“ überrascht werde. Zum anderen, weil ich es auch immer wieder von meinem Gesundheitszustand abhängig machen muss. Ich weiß, dass in naher Zukunft ein Treffen mit Myriam von M. geplant ist. Einen geplanten Paragleitflug, den ich im Herbst wegen meiner OP verschieben musste, möchte ich auch im Frühjahr, so bald wie möglich, nachholen.

ONETZ: Wächst die "Bucket List" noch? Haben Sie aktuell noch Wünsche hinzugefügt?

Theresa Baudler: Ja, sie wächst weiterhin. Die letzten beiden Punkte die ich hinzugefügt habe, waren, noch einmal mit Pia einen Urlaub am Meer zu machen und in einer Limousine zu fahren. Es ist ganz komisch, zum einen freue ich mich über jeden Punkt, den ich erledigen und abhaken kann, zum anderen habe ich dann aber das Gefühl, je mehr Punkte der Liste abgehakt sind, um so schneller läuft meine Zeit ab. So versuche ich immer wieder - auch bei Gesprächen mit Freunden -, Punkte zu finden, von denen ich sage: Das habe ich auch noch nie gemacht, das würde ich gerne noch erleben!

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