26.07.2020 - 11:23 Uhr
PressathOberpfalz

"Auf zu neuen Ufern"

Ellenbogen-Gruß statt Händedruck, religiöser Impuls statt Gottesdienst, die Bayernhymne als "Konserve" statt gesungen: Auch an der Grund-und Mittelschule Pressath fällt die Entlassfeier anders als üblich aus - eben ganz besonders.

Bürgermeister Bernhard Stangl ehrt die besten Abschlussschüler Nico Geck, Alexander Wolf, Alena Wolf und Patrick Steinrück (vorne, von links). Stellvertretender Schulleiter Holger Popp, Schulleiterin Ulrike Neiser, Elternbeiratsvorsitzender Josef Göppl und Klassenleiter Wolfgang Veigl-Meyer freuen sich mit den jungen Leuten.
von Autor NNProfil

Zu einer "einmaligen Entlassfeier" begrüßte Schulleiterin Ulrike Neiser die Jugendlichen der Abschlussklasse sowie die wenigen Gäste in der Stadthalle. "Einmalig" deshalb, weil die neunte Klasse des Schuljahres 2019/2020 als "Corona-Jahrgang" Schulgeschichte geschrieben habe, erläuterte Neiser.

Laut Vorgabe des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus durften maximal 50 Personen dem feierlichen Akt beiwohnen, und so konnten auch nur zwei, dafür aber besonders erlesene Ehrengäste begrüßt werden: Pressaths Bürgermeister Bernhard Stangl und Elternbeiratsvorsitzender Josef Göppl.

In seinem kurzen Grußwort griff Stangl ein Sprichwort aus Neuseeland auf, wonach man kleinen Kindern Wurzeln und größeren Flügel geben solle. Dies symbolisiere Bodenständigkeit und Freiheit, und gerade diese Freiheit könne in der aktuell sehr günstigen Lage auf dem Lehrstellenmarkt genutzt werden.

Einmalig war wohl auch, dass auf den traditionellen Gottesdienst verzichtet wurde. Religionslehrerin Karin Koch hatte gemeinsam mit einigen Schülern einen religiösen Impuls vorbereitet, den sie unter das Motto "Auf zu neuen Ufern" gestellt hatte. Die Schulzeit ist demnach vergleichbar mit einer Fahrt auf dem Meer: Jetzt müssten die Jugendlichen das "Schiff und Gewässer Schule" verlassen.

Klassenleiter Wolfgang Veigl-Meyer blickte auf drei Jahre gemeinsamen Lernens zurück und betonte, dass gleich am Anfang eine Menge Potenzial erkennbar gewesen sei. Diese Einschätzung bestätigten auch die Ergebnisse des Qualifizierenden Abschlusses, über dessen Bestehen sich 16 der insgesamt 20 Jugendlichen freuen konnten. Den erfolgreichen Mittelschulabschluss erreichten alle.

Besonders ausgezeichnet wurden die vier Jahrgangsbesten Alena Wolf, Patrick Steinrück, Nico Geck und Alexander Wolf. Die beiden Letztgenannten zählten mit ihrem Notendurchschnitt von jeweils 1,9 auch zu den Besten im gesamten Landkreis und wären in Vor-Corona-Zeiten zur gesonderten Ehrung ins Landratsamt geladen worden. Im Namen der bedankten sich die Klassensprecher Annalena Baum und Panagiotis Manosoupoulos bei ihrem Klassenleiter für die erfolgreiche Begleitung auf dem Weg zum Abschluss.

Im Zeichen von Corona stand am Ende auch die Übergabe der Abschlusszeugnisse: Auf den üblichen Händedruck musste verzichtet werden, Bürgermeister Bernhard Stangl beglückwünschte die Absolventen stattdessen mit dem epidemiologisch unbedenklichen Ellenbogen-Gruß und überreichte statt der gewohnten Blumen jeweils einen Mund-Nase-Schutz mit dem Logo der Stadt. Auch das Singen der Bayernhymne zum Ausklang war nicht möglich, diese wurde stattedessen von Lehrer Maximilian Melchner als "Konserve" eingespielt.

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