30.04.2020 - 12:58 Uhr
PressathOberpfalz

Neuer Pressather Bürgermeister Bernhard Stangl: Von Traumberuf zu Traumberuf

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Bernhard Stangl ist neuer Bürgermeister der Stadt Pressath. Dafür gibt er sogar seinen Traumberuf auf. Für seine Amtszeit hofft er auf gute fraktionsübergreifende Zusammenarbeit.

Bernhard Stangl wird am 4. Mai als neuer Bürgermeister der Stadt Pressath vereidigt.
von Holger Stiegler (STG)Profil

„Heute ist der Tag der Entscheidung und der Klarheit“: Mit diesem Gefühl ist der Pressather SPD-Bürgermeisterkandidat Bernhard Stangl am 15. März aufgestanden. Und am Ende des Tages stand dann auch fest, dass er die Nachfolge von Werner Walberer als Bürgermeister antreten wird.

„Es war im Wahlkampf so und auch noch jetzt, dass da zwei Herzen in meiner Brust schlagen“, erklärt Stangl. Den einen Traumberuf als Bürgermeister in Pressath darf er beginnen, den anderen Traumberuf als Ingenieur bei einer Bayreuther Firma wird er aufgeben. „Ich war 25 Jahre bei derselben Firma, das macht man ja nicht, wenn es einem keine Freude macht und ausfüllt“, so Stangl. Mit der Kandidatur hatte er aber signalisiert bereit zu sein, seinen Lebensweg zu verändern. „Und die Gewissheit habe ich seit 15. März, aber auch meine Frau Barbara und meine Tochter Julia“, sagt der angehende Rathaus-Chef.

Es gibt natürlich angenehmere Zeiten als die Corona-Epidemie, um das Amt zu übernehmen. „Ich habe es auch nach der Wahl vermisst, mich persönlich bei so vielen Leuten zu bedanken. Eineinhalb Meter stehen auch künftig immer zwischen einem“, so Stangl. Projekte im aktuellen Beruf noch an andere zu übergeben sei derzeit nicht sonderlich einfach, das werde bis 1. Mai auch noch nicht abgeschlossen sein. „Das läuft nebenbei noch einige Monate weiter, es geht nicht anders“, erklärt er. Die Amtsübergabe im Rathaus laufe auch so intensiv, wie es derzeit eben gehe. „Da gibt es kleinere Sitzungen mit wenigen Personen“, berichtet Stangl.

Wer zum Bürgermeister gewählt wird, der ist natürlich noch kein „fertiger“ Bürgermeister – das weiß er. Die Erfahrungen als Stadtrat der vergangenen sechs Jahre und auch sein beruflicher Hintergrund als Bauingenieur kann er für die künftige Tätigkeit natürlich nutzen. Aber viele Aspekte beispielsweise des Kommunal- und Verwaltungsrechtes werden in Seminaren für neue und angehende Bürgermeister vermittelt. „Das ist wegen Corona aber derzeit alles zurückgefahren worden und startet vermutlich erst im Sommer“, erläutert der neue Bürgermeister.

Bis zu seiner Vereidigung sind es nur noch wenige Tage, am 4. Mai geht die konstituierende Sitzung in der Pressather Stadthalle über die Bühne. „Ich freue mich riesig auf die Arbeit, am liebsten hätte ich ja am Tag nach der Wahl gleich angefangen“, bekennt der 54-Jährige. Es ist überzeugt davon, die Stadt mit guten Teams – sowohl in der Verwaltung wie auch im Stadtrat – voranzubringen. Im neugewählten Gremium seien auch zahlreiche neue Gesichter vertreten. Anknüpfen möchte Stangl an die gute fraktionsübergreifende Zusammenarbeit der vergangenen Wahlperiode. „Natürlich wird es unterschiedliche Meinungen geben, aber das belebt auch so ein Gremium“, betont Stangl.

Von Parteipolitik in einem Stadtrat hält der künftige Bürgermeister sehr wenig, auch wenn er natürlich ein „stolzes und überzeugtes SPD-Mitglied“ ist. Bewährt habe sich die Verteilung der Positionen des 2. und 3. Bürgermeisters auf die beiden anderen Fraktionen. „Ich gehe davon aus, dass es so bleibt und dass CSU und FW jeweils einen entsprechenden Personalvorschlag machen“, sagt Stangl. Eigentlich war ja in Pressath im laufenden Jahr das große Stadtjubiläum mit Festen geplant, das aber aufgrund der Corona-Pandemie ins Jahr 2021 verschoben werden musste: „Das stimmt einen schon traurig, aber die Gesundheit geht vor.“

Wenn Stangl das Zepter im Rathaus übernimmt, will er eines nicht vergessen und stets beherzigen – nämlich, dass man sich an der Arbeit erfreut, auch wenn manchmal schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Dass er sich im Bürgermeisteramt als Mensch verändert, hofft er nicht: „Zu meinen Freunden habe ich gesagt: Der Bernhard bleibt der Bernhard.“

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