23.10.2018 - 14:50 Uhr
PressathOberpfalz

Noch mehr Einsparungen

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Pressath in Sanierungsmaßnahmen und Personalschulungen während des "Energiecoachings" investiert. Nun ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Gleichwohl sieht der Leiter des Weidener "Energietechnologischen Zentrums", das als regionale Energieagentur das von der Staatsregierung geförderte "Energiecoaching" in Weiden und den Kreisen Neustadt und Tirschenreuth übernommen hat, noch Nachbesserungspotenzial.

Insbesondere der baulich veralteten Stadthalle täte eine energetische Generalsanierung gut. Als Mindestmaßnahme seien hier die Dämmung der Heizungsrohre und eine Entflechtung der Heizkreise schon in Arbeit. In der 2009 eingeweihten Sporthalle verbrauche der elektrische Warmwasserboiler viel Strom, und es sei zu prüfen, ob vor allem im Winter die Warmwasseraufbereitung mit der Heizungsanlage gekoppelt werden könnte. Im Rathaus, erklärte Rösch, sollte die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke vervollständigt werden, im Schulhaus sei die Stilllegung des fast 20 Jahre alten Gas-Niedertemperatur-Kessels und die Einbindung einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zu erwägen.

Zudem seien in allen untersuchten Bauten die Isolierung noch ungedämmter Heizungsrohre und der Austausch veralteter Heizungs-Umwälzpumpen abzuschließen. "Diese Maßnahmen sind bereits im Gange." In Rathaus und Dostlerhaus wurden die letzten "Stromfresser"-Lampen durch LED-Leuchtelemente und die Schaffung einer flexiblen Einzelraum-Heizungsregelung ersetzt.

Die Verbrauchsdaten würden in den städtischen Gebäuden bereits kontinuierlich aufgezeichnet, ergänzend sollte ein Energiemanagement-Computerprogramm installiert werden. Wie wirksam die Umrüstungsmaßnahmen seien, lasse sich aus den Messwerten und Prognosen für den Ausstoß des als "Treibhausgas" verrufenen Kohlendioxids schließen, erläuterte Matthias Rösch. Dieser dürfte in Rathaus und Dostlerhaus bis 2019 und im Schulhaus bis 2020 um knapp 16 Prozent unter den Werten von 2016 liegen, für die Stadthalle erwarte er bis 2019 sogar einen Rückgang um 23 Prozent gegenüber 2016.

Aus der Reihe tanze lediglich die neue Sporthalle, für die Rösch bis 2020 sogar einen geringfügig ungünstigeren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß prognostiziert. Sollte die Stadt aber den empfohlenen Umbau von Heizung und Warmwassererzeugung realisieren, sei auch hier eine Verringerung zu erwarten. Zum Abschluss seines Referats wies der Energieberater darauf hin, dass das "Energiecoaching"-Programm zwar zum Monatsende auslaufe, es aber ein vom "Bayernwerk Netz" bezuschusstes Anschlussprogramm für "Energie- und Klimaschutzmanagement" mit der Option einer Zertifizierung zur "Energieeffizienzkommune" geben werde. Die Zuschusshöhe hänge davon ab, wie schnell sich eine Kommune anmelde. "75 bayerische Kommunen können sich bewerben, den ersten 15 winkt ein Zuschuss von 3000 Euro, der Eigenanteil beträgt 2000 Euro." Eine Entscheidung traf der Stadtrat aber noch nicht.

Spechten auf Fördersummen:

Wenig Hoffnungen konnte Bürgermeister Werner Walberer auf eine Förderung von Hochwasserschutzmaßnahmen für die Pressather Innenstadt machen. „Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hat errechnet, dass bei einer Jahrhundert-Hochwasserkatastrophe mit Schäden von 850 000 Euro zu rechnen wäre. Um diese zu vermeiden, müssten drei Millionen Euro investiert werden“, informierte er in der Stadtratssitzung. Damit gehöre Pressath zur niedrigsten Schadensklasse, für die es keine Fördermittel gebe.

Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer (CSU) wollte dies nicht hinnehmen, zumal in jüngster Zeit schon ein Starkregen genügt habe, um den Spitalplatz unter Wasser zu setzen. Seine Fraktionskollegin Susanne Reithmayer erinnerte daran, dass bei Baumaßnahmen in der Innenstadt die Einhaltung von Hochwasserschutz-Richtlinien eingefordert werde: „Und nun plötzlich soll Pressath kein Hochwasser-Risikogebiet mehr sein?“ Walberer sagte erneute Verhandlungen zu. (bjp)

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