Pressath
17.06.2018 - 17:25 Uhr

Schäferhundeverein löst sich auf

Schwere Zeiten für die Ortsgruppe Pressath im Verein Deutscher Schäferhunde: Alle Versuche, einen „intakten“ Vorstand zu bilden, scheitern. Die Folge: Die Auflösung des Vereins ist beschlossene Sache.

(is) Nachdem in der Jahreshauptversammlung im Februar trotz intensiver Bemühungen keine komplette Führungsmannschaft gefunden wurde, scheiterten auch in der Folgezeit die Versuche von Vorsitzendem Josef Schiffmann, die Mannschaft zu vervollständigen. Letztendlich erklärte sich keiner der Mitglieder bereit, das Amt des Kassenverwalters zu übernehmen.
Am Kassenstand lag das sicherlich nicht, denn der Verein ist zwar finanziell nicht auf Rosen gebettet, hat aber in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und verfügt über eine durchaus befriedigende Barschaft. Außerdem stellt die Vereinshütte am Zehrenweiher ein beträchtliches Plus dar.
Schiffmann, der zur Folgeversammlung neben zwölf Hauptvereinsmitgliedern auch einige fördernde Mitglieder sowie die Ehrenmitglieder Karl Rupprecht und Altbürgermeister Anton Gareis begrüßte, ging kurz auf die Entwicklungen seit Februar ein. Dabei seien intensive Gespräche mit dem Amtsgericht Weiden und der Rechtsabteilung des Hauptvereins in Augsburg im Mittelpunkt gestanden.
Deren Ziel sei es gewesen, Lösungsmöglichkeiten für den Fortbestand der Ortsgruppe zu finden. „Bei all diesen Kontakten wurde von seiten der Ämter deutlich gemacht, dass ein ‚intakter‘ Vorstand notwendig sei, um den Verein weiter bestehen zu lassen“, legte der Vorsitzende klar. Aufgrund der gültigen Vereinssatzung müsse letztendlich eine Mitgliederversammlung über den Fortbestand entscheiden, merkte er an und wies darauf hin, dass für eine Auflösung des Vereins eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Hauptvereinsmitglieder notwendig sei.
Nach der Bildung eines Wahlausschusses – ihm gehörten Bürgermeister Werner Walberer als Wahlleiter, Altbürgermeister Anton Gareis und der Ehrenvorsitzende des Stadtverbandes Pressath, Andreas Anger, an – versuchte Walberer zunächst nochmals, einen Kandidaten für das vakante Amt des Kassenverwalters zu finden. Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, stellte er die Vereinsauflösung zur Wahl. Von den zwölf anwesenden Hauptvereinsmitgliedern votierten acht für die Auflösung und zwei für den Weiterbestand des Vereins. Zwei Stimmen waren trotz erfolgter intensiver Wahlunterrichtung ungültig. Werner Walberer blieb aufgrund des Wahlergebnisses nichts anderes übrig, als die Auflösung des Vereins bekannt zu geben.
„Ich mache das mit großem Bedauern, denn ich weiß, dass der Schäferhundeverein Pressath in der Vergangenheit Großartiges geleistet hat und über 45 Jahre ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt war“, betonte das Stadtoberhaupt. Altbürgermeister Anton Gareis und der Ehrenvorsitzende des Stadtverbandes, Andreas Anger, schlugen in die gleiche Kerbe. Sie kritisierten vor allem die „Feigheit“ jener Mitglieder, die ungültige Stimmzettel abgegeben haben, um sich so der Verantwortung zu entziehen.
Der bisherige Vorsitzende Josef Schiffmann wurde beauftragt, die Liquidation des Vereins in die Wege zu leiten. Er soll das Ergebnis der Auflösungsversammlung dem Amtsgericht mitteilen und Verbindung mit dem Notariat aufnehmen. Die Tatsache der Auflösung und die Bestellung des Liquidators ist durch den bisherigen Vorsitzenden zur Eintragung in das Vereinsregister anzumelden und mittels öffentlich beglaubigter Erklärung (vor einem Notar) durch die Liquidatoren in vertretungsberechtigter Anzahl zu bewirken.

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