13.01.2019 - 14:38 Uhr
PressathOberpfalz

Sonnenstrom für 1600 Haushalte

Das Planungsverfahren für die Freiflächen-Photovoltaikanlage "Steinäcker" etwa 130 Meter südlich von Riggau geht in die nächste Etappe. Die weiteren Schritte werden in der Sitzung des Pressather Stadtrates erläutert.

Den Planentwurf für den Solarpark "Steinäcker" bei Riggau stellte Ingenieur Klaus-Peter Fels dem Stadtrat vor. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

Einstimmig beschloss der Stadtrat in seiner ersten Sitzung des neuen Jahres, im Nachgang zu seinem grundsätzlichen Aufstellungsbeschluss von 2017 grünes Licht für eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu geben. Das Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren soll alsbald eröffnet werden.

Ausführlich stellten Bürgermeister Werner Walberer, Diplom-Ingenieur Klaus-Peter Fels vom Weidener Planungsbüro Fels und Rechtsanwalt Maximilian Burger als Vertreter der Pressather Betreibergesellschaft "BKK Energie GmbH & Co. KG" den vorläufigen Plan für eine 4,73 Hektar große Anlage vor, auf der 16 000 Module Sonnenstrom für etwa 1600 Haushalte erzeugen sollen. Werde die gleiche Menge Strom aus Erdöl gewonnen, so würden etwa 3740 Tonnen des als klimaschädlich verrufenen Gases Kohlendioxid produziert, rechnete Fels vor: "Bei Energiegewinnung aus Braunkohle entstünden sogar 5125 Tonnen dieses Gases."

Der Planentwurf genüge allen landesplanerischen und umweltrechtlichen Richtlinien: "Die Lage des Geländes im Naturpark Oberpfälzer Wald spielt keine Rolle. Nur wenn die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet läge, müsste das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung erteilen." Im Anlagengelände selbst sind laut Ingenieur Fels 0,62 Hektar, außerhalb des Areals weitere 0,11 Hektar für "Maßnahmen der naturschutzrechtlichen Kompensation", vornehmlich für ökologisch wertige Bepflanzungen, reserviert. "Obwohl ,Öko-Strom' erzeugt wird und die Kollektorengestelle den Boden kaum versiegeln oder sonstwie beeinträchtigen, sieht das Gesetz dies vor."

Das im Übrigen "extensiv begrünte" Areal solle mit einem zwei Meter hohen Zaun umfriedet werden, der zum Boden 15 Zentimeter Abstand als Kleintierdurchlass halte und am Nordrand, in Richtung des Dorfes Riggau, mit einer abschirmenden Hecke begrünt werde. Wenngleich die Kollektoren bis zu 3,50 Meter hoch seien, dürfte dank dieser Bepflanzung und der Lage auf einem gen Süden geneigten Hang allenfalls die Oberkante der nördlichsten Kollektorreihe von Riggau aus sichtbar sein, schätzte der Planungsfachmann. Auf Anfrage von Josef Fütterer (CSU) stellte Maximilian Burger klar, dass eine bei üblicher landwirtschaftlicher Arbeit in der Nachbarschaft eines Solarparks entstehende Staubentwicklung den Kollektorbetrieb nicht beeinträchtige: "Es handelt sich ja nicht um eine ständige Staubbelastung, und der Regen wäscht diesen Staub ab." Gesichert sei auch die Abnahme des erzeugten Stroms, informierte Burger auf die Frage von Susanne Reithmayer (CSU). Die Stromerzeugung und -abnahme sei bedarfsgerecht "voll regelbar". Eingespeist werde die Energie in die 20-Kilovolt-Leitung, die bereits an dem Grundstück vorbeiführe.

"Wir sehen in der Anlage ein Zukunftsprojekt für mehr als die üblichen 20 Jahre", resümierte der Anwalt. Noch nicht beantworten konnte er Christian Mörtls (SPD) Frage, woher die Kollektoren bezogen werden sollen. "Das ist noch offen und wird in einem Ausschreibungsverfahren entschieden. Es gibt einen Produzenten in Chemnitz, weitere Bezugsquellen sind in der Türkei und China." Seit Mitte 2017 gebe es keine Einfuhrbeschränkungen mehr für chinesische Module, wusste Burger. Sicher sei aber, dass die Modul-Trägerkonstruktionen von einem bayerischen Erzeuger bezogen werden.

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