In der Stadtratssitzung in Pressath am Donnerstag nahm ein Thema breiten Raum ein, das viele Bürgerinnen und Bürger aktuell betrifft: die Wasserrohrbrüche in der Stadt. Derzeit gibt es solche im Bereich der Reichweinstraße. Erst vor kurzem hatte die Stadt über Einschränkungen der Wasserversorgung informiert, da am Freitag Sanierungsarbeiten in diesem Bereich notwendig waren.
Bereits in der Vergangenheit war es im Bereich des Kapellenweg sowie in der Von-Zedtlitz-Straße mehrfach zu ähnlichen Problemen mit Wasserrohrbrüchen gekommen. Für die Stadt Pressath stand es daher außer Frage, dass nun umfassend und schnell gehandelt werden muss. Bereits im Juni des vergangenen Jahres hatte es dazu schon erste Besprechungen gegeben, damals war aber die Dringlichkeit noch nicht gegeben.
Bürgermeister Bernhard Stangl begrüßte dazu Michael Wagner vom Architektur- & Ingenieurbüro Schultes aus Grafenwöhr, das beauftragt worden war, einen Entwurfsplan für die Sanierung des Kapellenwegs und der Lettenstraße auszuarbeiten. „Dieses Projekt ist dringlich, sehr dringlich“, betonte Stangl eingangs.
Wagner stellte zunächst die aktuelle Problematik dar. Die bestehende Wasserleitung verlaufe teilweise noch über Privatgrundstücke und dicht an Wohnhäusern vorbei. Angesichts der wiederholten Schäden habe man bislang Glück im Unglück gehabt, dass keine größeren Folgeschäden entstanden seien. So seien einige Privatgrundstücke teilweise betroffen gewesen, zu größeren Schäden sei es noch nicht gekommen.
Nachdem im vergangenen Jahr verschiedene Varianten diskutiert worden waren, sieht der nun vorgestellte Plan einen Vollausbau vor. Das bedeutet, dass sowohl der Straßenaufbau als auch Wasserleitungen und die Kanalisation vollständig erneuert werden. Die neue Wasserleitung soll von der Von-Zedtlitz-Straße über den Kapellenweg bis zur Wollauerstraße führen. Auch ein Teil der Lettenstraße wird einbezogen. Insgesamt betrifft die Maßnahme rund 270 Meter Wasserleitung.
Künftig werden die Leitungen nicht mehr über Privatgrund verlaufen, sondern im öffentlichen Straßenkörper verlegt. Derzeit sind 13 Hausanschlüsse betroffen, darunter auch eine Zahnarztpraxis. Einschränkungen bei der Wasserversorgung sollen frühzeitig mit den Anwohnern abgestimmt werden, da es auch hier zu Einschränkungen in der Versorgung kommen kann. Die Kosten für die Wasserleitung bezifferte Wagner auf rund 160.000 Euro brutto.
Auch die Kanalisation soll im Zuge dieser Baumaßnahmen erneuert und optimiert werden. Geplant ist die Verlegung von etwa 100 Metern neuem Mischwasserhauptkanal sowie zehn Hausanschlüssen. Zusätzlich müssen einzelne Schadstellen am bestehenden Altkanal saniert werden. "Hierfür sind rund 125.000 Euro brutto veranschlagt", so gibt Michael Wagner die ersten Kosten bekannt.
Der Straßenbau selbst beginnt im steilen Bereich des Kapellenwegs, von der Von-Zedtlitz-Straße, die aber hier nicht betroffen ist, und umfasst rund 180 Meter mit neuer Asphaltdecke. Die Lettenstraße wird auf etwa 60 Metern ebenfalls ausgebaut. Im Bereich der Kapelle ist ein Pflasterbelag vorgesehen, um diesen Ort gestalterisch hervorzuheben. Die leicht erhöhte Lärmquelle in diesem Bereich stuft Wagner als eher gering ein. Von der Wollauerstraße aus entsteht im westlichen Bereich ein 1,80 Meter breiter Gehweg, während der gegenüberliegende Gehweg entfällt. Dort soll es begrünt werden. An der Kreuzung zur Lettenstraße endet dieser. Aber auch in dieser Straße soll auf etwa 60 Metern ein Gehweg angelegt werden.
Auf Nachfrage erklärte Wagner, dass ein Zebrastreifen nicht ohne Weiteres genehmigt werde, da hier die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme im Bereich des Kapellenwegs belaufen sich auf rund 836.000 Euro brutto. „Wir haben etwas an der höheren Kante der Kosten gerechnet“, so Wagner. Nach Zustimmung des Stadtrats soll nun zügig ausgeschrieben werden, mit dem Ziel, den Auftrag in der Aprilsitzung der Stadt zu vergeben. Bei planmäßigem Verlauf ist die Bauzeit von Mai bis September vorgesehen. Das Gremium genehmigte daraufhin den Entwurfsplan.













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