18.10.2019 - 12:29 Uhr
PressathOberpfalz

„Vergrämung von Badegästen“ am Dießfurter Freizeitsee

Genau wie das Grafenwöhrer Stadtratsgremium diskutiert das Pressather intensiv über die Zukunft des Dießfurter Freizeitsees. Ein Rat stellt dabei die Notwendigkeit des Gewässers als Badesee in Frage.

von Bernhard PiegsaProfil

Unzufrieden zeigt sich der Pressather Stadtrat über den Abschlussbetriebsplan der Staatsforsten zum weiteren Umgang mit dem Freizeitseegelände bei Dießfurt. Das vorgelegte Konzept, gegen das die Stadtverwaltung gemäß Ratsbeschluss Einspruch erheben wird, weiche von Abmachungen mit der Stadt ab und laufe auf eine Abschottung und Renaturierung hinaus, eine Nutzung als Freizeitsee sei sichtlich nicht mehr erwünscht.

Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer (CSU) monierte, dass die Staatsforsten offenbar eine „Vergrämung von Badegästen“ anstrebten. Deshalb sei auch von einem Radwegebau keine Rede mehr. Demgegenüber sah Franz Floth (SPD) die Hauptverantwortung bei der Staatsregierung, die von früheren Zusagen nichts mehr wissen wolle und an deren Vorgaben die Staatsforsten gebunden seien. Stefan Brüderer (CSU) mutmaßte, dass das Gelände in eine Reservefläche für ökologische Ausgleichsmaßnahmen verwandelt werden solle.

Dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (Freier Wählerblock) gab zu bedenken, dass man über ein Projekt diskutiere, dessen Notwendigkeit höchst umstritten sei: „Ist der Freizeitsee angesichts der Konkurrenz von Rußweiher, Kiesibeach oder Grafenwöhrer Freizeitbad wirklich nötig?“ Stefan Brüderer (CSU) hielt entgegen, dass der See sehr viele Besucher angelockt habe, was durchaus für einen „Bedarf“ spreche. Auf die Bemühungen des Landratsamts, das Freizeitseeprojekt neu auf den Weg zu bringen, verwies Max Schwärzer. Nach Bürgermeister Werner Walberers Überzeugung verspräche dies jedoch nur langfristigen Erfolg, wenn es gelänge, dem See „überregionale Bedeutung“ zu geben. Dies könne aber im Rahmen der ILE-Arbeitsgemeinschaft Vierstädtedreieck gelingen, die auf die Vorarbeiten des vor zehn Jahren entworfenen Nutzungskonzepts aufbauen könne, waren sich Walberer und Schwärzer einig.

Info:

Grafenwöhrer Tanzgruppe tritt in Pressath auf

Einverstanden erklärte sich das Gremium, der Tanzgruppe der TuS/DJK Grafenwöhr die Schulsporthalle für eine Tanzdarbietung vom 3. bis 5. Juli 2020 zur Verfügung zu stellen. Die Grafenwöhrer Stadthalle könne hierfür nicht genutzt werden, da sie renoviert werde, begründete die Gruppe ihren Antrag. Zweiter Bürgermeister Max Schwärzer (CSU) wies darauf hin, dass viele Gruppenmitglieder aus Pressath stammen und die Veranstaltung gut zum Stadtjubiläumsprogramm passen würde. Der Stadtrat gab seine Zustimmung und beschloss, dass die Hallenmiete dem Grafenwöhrer Verein als Spende für dessen Jugendarbeit zurückerstattet werden solle.

Zur Kenntnis nahm der Stadtrat das Ausscheiden von Franz Fischer aus dem Amt des Feldgeschworenen. Der frühere Bauhofmitarbeiter hatte dieses Amt zwei Jahrzehnte lang ausgeübt. Ferner informierte Bürgermeister Werner Walberer über den vom Pressather Bürger Johann Schiffmann vorgebrachten Wunsch nach einer Ortsbegehung der überflutungsgefährdeten Haidenaab-Uferzone zwischen früherer Badeanstalt und Grafenwöhrer Straße. Die Räte kamen überein, dass zunächst der Bauausschuss für seine nächste Sitzung am 24. Oktober einen Ortstermin einplanen solle. Walberer betonte erneut, dass auch die Stadt an einer Lösung interessiert sei, die alle Beteiligten befriedige. Er erinnerte jedoch daran, dass das letzte Wort beim Wasserwirtschaftsamt liege, das für den Unterhalt dieses „Gewässers zweiter Ordnung“ zuständig sei. Zu bestimmen waren schließlich die Wahlleiter für die Kommunalwahl 2020: Zum Wahlleiter wurde der Rechtsanwalt und frühere Stadtrat Roland Merkl berufen, Stellvertreter ist Stefan Brüderer.

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