16.09.2019 - 10:15 Uhr
PressathOberpfalz

Auch die Vermissten erwähnen

Nach einer halben Stunde war der öffentliche Teil der Stadtratssitzung abgeschlossen. Doch das lag daran, dass das Gremium den wohl zeitaufwendigsten Tagesordnungspunkt von der Agenda genommen hatte.

Gedenkt die Stadt Pressath ihrer Kriegsopfer, so schließt sie darin die Vermissten mit ein, deren Namen allerdings am Gefallenenehrenmal (Bild) und in der "Heldenkapelle" nicht vermerkt sind. Die Stadtverwaltung will nun nach einem Weg suchen, dies zu ändern.
von Bernhard PiegsaProfil

Die Beratung über den Bebauungsplan für die Freiflächen-Photovoltaikanlage Altendorf nebst zugehöriger Flächennutzungsplanänderung wurden vertagt. „Die angekündigte Vergrößerung des geplanten Solarparks Riggau hat in der Bevölkerung lebhafte Diskussionen hervorgerufen. Um solche Unruhe im Zusammenhang mit der Altendorfer Anlage möglichst nicht aufkommen zu lassen, will deren Investor demnächst in einer Bürgerversammlung ausführlich über seine Pläne informieren“, kündigte Bürgermeister Werner Walberer an. Bis dahin sollte das Planungsverfahren ausgesetzt werden. Die Räte sahen es ebenso und vertagten den „Aufstellungsbeschluss mit Billigung der Vorentwürfe“ bis zur Oktobersitzung.

Zurückgestellt wurde außerdem die Entscheidung, ob am Pressather Gefallenen-Ehrenmal auch, wie von Harald Dippel aus Swisttal im Rheinland vorgeschlagen, die Namen der 56 Vermissten des Zweiten Weltkriegs vermerkt werden sollen. „Am Denkmal selbst ist dafür kein Platz“, meinte Bürgermeister Walberer, der hierüber auch mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl gesprochen hatte. Doch sei Dippel zuzustimmen, wenn er zu bedenken gebe: „Ein Mensch wird vergessen, wenn der Name vergessen wird.“

Als Kompromisslösung, so Walberer, könnte in der „Heldenkapelle“ am Friedhof eine Stele mit den Namen der Vermissten aufgestellt werden. Am Kriegerdenkmal selbst könnte ein Hinweis auf die Zahl der Vermissten hinzugefügt und auf deren namentliche Nennung in der Kapelle hingewiesen werden. Richard Waldmann (Freier Wählerblock) schlug vor, in die weiteren Beratungen über eine stilvolle Lösung „kompetente Leute“ wie etwa den ortsansässigen Künstler Helmut Langhammer einzubinden. In der Oktobersitzung wollen die Stadtverantwortlichen das Thema erneut aufgreifen.

Einstimmig befürwortete der Stadtrat, die „vorbereitende Untersuchung zur Prüfung der Sanierungsbedürftigkeit“ im Dießfurter Ortskern und damit zugleich die genaue Abgrenzung des künftigen Sanierungsgebiets einzuleiten, das für die aus Städtebaufördermitteln unterstützte Ortskernerneuerung vorgesehen werden soll. Formsache war die Widmung der Erschließungsstraßen im Baugebiet Wiedenhofstraße-Ost, die als Verlängerungen der Wiedenhofstraße und der Straße „Hinter dem Tannenberg“ ausgewiesen werden.

Das gemeindliche Einvernehmen erklärte der Stadtrat für den von der „Holz-Zentrum Ziegler GmbH“ im Industriegebiet Döllnitz beantragten Einbau einer Kesseldruckimprägnier-Anlage in die Lagerhalle neben dem Verkaufsraum. Bürgermeister Walberer merkte an, dass das Landratsamt seine endgültige Genehmigung mit Umweltschutzauflagen verknüpfen werde. Abschließend informierte das Stadtoberhaupt, dass die Asphaltierung der Reinwaldstraße abgeschlossen sei und beim Kiosk am Kiesi-Beach zum Jahresende ein Pächterwechsel anstehe. Die Stadt werde die Pacht neu ausschreiben.

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