26.12.2019 - 12:30 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

Alter Schacht kommt in die Quere

Die geplante Abwasserdurchleitung von Püchersreuth nach Wurz ist nicht unproblematisch, wie sich in der Gemeinderatssitzung zeigt. Das Ingenieurbüro Zwick ist unter dem Reiserbach auf einen Schacht gestoßen, von dem niemand mehr wusste.

Symbolbild: Für einen neuen Schacht muss die Gemeinde einiges Geld in die Hand nehmen.
von Gabi EichlProfil

Günter Schwab als Vertreter des Ingenieurbüros erläutert dem Gemeinderat die Probleme im Zusammenhang mit diesem alten Schacht. Eine neue Druckleitung in einen etwa 40 Jahre alten Schacht einzubauen, bedeute, dass man irgendwann einen neuen Schacht bauen müsse, da die Lebensdauer der jetzt geplanten Leitung deutlich höher sei. Aus diesem Grund schlage sein Büro ein neues Bauwerk vor, das zwar nicht billig sei, aber eine nachhaltige Lösung. Schwab sagt: „Wir wissen, dass das eine teure Lösung ist, aber eben auch eine nachhaltige.“ Eine Lösung, die vor allem sicherstelle, dass kein Abwasser in den Bach gelangen könne.

"Auf Dauer erheblich teurer"

Es gebe wohl auch noch eine billigere Variante, dann aber müsse die Gemeinde ihre Freispiegellösung aufgeben, und dann müsse gepumpt werden, was auf Dauer erheblich teurer sei.

Der Kostenrahmen liege bei etwa 880.000 Euro, das sei in etwa der Rahmen, der vorgegeben worden sei plus zehn Prozent, die dem sehr felsigen Gelände und dem neuen Schacht geschuldet seien. Der neue Schacht kostet etwa 20.000 Euro.

Auf Nachfragen sagt Schwab, dass der Reiserbach das große Problem sei. Man könne nur darüber oder unten durch. Teilweise sei der Bach aber so tief verlegt, dass er jede Druckleitung „abschieße“. Und daher müsse man durch den 40 Jahre alten Schacht hindurch. Eine Leitung des Abwassers über den Bach sei grundsätzlich möglich, „aber da darf halt dann nichts passieren“, denn dann sei die Gemeinde in der Verantwortung.

"Können nur durch den Schacht"

Der alte Schacht ist den Worten Schwabs zufolge schon stark angegriffen, der Schacht werde auf jeden Fall früher baufällig als die neue Leitung. Leider habe man vor Jahrzehnten im Rahmen der Flurbereinigung den Bach im Boden vergraben, sagt Schwab, hätte man ihn offengelassen, „hätten wir das Problem nicht“. Schwab wiederholt mehrmals: „Wir können nur durch diesen Schacht.“

Bürgermeister Rudolf Schopper sagt, es gehe darum, ob man das Querungsbauwerk wolle oder nicht; „wir müssen weiterkommen.“

Josef Beck (CSU) erwidert, er könne nicht glauben, dass es keine alten Pläne von diesem Schacht gebe. Er stimmt am Ende als einziger gegen die Lösung mit Hilfe eines neuen Schachtes.

Der Förderantrag zur Sanierung der gemeindeeigenen Kläranlagen für Kosten in Höhe von etwa 870.000 Euro wird außerplanmäßig gestellt, um förderfähig zu bleiben. Wie Günter Schwab sagt, sei die Gemeinde gezwungen, in die Anlagen zu investieren.

Sein Einvernehmen erteilt der Gemeinderat dem Bauantrag auf Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Carport und Holzschuppen in der Hauptstraße 45 in Püchersreuth; mehrere Abweichungen vom Bebauungsplan werden akzeptiert.

Straße Wurz-Ernsthof wird saniert

Für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Wurz und Ernsthof liegen acht Angebote vor; zum Zug kommt die Schulz Tiefbau GmbH aus Pfreimd mit einem Angebotspreis von 328.303, 98 Euro.

Am 27. Dezember findet die Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Ilsenbach statt. Beginn ist um 9 Uhr mit einem Gottesdienst.

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