Der Neubau einer Werkhalle mit acht Parkplätzen im Püchersreuther Ortsteil Kotzenbach stand auf der Ladung zur jüngsten Gemeinderatssitzung in Püchersreuth. Bereits in der Dezember-Sitzung hatten die Antragsteller formlos bei der Gemeinde angefragt und es wurde heftig diskutiert. Der Grund: Neben der Erschließungsfrage an sich soll in der Werkhalle auch am Wochenende gearbeitet werden. Das Credo der Gemeinderäte lautete damals: Die Antragsteller sollten eine Bauvoranfrage stellen. Diese lag nun vor.
Bürgermeister Rudolf Schopper übergab an zweite Bürgermeisterin Maria Sauer, weil er aufgrund verwandtschaftlicher Verbindungen laut Gemeindeordnung weder an der Beratung noch an der Abstimmung teilnehmen darf. Sauer verlas eine zweiseitige Stellungnahme der Verwaltung, wonach das Vorhaben, eine 50 auf 20 Meter große Werkhalle zu errichten, im Außenbereich von Kotzenbach liege, genauer am Ortsrand links Richtung Pfaffenreuth. Die allein für das Gebäude benötigte Fläche würde sich auf mehr 2000 Quadratmeter summieren. Der Antrag auf Vorbescheid sollte die Zulässigkeit der gewünschten Bebauung feststellen, die im Außenbereich liegt.
Zufahrt nicht für Gewerbegebiet geeignet
Die Darstellung des Areals im Flächennutzungsplan der Gemeinde begründe noch kein Baurecht, erst ein nachgeschalteter Bebauungsplan würde dies fundamentieren. Dafür gebe es aber auch erschließungsrechtliche Aspekte. So könne weder für die Zufahrt noch für die wasser- und abwasserführenden Leitungen Baurecht zugesichert werden. Die Einlassungen der Bauherren dazu waren rein informativ. Die Verwaltung machte deutlich, dass die geplante Zufahrt von der Kreisstraße her nicht für ein Gewerbegebiet geeignet erscheine.
Die Ausführungen der zweiten Bürgermeisterin führten zu Zwischenrufen, Anträgen auf Rederecht und mehreren Unmutsäußerungen. Dies veranlasste Michaela Treml zum Antrag, bei der nächsten Äußerung die betreffenden Zuhörer aus dem Saal zu verweisen. Bürgermeister Schopper griff ein und warnte vor einem solch öffentlichen Akt. Nach einem „Jawohl, Herr Lehrer“ als Anspielung auf Bürgermeister Schopper, der von Beruf Lehrer ist, und einem deutlichen Blick von Schopper auf die Sitzungsleiterin, des Spektakel zu beenden, entschlossen sich die Zuhörer, einem Rauswurf vorzugreifen und das – nach ihren Worten – „Kasperltheater zu verlassen.
Mit zwei Gegenstimmen abgelehnt
Sitzungsleiterin Sauer sagte, dass eine Abfrage bei den Gemeinderäten ergeben habe, dass einer Zustimmung zu hohe Hürden entgegenstünden. Lediglich Josef Stangl und Thomas Stock schlugen in moderatem Ton vor, "das Gewerbe nicht abzublocken“. Dem Beschlussvorschlag von Sauer, dem Antrag das gemeindliche Einvernehmen nicht zu erteilen, folgte der Gemeinderat bis auf die Gegenstimmen von Stangl und Sauer.
Bürgermeister Schopper erklärte, dass die Erfahrungen mit den Antragstellern bereits im Vorfeld nicht positiv gewesen seien. Als Gemeindevertreter gehe es nicht nur darum, ein Unternehmen zu unterstützen, sondern man habe auch eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern, die in diesem Ort wohnen. "Wenn jemand meint, über diese Schiene wie hier sein Vorhaben durchzuboxen, sollte uns das schon zu Bedenken anregen", sagte Schopper.
"Wenn jemand meint, über diese Schiene wie hier sein Vorhaben durchzuboxen, sollte uns das schon zu Bedenken anregen."





















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