13.02.2020 - 09:04 Uhr
PüchersreuthOberpfalz

"Fader Beigeschmack" des Süd-Ost-Links

Die Gemeinde ist weiterhin nicht gewillt, den Süd-Ost-Link auf Gemeindegrund einfach so zu akzeptieren. In der Ratssitzung spricht Bürgermeister Rudolf Schopper davon, dass das ganze Vorhaben zunehmend einen „faden Beigeschmack“ bekomme.

von Gabi EichlProfil

Das in der letzten Sitzung ausgesprochene Verbot, auf gemeindeeigenem Grund erste Bohrungen auszuführen, sei ein schwaches Instrument des Widerstands, dessen sei man sich bewusst. Ein Instrument, das leicht auszuhebeln sei. Aber wenn man die Bohrungen ohne jedes Widerwort zulasse, dann sei das ganze Projekt nicht mehr aufzuhalten. Schopper vermisst eigenem Bekunden zufolge den Mut der Betreiber, einfach einmal innezuhalten und das Projekt zu überdenken. Man habe stattdessen den Eindruck, man laufe gegen eine Wand. Die Sicherstellung der Energieversorgung sei keine Frage, doch möglicherweise seien dezentrale Lösungen inzwischen die angebrachteren.

Hoffen auf viele Verbündete

Schopper erinnert an die Veranstaltung der Bürgerinitiative „NEW/ WEN für eine dezentrale Energiewende“ mit Prof. Dr. Lorenz Jarass in Neustadt (die Oberpfalzmedien berichteten); die Aussagen des Professors seien doch recht plausibel gewesen, sagt Schopper. Er hoffe, entlang der Achse des Süd-Ost-Links möglichst viele betroffene Gemeinden als Verbündete zu gewinnen.

Michaela Treml (SPD) bittet darum, den Landrat darauf hinzuweisen, er möge Kontakt mit den Nachbarlandkreisen und der Stadt Weiden aufnehmen. Als Landrat müsse er sich in dieser Sache für seine Bürger einsetzen. Josef Stangl (CWG) sagt, es gebe viele Landwirte, die sich einer Klage anschlössen, wenn das sinnvoll sei.

Hochmoderner Rinder-Laufstall

Den vorliegenden Bauanträgen hat der Gemeinderat sein Einvernehmen erteilt. In Rotzendorf will der Zweite Bürgermeister und Landwirt Josef Stangl eine Kompostliegehalle mit Laufhof für seine Milchkühe bauen, eine ganz neue Form eines Rinder-Laufstalls, wie Schopper erläutert. „Seien wir froh, dass wir Landwirte haben, die sich auf die neuen Forderungen einstellen“, sagt der Bürgermeister.

In Pfaffenreuth beabsichtigt ein Hofnachfolger, ein Einfamilienhaus zu bauen; gegen die Voranfrage gibt es keine Einwände.

Die Pachtverträge mit dem TSV Püchersreuth und dem SV Wurz werden für weitere 25 Jahre verlängert. Die Bedingungen bleiben dieselben, das heißt, ein Pachtzins wird weiterhin nicht erhoben. Schopper spricht von erfolgreichen und gesellschaftlich sehr aktiven Vereinen, die es unbedingt zu unterstützen gelte.

Verkehrsproblem am Petersbergerl

Schopper informiert über das Ergebnis der jüngsten Verkehrsschau. Demnach sollen nach einer Anregung aus der Bürgerversammlung die Ilsenbacher Straße Richtung Kirchenstraße, Lanzenäcker Richtung Flurstraße und die Hauptstraße Richtung Freiherr-von-Hundt-Straße künftig für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt werden, Lieferverkehr ausgenommen. Das entsprechende Verkehrszeichen am „Petersbergerl“ werde gleichzeitig entfernt.

Thema Kreuzung Tannenweg, Flosser Straße und Hauptstraße: Um dort eine eindeutige Verkehrssituation zu schaffen, hatte Lothar Löw (FWG) angeregt, eine Art grüne Insel anzulegen. Löw legte kurzerhand einen Plan vor, den laut Schopper der private Anlieger wie auch die Polizei als gelungen bezeichnet hätten. Das sei nun eine Möglichkeit, aus der bisher ungeklärten Verkehrssituation eine eindeutige Rechts-vor-links-Regelung zu machen. Ob das nun eher aufwendig oder einfacher gestaltet werde, sei noch zu entscheiden.

Püchersreuther surfen schnell

In der gesamten Gemeinde ist aktuell Schoppers Worten zufolge eine Netzabdeckung mit 30 MB erreicht, aber für Gewerbetreibende oder Privatleute mit höherem Bedarf gebe es eine 90-prozentige Förderung für einen Glasfaseranschluss, maximal 5000 Euro je Adresse, da die Gemeinde als Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelte.

Thomas Stock (CWG) erkundigt sich nach dem Stand der Sanierung des Schulhauses in Wurz und schlägt vor, den Architekten in eine der nächsten Sitzungen einzuladen. Schopper will das gleich in der März-Sitzung mit auf die Tagesordnung setzen.

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