07.05.2021 - 13:23 Uhr
PullenreuthOberpfalz

40 Jahre "Steinwaldzwerge" Pullenreuth: Vom Kindergarten zum Kinderhaus

Bereits seit 40 Jahren gibt es einen Kindergarten in der Gemeinde Pullenreuth. Normalerweise würde dies mit einem großen Fest gefeiert. Wegen Corona fiel das aber kleiner aus: Das Erzieher-Team hat sich etwas einfallen lassen.

Das alte Kindergartengebäude in Pullenreuth.
von Autor TWGProfil

1981 wurde der Kindergarten in Pullenreuth in der Mengersreuther Straße eröffnet. Der damalige Bürgermeister Karl Lochner hatte sich mit aller Kraft dafür eingesetzt, dass die Gemeinde mit ihren 20 Ortsteilen einen eigenen Kindergarten erhält. Die Zeit verstreicht schnell, mittlerweile sind 40 Jahre vergangen, und aus dem einstigen Kindergarten ist heute das "Kinderhaus Steinwaldzwerge" geworden.

Eigentlich sollte das 40. Jubiläum in diesem Jahr mit der ganzen Gemeinde bei einem Maifest in der grünen Mitte groß gefeiert werden. Auch ein Tag der offenen Tür wäre geplant gewesen, dieser hätte bei vielen "Ehemaligen" vielseitige Erinnerungen geweckt. Doch Corona verhinderte das Vorhaben. Nur die Erzieherinnen und die Kinderpflegerinnen konnten mit den Kindern der drei aktuellen Gruppen - coronakonform - eine kleine Feier im Garten des Kinderhauses abhalten.

Bunte Schilder

Die Bauhofarbeiter der Gemeinde hatten das Kindergartenpersonal bereits vorab tatkräftig unterstützt und einen Maibaum vorbereitet. Die Vorrichtung im Boden zur festen Verankerung und alles was so dazu gehört (Baum holen, schälen, streichen, Klemmvorrichtung für die Spitze) hatten die fleißigen Helfer erledigt. An den Baum hängten die Kindergarten- und Krippenkinder ihre liebevoll gestalteten Schilder, die sie in ihren jeweiligen Gartenabschnitten, passend zur Geschichte des Kinderhauses, gebastelt hatten.

Die Erzieherinnen der Mäuse-, Igel- und Käfergruppe hatten dazu mit den Kindern verschiedene Lieder und Spiele eingeübt. Die Buben und Mädchen erfuhren dabei auch, dass sich im Laufe der Jahre der Kinderalltag sehr verändert hat. So wurden beispielsweise in den Anfangsjahren des Kindergartens die Buben und Mädchen aus allen Gemeindeteilen mit einem Bus von zu Hause abgeholt und nach Kindergartenschluss wieder nach Hause gefahren.

"Herzlichkeit liegt uns am Herzen. Wir nehmen die Kinder an die Hand und freuen uns, sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen."

Kinderhaus-Leiterin Sabine Schinner

Der Kindergarten hat sich in den vergangenen 40 Jahren immer dem Wandel der Zeit angepasst: Zahlreiche räumliche, personelle und organisatorische Veränderungen hat es in den vergangenen vier Jahrzehnten gegeben. Die Kinderzahl hat sich von anfangs 20 auf mittlerweile 62 erhöht.

Gestartet wurde mit einer Vormittagsgruppe. Bald wurde zusätzlich eine Nachmittagsgruppe eröffnet. Die Nachfrage nach den Vormittagsplätzen stieg jedoch stetig an, so dass nach fast 30 Jahren der Kindergarten 2010 nicht nur generalsaniert wurde, sondern auch ein Um- und Anbau nötig waren. Im neuen Anbau befinden sich eine zweite Kindergartengruppe, eine erweiterte Garderobe, ein zweites Bad und ein neuer Büroraum. Im Untergeschoss entstand eine Krippengruppe mit Platz für zwölf Kinder unter drei Jahren. Außerdem wurde der Außenspielbereich erweitert und zum Teil neugestaltet. Der Wandel vom Kindergarten zum Kinderhaus war geglückt.

Symbole für Werte

Den bunten Maibaum des Kinderhauses "Steinwaldzwerge", der seit 1. Mai den Vorplatz der Einrichtung in Pullenreuth ziert, können Passanten bestaunen. Die Symbole an dem Baum, die die Kinder gestaltet haben, erinnern daran, wie wichtig diese Einrichtung für die Entwicklung der Kinder ist.

Die Spitze des Baumes ziert das Zunftzeichen des Kinderhauslogos, das die "Steinwaldzwerge" präsentiert. Was wäre das Kinderhaus, das am Fuße des Steinwaldes liegt, ohne sein Lied "Die kleinen 'Steinwaldzwerge', das sind wir", das schon vor Jahrzehnten gedichtet wurde und seitdem von Generation zu Generation weitergegeben wird? Passend zu den Strophen wurden die Zeichen "Sonne" und "Baum" befestigt. "Das sind wir!", ertönt es in dem kleinen Lied, deshalb wurden die Zeichen "Käfer", "Igel" und "Maus" am Baum angebracht.

Kommunikation untereinander und Bildungspartnerschaft mit den Familien sind Sabine Schinner, Leiterin des Kinderhauses, und ihren Kolleginnen sehr wichtig. Dafür steht die Tafel mit dem "Mund". So bleibt das Kinderhausleben lebendig und zukunftsorientiert.

Aus der ehemaligen Garage des Gemeindebusses, der früher die Kinder in den Kindergarten und wieder nach Hause gebracht hat, ist die Turnhalle entstanden. Das Zeichen "Ball" steht aber nicht nur für die Bewegung der Kinder und damit für den Leitgedanken "Alles in Bewegung", sondern auch für die Veränderungen und den Wandel der Pädagogik, die sich in den vergangenen 40 Jahren stetig weiterentwickelt hat.

"Wir freuen uns auf viele weitere aufregende und spannende Jahre mit unseren großen und kleinen 'Steinwaldzwergen'."

Kinderhaus-Leiterin Sabine Schinner

In der Herzlichkeit und der Liebe liegt der Kern des pädagogischen Handelns. Dies wird durch das Symbol "Herz" verdeutlicht und zeigt die Freude, mit der die Kinder jeden Morgen seit vier Jahrzehnten den Kindergarten betreten. "Herzlichkeit liegt uns am Herzen", sagt Sabine Schinner. "Wir nehmen die Kinder an die Hand und freuen uns, sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen." Die Musik, das Singen und das gemeinsame Musizieren werden im Kinderhaus in Pullenreuth groß geschrieben. Deshalb wurde die Tafel mit einem Notenschlüssel am Baum befestigt. Das kindliche Spiel ist das zentrale Element im Kinderhausalltag und wird als wichtigste Tätigkeit des Kindes durch das Zeichen des Würfels symbolisiert.

Im Spielen und Tun der Kinder zeigt sich deren kaum zu stillender Wissensdurst. Im Forschen und Entdecken sammelt jedes Kind seine persönlichen Schätze für das Leben. Deshalb ist die Lupe das passende Zunftzeichen am Baum. Forschen und Spielen sind in einem Kinderhaus aber nicht denkbar ohne eine ordentliche Brotzeit, das zeigen die Schilder mit Breze und Wurst.

Füreinander da sein

Am Ende ihres kleinen, aber feinen Festes sangen die "Steinwaldzwerge" das gemeinsame Lied, "Wir sind füreinander da, wenn die Sonne scheint, wenn der Regen fällt". Gerade in dieser jetzigen und außergewöhnlichen Zeit hat das "Füreinander da sein" eine große Bedeutung bekommen.

Als kleine Erinnerung an das 40-jährige Bestehen bekam jedes Kind einen besonderen Schatz: Ein vom Elternbeirat selbst gebackenes "Lebkuchenkinderhaus". Die Erzieherinnen hatten es liebevoll verziert. Leiterin Sabine Schinner dankte dem Elternbeirat und auch Bürgermeister Hubert Kraus für die tatkräftige Unterstützung. "Wir freuen uns auf viele weitere aufregende und spannende Jahre mit unseren großen und kleinen 'Steinwaldzwergen'", so Sabine Schinner mit ihrem Team.

Während der Notbetreuung haben die Kindergartenkinder für ihre Freunde etwas vorbereitet

Pullenreuth

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.