"Waldbaden“ stammt ursprünglich aus Japan und heißt dort „Shinrin Yoku“, eine japanische Therapie für innere Ruhe, erholsamen Schlaf und ein starkes Immunsystem. Bei dem Aufenthalt im Wald rund um die Glasschleife im Naturpark Steinwald galt es, alle Sinne anzusprechen. Die Premiere des außergewöhnlichen Aufenthaltes im Wald begann in aller Ruhe mit dem „Ritual des Alltages“, verbunden mit dem Eintauchen in die Atmosphäre des Steinwaldes, mit dem Ziel, zeitweise schweigsam mit den eigenen Gedanken befasst, eine erholsame Zeit zu verbringen. Dabei galt es, Negatives abzulegen und die Sinne für den bevorstehenden Waldaufenthalt zu öffnen.
So wurde eine Reihe von Proben im Wald entnommen, um den Riechsinn anzusprechen. Für so manchen Teilnehmer eine Herausforderung für dessen Geruchssinn. Es folgte die erste Atemübung: Die Lungen voll Waldluft mit Terpenen gefüllt, gab es bereits nach den ersten Metern die Gelegenheit, ein aus der Kindheit bekanntes Suchspiel wiederzuentdecken. Mit „Suche das vierblätterige Kleeblatt“ wurden Erinnerungen aus vergangenen Tagen geweckt. Danach hieß es: „Höre das Wespennest.“
Im Kreis versammelt um eine kleine Buche folgten Atemübungen aus dem Qigong, einem teilweise über 1000 Jahre alten chinesischen Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationssystem. Nach achtsamen und langsamen Schritten schloss sich eine „Balancierübung“ an, die im weiteren Ablauf intensiviert werden konnte. Mit einer Einführung in die Sitzmeditation durch den BLSV-Übungsleiter im nahe Buchenhain konnten einige Teilnehmer vom Alltag loslassen.
Auf verschlungenen Pfaden ging es tiefer in den Wald. Dabei hatte der eine oder andere nur noch den Blick für Bäume, Moose, Steine oder Pilze. Nach etwa zweieinhalb Stunden war zu erkennen, dass man die Hektik des Alltags hinter sich gelassen hatte. Doch das Experiment war noch nicht beendet. Um die Meditation zu vertiefen, begab sich die Gruppe auf die Suche nach einem Bach und verharrte auf moosbewachsenen Steinen. Der Bachlauf war schließlich auch der Begleiter, ehe nach einigen Minuten der Waldsee erreicht war.
Dem japanischen Ursprung des Shinrin Yoku folgend gab es zum krönenden Abschluss noch Kräutertee. Damit wurde nach rund vier Stunden, geprägt von Achtsamkeit, der außergewöhnliche Aufenthalt im Wald beendet. Alle sieben Männer und Frauen waren fasziniert vom erstmaligen „Waldbaden“ und wünschten sich eine Fortsetzung. So planen die beiden Initiatoren bereits am Samstag, 6. Oktober, am Ochsenkopf im Fichtelgebirge mit Treffpunkt in Fleckl eine Folgeveranstaltung.















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