04.12.2019 - 14:03 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Elektrifizierung: "Problematische Stellen" bereiten der DB Netz AG gewisse Sorgen

Pullenreuther Gemeinderat debattiert über geplanten Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg-Marktredwitz. Gremium nimmt schwierige Planung zur Kenntnis.

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg-Marktredwitz war das Schwerpunktthema der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Pullenreuth. Weiterhin auf der Tagesordnung stand der Nachtragshaushalts sowie die Ernennung eines Wahlleiters mit Stellvertreter für die Kommunalwahl 2020.

Marion Fink und Michael Engelmann von der DB Netz-AG Nürnberg stellten den geplanten Ausbau in Nordbayern und die Planungen für die Strecke Nürnberg - Marktredwitz vor, einschließlich aktuellem Planungsstand. Ziel der Elektrifizierung ist es, das Schienennetz fit für die Zukunft zu machen. So soll besonders der Nahverkehr durch klimafreundlichen Elektroantrieb schneller und nachhaltiger werden, was Wirtschaft und Tourismus fördern soll. DB Energien will bis 2037 zu 100 Prozent Ökostrom für die Leitungen einsetzen.

Auf Pullenreuther Gebiet verlaufen rund drei Kilometer des Teilabschnitts Immenreuth - Marktredwitz. Hier wurden drei sogenannte problematische Stellen identifiziert, zwei Brückenbauwerke, die über die Strecke führen und für eine Oberleitung zu niedrig sind sowie ein Tunnelbauwerk, dessen Höhe ebenfalls nicht für die Elektrifizierung ausreicht. Hierbei handelt es sich um die Brücke des Wirtschaftsweges "Kohlweg" zum Ortsteil Höll, die Brücke Wanderweg Ortsteil Dreihäuser zum Ortsteil Langentheilen sowie den 750 Meter langen Tunnel beim Ortsteil Langentheilen.

Mehrere Varianten

Im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Vorplanung wird hier nach praktikablen Lösungen gesucht. Dabei zeichnen sich für die Brücken zwei Varianten ab: Das Gleis kann abgesenkt werden und das Brückenbauwerk bleibt erhalten oder die Brücke wird neu gebaut mit passenden Abmessungen.

Beim Tunnel gibt es drei Varianten, der Tunnel wird entweder "aufgeweitet", oder es gibt einen eingleisigen parallelen Tunnelneubau, der Bestandstunnel wird dann zum elektrifizierten Tunnel umgebaut. Als dritte Variante ist ein zweigleisiger paralleler Tunnelneubau denkbar. Das Altbauwerk würde dann verfüllt. Sämtliche Varianten beinhalten unterschiedliche technische Herausforderungen. Bei allen Maßnahmen fallen unterschiedlich hohe Kosten für die Gemeinde an, die durch das Eisenbahn-Kreuzungsgesetz geregelt werden, jedoch unter Umständen auch förderungswürdig sind.

Gemeinderäte fragten nach negativen Auswirkungen für Langentheilen. Bürgermeister Hubert Kraus antwortete, dass derzeit keine Indikationen erkennbar seien, dass Langentheilen durch Erschütterungen beeinträchtigt werde. Zum Thema Lärmschutz: Diverse Maßnahmen wie neue Bremstechnologie und leisere Güterzüge sollen den wahrgenommenen Schall der Züge verringern. Bereits zum Fahrplanwechsel 2020/2021 sollen laute Güterzüge verboten werden. Derzeit wird zu den Ausbauprojekten ein Schallgutachten erstellt. Hier teilte Bürgermeister Kraus mit, dass er bezüglich des Lärmschutzes Kontakt mit den regionalen Abgeordneten Tobias Reiß und Albert Rupprecht aufgenommen und um Hilfe gebeten habe. Das Bundesverkehrsministerium sei ebenfalls involviert.

Bürger reden mit

Auch auf die Bürgerbeteiligung beim Projekt gingen die Referenten ein. Die Bürger können hier mitreden, online unter www.bahnausbau-nordostbayern.de. Kontakt zum Projektteam kann per E-Mail über das dort hinterlegte Kontaktformular hergestellt werden.

Vor Ort ist als Anlaufstelle für Bürger ein Infopunkt im Bahnhof Marktredwitz eingerichtet, der donnerstags von 14.30 bis 18.30 Uhr geöffnet ist. Weitere Infoveranstaltungen (Infomärkte) folgen für Betroffene entlang der Strecke voraussichtlich im zweiten Quartal 2020.

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