31.03.2019 - 11:45 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Gemeinde im Untergrund aktiv

Die Gemeinde lässt weiter das Kanal- und Wasserleitungsnetz untersuchen. Die geplante Kamerabefahrung einer Strecke bei Weihermühle sorgt unerwartet für Ärger.

von Autor TWGProfil

Tiefbauexperte Harald Götz informierte der Gemeinderat in einer Sitzung über die erforderlichen Arbeiten und die geschätzten Kosten von anstehenden Maßnahmen am Straßen-, Kanal- und Wasserleitungsnetz. Die Kanal- bzw. Wassernetzvermessung ist laut Götz in Pullenreuth und Lochau abgeschlossen, in Trevesen und Trevesenhammer konnten einige Schächte nicht gefunden werden. Gemeinderat Hans Wopperer verstand dies nicht, da der Schmutzwasserkanal in Trevesen erst Ende der 90er Jahre gebaut worden ist. Die meisten Schächte seien sogar sichtbar, meinte er.

In Pullenreuth ist laut Götz mit der Kamera noch eine restliche Strecke von 2631 Metern zu befahren, einschließlich der Strecke von der ehemaligen Kläranlage bis nach Weihermühle. Auch 23 Hausanschlüsse müssten noch dokumentiert werden. Außerdem müssten ungefähr 340 Schächte in Pullenreuth und Lochau mit der Kamera gescannt werden. Die Kosten für diese Aktionen belaufen sich auf circa 49.000 Euro. Der Zustand sei auch wegen künftiger Baugebiete wichtig. Die anschließende Sanierungsplanung des gesamten Kanalsystems gehöre ebenfalls zu den anstehenden Arbeiten. Hier muss laut Götz auf die hydraulische Beurteilung geachtet werden.

Auch Trenn- und Mischsysteme waren ein Thema. Bürgermeister Hubert Kraus informierte, dass sich die Vorschriften in punkto Regenwassermengen geändert hätten. Hans Wopperer erklärte, dass bei Neubauten das Wasser auf dem eigenen Grundstück gehalten werden müsse. Es gebe dafür mittlerweile durchdachte Regenwasserleitungssysteme. Stephan Plannerer wollte wissen, warum die Strecke von der ehemaligen Kläranlage bis nach Weihermühle noch einmal mit der Kamera befahren werden muss, da sie bereits vor circa fünf Jahren befahren worden sei. Damals seien kleinere Fehler beseitigt und die Schächte verpresst worden. Die Gemeinde Neusorg habe dies damals wegen Fremdwasserzuläufen gefordert, erinnerte er sich. Die Gemeinderäte waren sichtlich verärgert, als Götz und Kraus berichteten, hierzu keinerlei Unterlagen vorgefunden zu haben. Wopperer riet, im Bauamt noch einmal nachzufragen, da man ja damals auch die Kosten getragen habe.

Abschließend erklärte Bauingenieur Götz, dass der letzte Punkt bei der Sanierung die Abstimmung und Erstellung der Unterlagen für das sogenannte "Benchmarking" seien. Götz: "Dies ist neu und bedeutet, die Herstellungsprozesse zu vergleichen, um Leistungsdefizite aufzudecken." Die Gemeinderäte stimmten einhellig für weitere Schritte bei der Straßen-, Kanal- und Wasserleitungssanierung. Der Ingenieur-Vertrag mit dem Tiefbautechnikbüro Götz ist entsprechend zu erweitern. Die Kosten sollen im Nachtragshaushalt eingeplant werden. Kinderhaus: Auch über eine Gebührenerhöhung für das Kinderhaus "Steinwaldzwerge" mussten die Gemeinderäte beraten. Ab dem 1. April gibt es einen Zuschuss zum Elternbeitrag für Kinder in nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und betreuungsgesetz geförderten Kindertageseinrichtungen. Die Förderung sieht vor, dass jeder Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren künftig für die gesamte Kindergartenzeit monatlich mit 100 Euro bezuschusst wird. Die Träger werden zudem verpflichtet, die Elternbeiträge ab 1. April um diese 100 Euro zu reduzieren.

Da die Gemeinde Pullenreuth derzeit keinerlei Gebühren über 100 Euro erhebt, würden die Eltern ab diesem Zeitpunkt keine Abgaben mehr bezahlen. Im Rahmen dieser Neuerung wurde diskutiert, ob man die Kindergartenbeiträge nun erhöhen sollte. Dietmar Gärtner brachte vor, dass die Beiträge in der Nachbargemeinde Neusorg bereits deutlich höher als in Pullenreuth sind. Die Gemeinderäte meinten, dass "die ausgezeichnete Arbeit der Erzieherinnen" eine Erhöhung der Beiträge rechtfertigen würde. Auch die jährliche Kostenunterdeckung für den Kindergarten, die den Räten vorlag, spreche für eine Erhöhung. Markus Hecht schlug vor, eine Anhebung erst im September in Betracht zu ziehen, wenn das neue Kindergartenjahr beginnt.

Das Gremium beschloss einstimmig, die Elternbeiträge vorerst nicht zu erhöhen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll noch einmal abgestimmt werden, wenn neue Erkenntnisse zum Förderprogramm und anderen Einrichtungen vorliegen. Das bedeutet: Die Gemeinde wird ab dem 1. April keine Gebühren für den Kindergarten von den Eltern mehr einziehen und muss somit bis zum Zeitpunkt des Zahlungseinganges des ersten Zuschusses in Vorkasse gehen. Bauantrag: Die Mitglieder des Bauausschusses der Gemeinde Pullenreuth erhielten von Bürgermeister Hubert Kraus die Pläne für den Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses mit Doppelgarage in der Gemarkung Haid. Die zuständigen Gemeinderäte stimmten einhellig für den Bauantrag und hatten keinerlei Einwände. Bauhof: Bürgermeister Kraus informierte, dass der Bauhof zurzeit Bäume ausschneiden müsse, insbesondere entlang des Radweges. Dietmar Gärtner wollte wissen, wie weit die Straßenbaumaßnahme Friedhofsweg und Arnoldsreuth sei. Kraus teilte mit, dass es zur Zeit noch keinen Asphalt gebe und eine Terminansage unmöglich sei.

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