24.08.2020 - 14:23 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Mit Herz und Verstand: Pfarrer Paul Ezenwa begeistert die Gläubigen.

Mit einem dreisprachigen Gottesdienst unter freiem Himmel feiert die Pfarreiengemeinschaft Neusorg/Pullenreuth das 20. Priesterjubiläum von Dr. Chinedu Paul Ezenwa. Mit der Messe erfüllen sich die Vereine einen Wunsch.

Auf einen Festzug wurde verzichtet. Begleitet vom Tragkreuz zogen der Jubilar und Pfarrer Waleszczuk zur „Grünen Mitte“, aus der ein Gottesdienst-Platz geworden war.
von Werner RoblProfil

Die „Grüne Mitte“ Pullenreuths war zu einem Andachts- und Fest-Ort geworden. Mit einem überaus herzlichen „Ich wünsche Euch einen wunderschönen Abend, wie geht es Euch?“, hieß Dr. Chinedu Paul Ezenwa die Gläubigen, darunter auch viele Neusorger und aus anderen Steinwald-Orten, auf der Dorfwiese willkommen. Begleitet wurde Pfarrer Paul von einem Kreuz tragenden Ministranten und Pfarrer Josef Waleszczuk. Platz genommen hatten auch die Steinwaldmusikanten unter der Leitung von Johannes Hecht, um die Feierstunde mit der Schubert-Messe und anderen Liedern zu umrahmen. Ungewöhnlich für einen Gottesdienst war die 3-Sprachigkeit, die viele überraschte. In den Mittelpunkt der Gabenbereitung und der Wandlung rückte auch eine der vielen Nigerianischen Landessprachen: Igbo. Das Vater Unser wurde lateinisch, der überwiegende Teil der Messe aber in Deutsch gesprochen.

Das Fest der Pfarreiengemeinschaft war auch ein symbolischer Ehrentag der Vereine. Viele von ihnen – nur zwei Beispiele - die Blaskapelle oder die Gesellschaft "Steinwaldia" - mussten wegen der Corona-Pandemie ihre Jubiläums-Pläne verwerfen. Auch daran erinnerte Pfarrer Josef Waleszczuk. Er bedauerte dies. In seiner Begrüßungsansprache gestand der Geistliche der noch jungen Pfarreiengemeinschaft Pullenreuth/ Neusorg: „Wir sind dankbar dafür, dass Du, Pfarrer Paul, vor gut einem Jahr zu uns gekommen bist.“ Waleszczuk ergänzte: „Bitten wir um Gottes Segen für Dich.“ Man freue sich über die freundlichen Worte des Pfarrers aus Nigeria, fuhr der Geistliche fort und gratulierte ihm zum Priesterjubiläum. Ezenwa erwiderte: „Es ist bereits 20 Jahre her, dass Gott mich zum Priester berufen hat, ohne an meine Unwürdigkeit zu denken.“ Gott habe ihn immer unterstützt. „Ich freue mich, dass ihr den Gottesdienst, organisiert von den Vereinen, mit mir feiern möchtet.“

Der Lesung aus dem Buch Jesaia, folgte der Römerbrief des Apostels Paulus. Das Matthäus-Evangelium und die anschließende Predigt verkündigte Pfarrer Waleszczuk. Priester zu werden, sei heute nicht mehr selbstverständlich, wandte er sich an den Jubilar. „Die Auswahl war Gottes eigene Entscheidung. Sie traf dich. Gott ist immer mit uns.“ Jeder dürfe sich berufen fühlen. An anderer Stelle erinnerte Waleszczuk aber auch an die ausgefallenen Vereinsjubiläen. Sie in dieser Form gemeinsam nachzuholen, war ein besonderer Wunsch, für den man zusammenlangte, um sich den Wunsch nach Gemeinsamkeit - an der „Grünen Mitte“ und vor Gottes Angesicht – zu erfüllen. Der Geistliche aus Pullenreuth erinnerte auch an Pfarrer Pauls Primizspruch, den Waleszczuk ins Deutsche übersetzte: „Nimm täglich das Leben wahr.“ Es sei viel zu kurz. „Wir alle gehen durch Jesu Christi Schule, um das Wichtigste zu lernen.“ Zudem mahnte der Pullenreuther Pfarrer, dankbar, auch für die Natur, zu sein. Verbunden mit einem Geschenk und Blumen folgte das Zitat: „Ad multos annos“ („Auf viele Jahre“). Im Namen der Pfarreiengemeinschaft Pullenreuth/ Neusorg gratulierte Waleszczuk „seinem“ Neusorger Pfarrvikar noch einmal zum 20. Priesterjubiläum. Bürgermeister Hubert Kraus und dessen Stellvertreterin, Christa Bayer, formulierten die Glückwünsche der Gemeinden Pullenreuth, stellvertretend auch für Neusorg. Pfarrer Paul zeigte sich am Ende der Messfeier dankbar für die Organisation und die Teilnahme seiner – wie er wörtlich gestand – „lieben Freunde“, die gekommen waren. „Ich bin überwältigt von der Liebe zu mir.“ Ans Herz legte er allen ein Wasserprojekt in seiner Heimat. Dafür könne man spenden, schloss der in Neusorg lebende Pfarrvikar.

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Hintergrund:

Priesterweihe in der Heimat Nigeria

Zur Welt kam Pfarrer Ezenwa in Nigeria. Der 50-jährige wuchs in Akokwaa auf. Die Schule besuchte er in Enugu. Nach seinem Abitur studierte er in Würzburg Theologie. Ezenwa kehrte nach Nigeria zurück. Am 19. August 2000 wurde der Geistliche im Bistum Orlu zum Priester geweiht.

Seine seelsorgerische Arbeit als Kaplan führte ihn anschließend ins Erzbistum Lagos (Nigeria), wo er vier Jahre lang tätig war. Wieder zurückgekehrt nach Würzburg promovierte Pfarrer Chinedu Paul Ezenwa. Für die Doktorarbeit wählte er den Fachbereich "Christliche Sozialwissenschaften". Danach wirkte er vier Jahre als Vikar in der Pfarrei Sankt Laurentius in Eschenbach.

Seit September vorigen Jahres lebt der afrikanische Priester in Neusorg, wo er zusammen mit Pfarrer Josef Waleszczuk die Pfarreiengemeinschaft Pullenreuth/ Neusorg betreut. Die offizielle Einführung für beide Pfarreien fand am 13. Oktober 2019 in der Neusorger Pfarrkirche statt.

Den Gottesdienst unter freiem Himmel feierten Josef Waleszczuk und Paul Ezenwa gemeinsam.
Musikalisch umrahmt wurde der Jubiläums- und Vereinsgottesdienst von den „Steinwaldmusikanten“ aus Pullenreuth.
Im Namen der Gemeinde Pullenreuth beglückwünschten Zweite Bürgermeisterin Christa Bayer und Erster Bürgermeister Hubert Kraus (von links).

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