11.09.2018 - 10:25 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Das Rad der Zeit zurückgedreht

Am „Tag des offenen Denkmals“, der regelmäßig im Terminkalender steht, spielten die „KEMs“. An den Biertischen, drinnen wie draußen, war kaum ein freier Platz zu finden. Vorgestellt wurde auch die „Glasschleif“ bei Arnoldsreuth.

Harald Primitz und Dietmar Gärtner machen sich ans Werk. Am „Tag des offenen Denkmals“ wurden viele Spiegel bearbeitet.
von Werner RoblProfil

Das ehemalige Glasschleif- und Polierwerk, das seine Arbeit um 1900 aufgegeben hatte, war erneuter Anlaufpunkt vieler Sonntagsausflügler. Das Angebot der Gesellschaft Steinwaldia, einmal beim Glasschleifen und Polieren hautnah dabei sein zu können, war freilich verlockend. Einer weiterer Grund zu kommen war zweifellos auch die Brotzeit danach, auch wenn man darauf – es war halt viel los - ein wenig länger warten musste als sonst. Mit einer der Gründe - von Harlachberg aus ein Stück weiter zu fahren - waren sicherlich auch die Sommersonnenstrahlen und die Livemusik, die man unter den Sonnenschirmen genießen und erleben durfte.

Gastfreundschaft wird an der „Glasschleif“ großgeschrieben. Es gab also viele gute Gründe zur Waldlichtung an den Steinwald zu kommen. Das Projekt mit überregionaler Bedeutung und Beiträgen zur Heimatgeschichte, Kultur und Naturschutz hatte – wie an den sommerlichen Sonntagen sonst auch - seine Tore weit geöffnet. Vorsitzender Norbert Reger, der die Gäste begrüßte, wollte die Besucher zwar nicht zählen. Am zufriedenen Gesicht aber konnte man dem Arnoldsreuther „Steinwaldia Chef“ deutlich ansehen, dass viele schon da waren und ebensoviele noch erwartet werden. Man sei ein reger Verein, war das Wortspiel auf den rührigen Vorsitzenden gemünzt, ein deutlicher Beweis dafür, dass sich der Verein stets offen zeigt.

Wer Lust und Zeit hatte konnte sich auch der Führung anschließen, bei der die alte Glasschleif-Ruine, das obere Wasserrad und den Wetzsteinbruch erkundetet werden konnte. Der Schützweiher – weiter oben gelegen – war den mühelosen Anstieg wert. Hauptanziehungspunkt aber war die von Harald Primitz und Dietmar Gärtner gezeigte Arbeit, mit denen sich die Glasschleifer früher Geld verdienten. Unterstützt von Helfern wurde die spätere Spiegelglasfläche von Hand bearbeitet und – mit Blick auf ganz Früher- in der Ausstellungshalle auch die Vorgehensweise und Vertriebswege erklärt. Zu jeder vollen Stunde wurde an der Glasschleif nicht nur das Rad der Zeit zurück gedreht. Mit ein wenig Fantasie war eigentlich dort – wo sich zwei Mühlräder drehen - alles wieder (fast) wie früher. Am „Tag des offenen Denkmals“ aber erfuhr man auch, dass sich in der Gegend vieler solcher Kleinunternehmen befanden und mit der Einführung industrieller Fertigungsmittel vom Markt langsam wieder verabschiedeten.

Den Stein benötigte man, um das Werkzeug schwerer zu machen, beschrieb Harald Primitz die Instrumente, die für die Spiegelglasbearbeitung benötigt wurden.

Auf der Wiese musizierten die „KEMs“ und sorgten damit für entsprechende Glasschleif-Stimmung.

Gerne genoss man auch den Biergarten und dessen Brotzzeitschmankerl. Die „KEMs“ spielten am Nachmittag auf und unterhielten die Gäste an der „Glasschleif“.

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