30.12.2018 - 15:40 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Rauhnacht an der Glasschleif zieht Besucher magisch an

Zwischen den Jahren treiben in den Rauhnächten unheimliche Gestalten und Geisterwesen ihr Unwesen. Im Landkreis Tirschenreuth gibt es seit einigen Jahren eine Adresse, an der sie sich treffen.

von Werner RoblProfil

In der Rauhnacht bei Arnoldsreuth blieben die seltsamen Gestalten auch diesmal nicht unter sich. Zahlreiche Besucher strömten zur Glasschleif der Steinwaldia, um sich verzaubern zu lassen. "Mit so viel Resonanz hatten wir nicht gerechnet", freute sich Steinwaldia-Vorsitzender Norbert Reger am Samstag über den großen Andrang.

Viele Helfer im Einsatz

Viele fleißige Hände hatten geholfen, das vom Neuschnee "gezuckerte" Areal rund um die historische Glasschleif in ein geheimnisvolles Lichter- und Budendorf zu verwandeln. Von weitem schon sah man es glitzern und blinken, Feuerstellen schafften eine heimelige, aber irgendwie auch geheimnisvolle Atmosphäre. Umsichtig kümmerte sich die Feuerwehr aus Pilgramsreuth-Langentheilen für ein geregeltes Parken.

Wer gut zu Fuß war, stellte sein Auto ganz weit draußen vor dem Lichterwald ab. "Irrlichter" wiesen links und rechts der Straße, so es zur Rauhnacht geht. Eine gute halbe Stunde vor Beginn machte sich ein Fackelzug von Pullenreuth hinauf in den sagenumwobenen Tann. Die nicht enden wollende Prozession wurde zu einem weiteren Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltung.

Gästeführerin Claudia Schneider verkündete schließlich: "Der Sagenweg ist eröffnet." Sie empfahl, den Feuerstellen zu folgen und sich an den Bühnen einfach im Halbkreis aufzustellen. Einige Stunden lang entführten die Protagonisten in die geheimnisvolle Welt der Oberpfälzer Sagen, die Franz Xaver Schönwerth so akribisch gesammelt und aufgeschrieben hat.

An einer Holz-Kegelbahn versuchten zwei übermütige Landburschen und ein Bauer ihr Glück mit der rollenden Kugel. Man musste gut aufpassen, dass man nicht über die gefrorenen Maulwurfshügel oder in einen Graben stolperte. Bei einer Gaststube lag der Teufel auf der Lauer. Er hielt nach armen Seelen Ausschau. Als Gegenleistung versprach er ein nicht mehr enden wollendes Glück beim Kartenspiel.

An der "Kirchenpforte" am Museum riet ein Pfarrer, sich in der Zeit zwischen den Jahren vom Glücksspiel fernzuhalten. Geschichten aus dem Steinwald erzählten auch andere seltsame Wesen, die man aus alten Erzählungen kennt. Immer wieder traf man auf Geister und Personen, denen man alleine lieber nicht begegnet. Aber richtig Angst hatte niemand, zumal es immer wieder ein großes Hallo gab, weil die Besucher in der Dunkelheit Freunde und Nachbarn ausmachten.

Wirtsstube geöffnet

Im Anbau wurde aus Büchern vorgelesen. Wer sich vom Rundgang durch die Sagen- und Geschichtenwelt etwas ausruhen oder aufwärmen wollte, gönnte sich auch eine Pause in der Wirtsstube der Glasschleif, falls er dort einen freien Plätzchen ergattern konnte. Denn dort und an den Feuerstellen war der Andrang groß. Geduld brauchte man auch an den Verkaufsständen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.