27.10.2019 - 09:07 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Der Staub der Jahrzehnte weicht

Viele Pullenreuther können sich noch gut an das Heilige Grab erinnern. Zuletzt aber verstaubte das Kunstwerk und drohte für immer aus dem Blickfeld zu verschwinden. Aktuell liegt es in Parsberg, um dort restauriert zu werden.

von Werner RoblProfil

Norbert Reger, Vorsitzender der Gesellschaft Steinwaldia, zieht in einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien Zwischenbilanz zu den Restaurierungsarbeiten. "Das Heilige Grab befindet sich derzeit in Parsberg", erklärt er. Inzwischen erfolgte auch ein Besuch in den Werkstätten, um sich bei Bruno Fromm und Hendrikje Neufert, die die Restaurierung betreuen, vor Ort kundig zu machen.

Seit einigen Wochen laufen dort die Reinigungsarbeiten. In die Wiederherstellung sei auch das Landesamt für Denkmalpflege eingebunden, berichtet Norbert Reger. "Gemeinsam mit der Behörde wurden auch die Details festgelegt." Den Besuch in Parsberg begleiteten Zweite Bürgermeisterin Gabriele Hawranek, Pfarrer Josef Waleszczuk, Mitglieder der Steinwaldia und Interessierte nicht nur aus Pullenreuth und Neusorg. Die Tatsache, dass die Kulissen nicht übermalt, sondern fachmännisch überarbeitet werden, ist allen ein wichtiges Anliegen. Beim Rundgang durch die Parsberger Werkstätten kam das erneut zur Sprache. Norbert Reger spricht von einem "Auffrischen". Nicht unerwähnt lässt der Arnoldsreuther das Problem, dass manches repariert und ein fehlendes Teil ergänzt werden müsse. "Wir vermissen aber nur wenige Seitenteile, deren Verbleib bis heute ungelöst ist", schiebt Reger nach.

Sehr empfindlich

Hinzu komme ein weiteres Problem. Die Leinwände und Farben sind wasserempfindlich. "Dies wurde uns in Parsberg klar gesagt", so Reger. "Einfach nur abwaschen ist daher unmöglich. Der Staub der Jahrzehnte nagte am Kunstwerk", bedauert Norbert Reger und erinnert daran, dass das Heilige Grab letztmals 1962 in der Pullenreuther Pfarrkirche zu sehen und zuletzt bei einem Bauern und an anderen Stellen, unter anderem auch bei Norbert Reger, eingelagert war. "Die Teile wurden zwar trocken, leider aber nicht fachgerecht aufbewahrt." Machbar, um das Grab wieder zeigen zu können, sei alles, fügt der Steinwaldia-Vorsitzende optimistisch hinzu. "In Parsberg zeigte man sich sehr zuversichtlich", verweist er auf die Erkenntnisse beim Besuch vor einigen Tagen.

Vielleicht Ostern 2020

Wann das Heilige Grab, unterstützt von einem Fachmann und der Gesellschaft Steinwaldia, wieder gezeigt werden kann, lässt Norbert Reger noch offen. "Schön wäre es, wenn wir bereits an Ostern 2020 so weit wären." Versprechen aber wollte er den "Premierentermin" nicht. Später wird das Heilige Grab ganzjährig zu sehen sein. Mit dem Pullenreuther Weiß-Saal hat man bereits einen Dauer-Ausstellungsplatz im Blick. "Wir entsprechen damit auch den Richtlinien der Förderung", erläutert Reger.

Das chorraumfüllende Kunstwerk bilde eine in Jahrhunderten gewachsene Einheit, fasst er an anderer Stelle zusammen. "Das Grab entstand nach und nach. Es ist gewachsene Volkskunst." Erkennen könne man das an den verschiedenen Stilelementen des Kulturerbes "Theatrum Sacrum".

Norbert Reger, seit 1977 Vorsitzender der Gesellschaft Steinwaldia, hat sich, unterstützt von seinen Leuten, der Kultur angenommen. Dazu gehört zweifelsfrei auch das seit Ende des 16. Jahrhunderts bekannte Heilige Grab. "Die gemeinsame Fahrt nach Parsberg hat sich gelohnt", zieht Reger eine positive Zwischenbilanz. "Wenn es alles fertig ist, bin ich sehr erleichtert."

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