17.01.2020 - 11:48 Uhr
PullenreuthOberpfalz

Stromausfall in Pullenreuth

Stromausfall in Pullenreuth in den frühen Morgenstunden: Die Bürger nehmen es gelassen.

Siegfried Kellner genoss die Morgenlektüre im Kerzenlicht.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Am Freitag blieb es in den frühen Morgenstunden in Pullenreuth dunkel: In der Gemeinde war für knapp zwei Stunden der Strom weg. Rathauschef Hubert Kraus wurde von Bürgern darauf aufmerksam gemacht. Der Stromausfall dauerte von 6.19 bis 8 Uhr, das ist für die Landwirte „die Zeit des Melkens, die Milch muss gekühlt werden“, erzählt Kraus. Die Bauern hätten Notstromaggregate, bei der Kühlung habe es demnach keine Probleme gegeben. „Ein Kabel war defekt“, erklärt Bayernwerk-Pressesprecher Maximilian Zängl. Laut ihm waren einige hundert Haushalte von dem Stromausfall betroffen.

Unter anderem auch der Kindergarten sowie Bäcker und Metzger. Doch die machten aus der sprichwörtlichen Not eine Tugend: „Wir haben die Kinder mit Kerzenlicht empfangen“, erzählt Sabine Schinner. Um 7 Uhr kommen die ersten Buben und Mädchen in die Einrichtung, da ist es zu dieser Jahreszeit noch dunkel. Die Leiterin des Kindergartens Steinwaldzwerge sagt, es sei „fast wie Weihnachten gewesen“, eine gemütliche Stimmung war sozusagen der angenehme Nebeneffekt des Stromausfalls. „Den Kleinen hat es gefallen“, sagt Sabine Schinner weiter. Und: „Nichts ist unmöglich, jeder Tag ist ein Abenteuer.“

Auch in der Metzgerei Weiß haben die Angestellten und Kunden die zwangsweise Dunkelheit mit Humor genommen. Um 7 Uhr öffnet das Geschäft, „wir haben uns mit Kerzenlicht geholfen“, sagt Gudrun Weiß und lacht. Mit der Kühlung habe es keine Probleme gegeben – allerdings sei der Stromausfall schon mit Schwierigkeiten verbunden gewesen: Schließlich laufen Grill und Ofen ohne Elektrizität nicht. „Die Leute haben halt dann die Brotzeiten kalt gegessen“, erzählt die Chefin der Metzgerei.

In der Bäckerei Philipp war die Stimmung „romantisch“: Mit Kerzenlicht und Taschenlampe haben sich die Angestellten gegen die Dunkelheit gewappnet. „Wir haben Kerzen auf die Treppen gestellt“, sagt Waltraud Philipp. „Eine Kundin hat sogar gesagt: ‚Jetzt haben wir Candle Light im Geschäft.‘“ Die Semmeln waren zur Zeit des Stromausfalls schon im Ofen, „es war alles schon fast fertig“. Auch im Laden der Bäckerei beginnt der Tag um 7 Uhr. „Wir haben nichts Sahniges und keinen Kaffee machen können“, erzählt Waltraud Philipp weiter. Auch die Kasse funktionierte nicht. „Da musste ich halt alles mit der Hand zusammenrechnen – aber dann trainiert man das Gehirn mal wieder.“ Fazit des Stromausfalls: „Man nimmt‘s gelassen. Ich habe immer Taschenlampen und Kerzen parat“, sagt sie und lacht. Und Bürgermeister Kraus weiß: „Alle haben den Stromausfall ganz locker genommen.“

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