War es in den vergangenen Jahren beim "Ausackern" des Faschings in Pullenried recht zugig" und kalt, so meinte es Petrus heuer mit dem närrischen Völkchen besonders gut. Die Sonne lachte vom Himmel, als das Tatü-Tata des neuen Feuerwehrautos an der Spitze des Zuges als Startzeichen für den "Faschingszug" ertönte und Pflug, Sämaschine und Egge zur Freude der zahlreichen Zuschauer in die Hauptstraße einbogen.
Das Prunktstück ist wie in jedem Jahr der "Drehpflug", dessen Besatzung über viele Jahre hinweg eine Domäne der Mannsbilder war. Hatten sich im vorigen Jahr schon zwei junge Damen auf den Drehpflug hinauf gemogelt, so waren es in diesem Jahr gleich drei. Die Damen rotierten auf dem Pflug im wahrsten Sinne des Wortes und schwangen dabei ihre blumengeschmückten Hüte.
Das Besondere an diesen Hüten ist, dass der Blumenschmuck darauf die vier Jahreszeiten symbolisiert und damit auch für schönes und fruchtbares Wetter über alle vier Jahreszeiten hinweg geworben wird. Wie seit vielen Jahren üblich war die erste Rast bei der "Hobelresi", wo die ersten "Stärkungs- und Aufheiterungsmittel zu sich genommen werden konnten. Ein Blickfang war der Wagen der Ausackerer mit einem Spruch auf dem Frontschild, der besagt, dass einige Gehirne groß, der Platz für den neuen Kindergarten aber nicht gefunden werden kann. Warum also nicht einige Kinder in den Pullenrieder Kindergarten einschreiben lassen?
Da sage noch einmal einer, dass Faschingssprüche keinen tieferen Sinn haben. Dabei waren auch die jungen Leute vom "Wildeppenrieder Haisl", zwei bildhübsche Ponys, ein "Pfundskerl" und eine Hexe, in der sich ein leibhaftiger Doktor verbarg. Mit einer weiteren Aufschrift auf einem Wagen machten die Ausackerer deutlich, dass zwar andere die Bienen retten, sie jedoch mit dem Ausackern ein jahrhundertealtes Brauchtum retten, wofür ihnen Anerkennung gebühre. Damit dieser Brauch auch an die Jungen weitergegeben wird, dürfen auch sie schon bunt maskiert mitmarschieren, was ihnen sichtlich Freude machte. Nach Pausen bei der "Hobelresi" und am Buswartehäuschen ging es nach dem Marsch durchs Dorf zurück zum "Bräu", wo die "Roußerer" auf ihren abendlichen Einsatz beim Greber warten. Hier feiern die Frauen ihren Weiberfasching und lassen sich ganz gern gegen ein Schnapserl ein wenig mit Ruß einfärben.
















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