Pursruck bei Freudenberg
22.03.2020 - 16:15 Uhr

Auch Enkel sollen noch "Bambis" sehen

Rehessen der Jagdgenossenschaft Pursruck: Erika Grummt wird als "Seele des Vereinsheims" geehrt.

Ehrung beim Rehessen (von links): Pfarrer Moses Gudapati, Jagdvorsteher Theo Schadl, Zweiter Bürgermeister Franz Weiß, Erika Grummt, Bürgermeister Alwin Märkl, Jagdpächter Ulrich Schmid und Ruppert Schmid. Bild: exb
Ehrung beim Rehessen (von links): Pfarrer Moses Gudapati, Jagdvorsteher Theo Schadl, Zweiter Bürgermeister Franz Weiß, Erika Grummt, Bürgermeister Alwin Märkl, Jagdpächter Ulrich Schmid und Ruppert Schmid.

Die Jagdpächter Ulrich, Eva-Maria und Ruppert Schmid, hatten zum Rehessen ins Vereinsheim Pursruck geladen. Ulrich Schmid gab einen Abriss über die Ereignisse 2019/20 und teilte mit, dass der Rehwildabschuss schwerpunktmäßig dort erfüllt wurde, wo Verbissschäden aufgetreten sind. Der Rehwildabschussplan wurde wieder, wie in den Vorjahren, vollständig erfüllt.

Schmid legte Wert auf die Feststellung, dass es nicht Aufgabe der Jägerschaft sei, Rehwild auszurotten. Vielmehr müsse es Ziel sein, einen gesunden und artenreichen Wildbestand auch für kommende Generationen zu halten. Kinder und Enkelgeneration sollten auch noch in der Lage sein, ein ,,Bambi" in unmittelbarer Umgebung ihrer Heimat zu sehen.

Das Dauerthema Schwarzwild und revierübergreifend auftretende Wildschäden hat die Pursrucker Jägerschaft auch im vergangenen Jahr sehr beschäftigt. Wegen des trockenen Sommers hielten sich die Schwarzkittel überwiegend in kühleren Waldregionen auf, so dass eine Bejagung in der Feldflur nur bedingt erfolgversprechend war. Das üppige Nahrungsangebot von Getreide und Mais und der milde Winter führten dazu, dass Bachen bis zu dreimal im Jahr frischen. Winterverluste gebe es kaum noch, so dass trotz intensivster Bejagung der Wildschweinbestand nicht nennenswert reduziert werden kann.

Im Revier Pursruck gelang es dennoch, Schmid, durch intensive Ansitze an Schadstellen und mit rechtzeitigem Abschuss von Frischlingen im Frühsommer, die Wildschäden auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Schmid bedankte sich bei den Landwirten, die beispielsweise mit Schussschneisen in Maisfeldern eine effektive Bejagung ermöglichten. Er appellierte an die Jagdgenossen, dass die hervorragende Zusammenarbeit auch künftig Voraussetzung dafür sei, dass Schwarzwildbestand und Wildschäden einigermaßen in den Griff zu kriegen sind.

Schmid erläuterte mit der Statistik der Jahresstrecken 18/19 für diverse Wildarten in Bayern die langjährige Entwicklung und zeigte den wahrscheinlichen Verlauf für die Zukunft auf. Er sagte weiter, dass man aktuell sehen könne, welche Folgen die Auslagerung von wichtigen Produktionen ins Ausland - etwa die Herstellung von Arzneimitteln bei Unterbrechung der Lieferketten - für die Versorgung der Bevölkerung haben kann. Deshalb müsse die Landwirtschaft ein integraler Bestandteil, insbesondere des bayerischen Lebensraumes, bleiben.

Schmid schloss mit der Ehrung von Erika Grummt. Er sagte, diese sei seit Jahrzehnten ehrenamtlich die ,,gute Seele des Vereinsheims Pursruck" gewesen. Er bedankte sich bei für ihre geleisteten Dienste und überreichte Blumen .

 
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