Um den Michaelistag ranken sich viele Bauernregeln. Wie "Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so weiter geh'n". Die Ragenwieser feierten das Patrozinium ihrer schmucken Ortskapelle. Der Erzengel Michael gilt im Christentum als Bezwinger Satans. Der Engelsfürst soll den Himmel und die Erde gegen das Böse verteidigen und dazu auch mit dem Teufel kämpfen, der in Gestalt eines Drachen dargestellt wird. Das Gotteshaus war beim Patrozinium brechend voll. Pfarrer Josef Most feierte mit den Gläubigen den Festgottesdienst. Ministranten waren Magdalena und Anton Eger aus Ragenwies. Lieder aus der Schubertmesse sowie das Sankt-Michael-Lied und -Gebet waren Teil der Liturgie. Die Lesung trug Heike Eger vor. In der Predigt ging der Geistliche auf den Erzengel Michael als Patron der Kapelle des Dorfes ein. Er ist der Verteidiger Gottes im Kampf gegen alle bösen Mächte und gilt auch als Patron Deutschlands und der Kirche.
Zum Michaelistag soll auch an den Namen des heiligen Michael und damit an die Gefahr der Selbstüberschätzung von Menschen und Engeln erinnert werden. Auf Hebräisch heißt Michael: "Wer ist wie Gott? ". Das ist eine wichtige Frage, Gott wird immer mehr an den Rand geschoben und ausgeblendet, bedauerte Pfarrer Most. Papst Leo XIII hatte eine Vision und verfasste danach das Gebet zum Erzengel, das nach jeder Messe gebetet wurde. Eine der ersten Änderungen aus dem Vatikanischen Konzil, war die Streichung des Gebetes im Jahr 1964.
Der Geistliche sprach auch die Verfehlungen und Missbrauchsfälle an, die "uns allen und der Kirche sehr weh tun. Alle leiden darunter was da passiert ist". Am Schluss dankte er der Familie Eger, die sich um die Ortskapelle kümmert. Mit dem Lied „Großer Gott“ endete die Feier.













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