22.06.2020 - 10:19 Uhr
Raigering bei AmbergOberpfalz

Pfarrgemeinderat Aschach-Raigering verwandelt quasi Wein in Wasser

Zum wiederholten Male will der Pfarrgemeinderat Aschach-Raigering ein Signal der Hoffnung setzen. Mit einer Spende zeigte er, dass die armen Länder Westafrikas nicht vergessen sind.

Trotz Abstandsregelung gibt es strahlende Gesichter, wenn man helfen kann (von links): Daniela Weiß, Cornelia Walz, Ulrich Siebenbürger, David Djore Dare, Pfarrer Eduard Kroher, Kerstin Püschl und Robert Weigl.
von Alfred SchornerProfil

Nachdem es bereits im vergangenen Jahr die Projekthilfe Dr. Luppa in Amberg mit finanziell bedacht hatte, entschloss sich das Gremium abermals, einen Teilerlös eines von Kerstin Püschl organisierten gelungenen Weinfestes dem Amberger Entwicklungshilfeverein zu übergeben. Man wolle damit weiterhin "symbolisch mit Wein zur dringenden Wasserversorgung in Tindjassi in Togo beitragen".

Kinderarzt Dr. Ulrich Siebenbürger als Vorsitzender überzeugte die Mitglieder des Pfarrgemeinderats mit Video und Bildmaterial, dass die Spenden als eine effektive, zielgerichtete Hilfe bei den armen Menschen ankommen. Für ihn als Sprachrohr unerlässlich für die Verständigung vor Ort sei sein Mitstreiter David Djore Dare, ein gebürtiger Togolese, der in den 1990er-Jahren als Asylsuchender nach Deutschland gekommen war, sich hier gut integriert hat und sesshaft wurde. Er ist bei der Neumarkter Baufirma Max Bögl beschäftigt und kann somit mit seinen Kenntnissen von Land und Leuten die Baumaßnahmen in seinem Heimatland von Anfang bis zum Ende begleiten.

David Diore Dare bedauert, dass der Staat nicht in der Lage sei, für die Grundbedürfnisse seiner Bürger zu sorgen. Er will durch den Bau von Schulen die Bildung forcieren, um anschließend den jungen Leuten eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen. Zurzeit bemüht er sich in Tindjassi, einer vergessenen Grenzstadt, in der er selbst einige Jahre gelebt hatte, ein identitätsstiftendes Gebäude wie einen Basar errichten zu lassen.

Das Wasser ist laut David Diore Dare auf dem Land in Togo immer noch ein wertvolles Gut, da es nicht überall verfügbar ist. Man könne sich kaum vorstellen, dass Frauen mit ihren Kindern auf den Rücken mehrere Kilometer gehen müssten, um anschließend um das köstliche Nass zu kämpfen, wenn es überhaupt welches gebe. Es zeige sich, dass die durchziehenden Nomaden das Wasser für ihr Vieh brauchten. Bisher seien vier Brunnen mit einer Tiefe von rund 110 Metern gebaut worden. Nun lägen bereits drei weitere Bauanträge vor. Stark beeindruckt von den Ausführungen der beiden Moderatoren zeigte sich Kerstin Püschl als Sprecherin des Pfarrgemeinderats sicher, die Spende von 1000 Euro in die richtigen Hände zu legen.

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