Feuerwehr Ramlesreuth: Notkommandant jetzt offiziell im Amt

Großer Vertrauensbeweis für Jürgen Klant und Bianca Schott: Einstimmig bestätigten die Aktiven der Ramlesreuther Wehr den bisherigen Notkommandanten und seine Stellvertreterin im Amt. Auch für den Bürgermeister war die Situation ungewohnt.

Jochen Klant und Bianca Schott (Dritter und vierte von links) stehen auch die nächsten sechs Jahre an der Spitze der Aktiven. Es gratulierten Feuerwehrreferent Paul Dolata, Bürgermeister Christian Porsch und Kreisbrandmeister Jürgen Küffner (von links).
von Autor HAIProfil

Eine außerordentliche Aktivenversammlung zog unter dem ungenügenden Zustand der coronabedingten halbjährigen Notbesetzung an der Spitze der Brandschützer einen Schlussstrich. Pandemiebedingt war die turnusmäßige Jahreshauptversammlung für die 109 Mitglieder, darunter 30 Aktive, im Januar abgesagt worden. Da die Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters zeitlich nicht absehbar war, hatte der Gemeinderat Jürgen Klant und Bianca Schott zum Notkommandanten und zur Notstellvertreterin bestellt. Um jedoch nach einem halben Jahr den rechtlich ungenügenden Zustand zu beenden, hatten Bürgermeister Christian Porsch und Klant zu einer außerordentlichen Aktivenversammlung eingeladen.

16 Kameraden mit Vorsitzendem Gabriel Herrmann an der Spitze trafen sich daher am Samstag unter strengen Sicherheits- und Hygienebedingungen in der Sportarena, um das Führungsteam mit Jürgen Klant und Bianca Schott für die nächsten sechs Jahre auch offiziell zu wählen.

Drei Notkommandanten

"Ich hatte mir meine erste Feuerwehrversammlung als Bürgermeister auch anders vorgestellt", meinte Porsch eingangs. "So etwas hatten wir bisher noch nie, dass in drei Ortswehren Ramlesreuth, Kirchenlaibach und Haidenaab-Göppmannsbühl Notkomamndanten bestellt werden mussten." Er sprach deshalb diesem Treffen einen kleinen historischen Stellenwert zu. Wenngleich es die Ironie des Schicksal wollte, dass just am Freitag vorher weitere Lockerungen beschlossen wurden, die demnächst wieder Vereinsversammlungen zulassen. Der Rathauschef freute sich aber, dass das dörfliche Leben demnächst langsam wieder hochgefahren werden könne. Es komme auch wieder Leben in die Feuerwehren. Sobald die Verordnungen ausgewertet seien, würden die Vereinsvorstände informiert, ob Veranstaltungen wie Johannisfeuer, Kirchweih oder Dorffeste möglich seien.

"Was man mit viel Geld zurückgebaut hat, wird jetzt wieder mit viel Geld zurück-zurückgebaut."

Bürgermeister Christian Porsch

Porsch dankte den Wehren für den Einsatz für die Sicherheit in den Ortsteilen. Wie wichtig der Dienst sei, habe man ein paar Stunden vorher gesehen, als Gemeindeteile wie Kodlitz und Windischenlaibach schwer vom Unwetter getroffen worden seien. Die Wehren müssten sich vermehrt auf Unwetter-Einsatzszenarien einstellen und dafür rüsten, meinte Porsch. Auch die Gemeinde müsse sich den neuen Gegebenheiten anpassen und etwa die Kanalnetze entsprechend überprüfen.

Der Bürgermeister wies auch drauf hin, dass die Katatstrophenschutzalarmierung umgestellt werden solle. Sirenen sollten wieder umgerüstet werden, dass sie auch für den Katastrophenfall einsetzbar seien. "Was man mit viel Geld zurückgebaut hat, wird jetzt wieder mit viel Geld zurück-zurückgebaut", kritisierte Porsch. Der Bürgermeister kündigte auch für das Bürgerfest 2022 eine Vereinsversammlung im Juli an.

Als Kreisbrandmeister habe er vor eineinhalb Jahren unter verschärften Bedingungen seinen Dienst als Nachfolger von Karlheinz Sehnke angetreten, erklärte Jürgen Küffner. Jugend- und Kinderfeuerwehraktivitäten sowie die Aktivenübungen seien ausgesetzt worden. Dennoch müssten Unwetterkatastrophen mit Keller- und Straßenüberflutungen gestemmt werden. "Alles soll funktionieren ohne zu üben", beschrieb er die widersprüchliche Situation. Zudem solle bei den Einsätzen Maske getragen und der Abstand eingehalten werden, was teilweise gar nicht gehe. "Das ist schon der Wahnsinn", brachte es der Kreisbrandmeister auf den Punkt. Er berichtete auch von personellen Neuerungen auf Kreisverbandsebene. Sebastian Koch von der Feuerwehr Speichersdorf habe zu Jahresbeginn das Amt des Fachausbilders für den Atemschutzbereich übernommen.

Digitaler Wissenstest

Die digitale Alarmierung sei in der Beschaffung. Küffner dankte den Kommandanten für ihre Bereitschaft, wieder zu kandidieren. Zudem insbesondere den Ramlesreuter Jugendwarten Lena Bauernfeind und Lena Kohl, die vorbildliche Jugendarbeit leisteten und mit Erfolg am Wissenstest teilgenommen haben. Man musste sich im Internet vorbereiten und den Wissentest digital ablegen. Der Kreisbrandmeister zeigte sich dabei erfreut, dass zehn Wehren mitgemacht und gute Ergebnisse erzielt hätten. "Es ist alles andere als selbstverständlich, dass alle Kameraden trotz widriger Umstände mitziehen. Auch wenn's nicht einfach ist."

In Zukunft sind Übungen in kleinen Gruppen mit Abstand und Maske wieder möglich, kündigte Küffner an. Auch die Jugendfeuerwehr könne sich wieder treffen. Nur die Kinderfeuerwehr bleibe noch abgesagt.

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