25.02.2019 - 05:40 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Rassismusdrama „Green Book“ bester Oscar-Film

Das US-Rassismusdrama „Green Book“ holt den Oscar für den besten Film. Der Regie-Preis geht an den Mexikaner Alfonso Cuarón für „Roma“. Die deutschen Hoffnungen werden dagegen enttäuscht.

Das Rassismusdrama „Green Book - Eine besondere Freundschaft“ gewann den Oscar für den besten Film. Insgesamt erhielt das Werk von Regisseur Peter Farrelly in der Nacht zu Montag drei Auszeichnungen. Der Film erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem schwarzen Musiker und seinem weißen Chauffeur in den USA der 1960er Jahre.

Als bester Regisseur wurde der Mexikaner Alfonso Cuarón mit der Netflix-Produktion „Roma“ geehrt. Die Hoffnungen der deutschen Filmbranche auf eine Oscar-Statue wurden dagegen enttäuscht. Das Künstlerdrama „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck hatte gleich zwei Chancen: In der Kategorie „nicht-englischsprachiger Film“ und für den Kameramann Caleb Deschanel. Beide Auszeichnungen gingen an Cuaróns Werk „Roma“. Der dreifach ausgezeichnete Schwarz-Weiß-Film erzählt von einer Familie im Mexiko der 1970er Jahre und ist eine Hommage an die Kindermädchen aus Cuaróns Vergangenheit. Henckel von Donnersmarck hatte 2007 mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar gewonnen.

Der US-Amerikaner Rami Malek gewann für seine Darstellung des Queen-Sängers Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“ die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller; der Musikfilm wurde insgesamt vier Mal geehrt. Die Britin Olivia Colman bekam den Hauptrollen-Oscar für ihre Verkörperung der englischen Königin Anne in der Historiengroteske „The Favourite - Intrigen und Irrsinn“.

Die deutsch-syrisch-libanesische Produktion „Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats“ des in Berlin lebenden Syrers Talal Derki hatte in der Kategorie „beste Dokumentation“ das Nachsehen; auch die deutsche Make-up-Artistin Pamela Goldammer, die für ihre Arbeit in dem Fantasyfilm „Border“ nominiert gewesen war, ging leer aus.

In den Nebendarsteller-Kategorien wurden zwei afro-amerikanische Darsteller geehrt: Regina King gewann mit ihrer Rolle einer kämpferischen Mutter in dem Drama „If Beale Street Could Talk“; Mahershala Ali holte sich nach „Moonlight“ seinen zweiten Oscar für „Green Book“.

Die 91. Oscar-Verleihung hatte diesmal keinen festen Moderator, dadurch fiel die Gala deutlich straffer aus als früher. Lediglich zu Beginn der Show im Dolby Theatre in Los Angeles kam Stimmung auf, als die Band Queen mit der Rockhymne „We will rock you“ die Zuschauer begeisterte.

Die Gewinner der 91. Oscarverleihung:

Bester Film: „Green Book - Eine besondere Freundschaft“ von Peter Farrelly

Regie: Alfonso Cuarón für „Roma“

Hauptdarsteller: Rami Malek für „Bohemian Rhapsody“

Hauptdarstellerin: Olivia Colman für „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“

Nebendarstellerin: Regina King für „If Beale Street Could Talk“

Nebendarsteller: Mahershala Ali für „Green Book - Eine besondere Freundschaft“

Nicht-englischsprachiger Film: „Roma“ (Mexiko) von Alfonso Cuarón

Kamera: Alfonso Cuarón für „Roma“

Original-Drehbuch: Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly für „Green Book - Eine besondere Freundschaft“

Adaptiertes Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott und Spike Lee für „BlacKkKlansman“

Schnitt: John Ottman für „Bohemian Rhapsody“

Filmmusik: Ludwig Göransson für „Black Panther“

Produktionsdesign: Hannah Beachler (Production Design) und Jay Hart (Set Decoration) für „Black Panther“

Tonschnitt: Nina Hartstone und John Warhurst für „Bohemian Rhapsody“

Tonmischung: Paul Massey, Tim Cavagin und John Casali für „Bohemian Rhapsody“

Visuelle Effekte: Paul Lambert, Ian Hunter, Tristan Myles und J.D. Schwalm für „Aufbruch zum Mond“

Animationsfilm: „Spider-Man: A New Universe“ von Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman

Animations-Kurzfilm: „Bao“ von Domee Shi

Dokumentarfilm: „Free Solo“ von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi

Dokumentar-Kurzfilm: „Period. End of Sentence.“ von Rayka Zehtabchi

Make-up/Frisur: Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia Dehaney für „Vice: Der zweite Mann“

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