22.06.2018 - 14:03 Uhr
RegensburgOberpfalz

Brücke in ein neues Leben

Es ist ein Schicksalsschlag, der das Leben von einer Sekunde auf die andere ändert: Nach einem Schlaganfall oder einer Hirnschädigung müssen Patienten scheinbar Alltägliches mühsam wieder lernen. Doch sie finden Hilfe.

Beim Festakt dabei (von links): Helmut Hausner, Dr. Johannes Pichler, Maria Dotzler, Heidelinde Weiss, Helga Lüngen und Franz Löffler.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Besonders schwierig ist für Betroffene die erste Zeit zu Hause nach der Reha. Bevor 2007 das "Haus Zweites Leben" am Bezirksklinikum Regensburg an den Start ging, hatte im Versorgungssystem eine Lücke geklafft: Menschen waren in der Neurologischen Rehabilitation austherapiert, doch zu Hause konnten sie sich noch nicht wieder eingliedern, zu viele Hürden standen im Weg.

Der Verein "Zweites Leben" kam in dieser Situation auf den Bezirk Oberpfalz zu und bot an, ein Neurologisches Nachsorgezentrum zu errichten. Tatsächlich sammelte der Verein innerhalb weniger Jahre drei Millionen Euro an Spenden für das Projekt. Der Bezirk stellte ein Grundstück beim Bezirksklinikum Regensburg zur Verfügung, und der Verein baute das Haus. Heute betreibt die Medbo, ("Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz") das Zentrum. Möglich ist das finanziell nur durch die ehrenamtliche Arbeit des Vereins.

Als "sensationell" beschrieb Bezirkstagspräsident Franz Löffler am Donnerstag beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen des Hauses die Arbeit der Vereinsmitglieder. "Sie schenken den Patienten etwas, das es nicht zu kaufen gibt: Zeit und Zuwendung. Beide sind für die Rehabilitation unserer Patienten ganz wesentliche Faktoren." Seit der Eröffnung sind im "Haus Zweites Leben" 200 Patienten behandelt worden.

Vereinsvorsitzende Maria Dotzler begrüßte neben Vertretern aus Politik und Medizin auch viele Betroffene. Unter die Gäste mischte sich Schauspielerin Heidelinde Weiss ("Traumschiff"), die seit Jahren Schirmherrin des Vereins ist. Ein großes Lob sprach Helga Lüngen aus, Geschäftsführerin der ZNS-Hannelore-Kohl-Stiftung. Vielen Menschen würden die Auswirkungen erst bewusst, wenn sie oder Angehörige betroffen sind. "Innerhalb von Sekunden steht man vor den Scherben des bisherigen Lebens." Der Verein biete eine Brücke in ein zweites, verändertes Leben.


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