22.11.2018 - 15:35 Uhr
RegensburgOberpfalz

Diskussion über den Wirtschaftsraum Regensburg

Die IHK Regensburg feiert ihr 175jähriges Bestehen. Vertreter von Wirtschaft und Kommunen diskutieren über die Zukunft des Wirtschaftsraum Regensburg.

Über die Zukunft des Wirtschaftsraums Regensburg diskutierten unter der Moderation von Christian Omonsky (von links) IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes, Regensburgs Wirtschaftsreferent Dieter Daminger, Landrätin Tanja Schweiger, Nicolas Maier-Scheubeck, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Reinhausen, und Alfred Rauscher, Geschäftsführer der R-KOM.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Zum 175. Bestehen der Kammer tourt die Führungsspitze der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim durch den Bezirk. Am Mittwochabend stand bei einem Regionalempfang der Raum Regensburg im Mittelpunkt. Die Podiumsdiskussion im Sitzungssaal der IHK Regensburg verlief launig, aber auch kontrovers. IHK-Präsident Michael Matt, der die Gäste zusammen mit Vizepräsident Peter Esser begrüßte, begann mit den Positivmeldungen. Im aktuellen Städteranking der "Wirtschaftswoche" belege Regensburg mit Platz sieben einen Spitzenplatz unter den 71 deutschen Städten. "Unser Wirtschaftsstandort glänzt mit seiner hohen Industriedichte, vielen innovativen Dienstleistungsbetrieben und einer dynamischen Gründerszene", sagte Matt.

In der anschließende Podiumsdiskussion ging es vor allem um eine noch bessere Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Regensburg. Dass es hier Nachholbedarf gibt, vor allem, was das Thema Verkehr angeht, darin war man sich auf dem Podium einig. Regensburgs Wirtschaftsreferent Dieter Daminger räumte ein, dass es früher Vorbehalte zwischen Stadt und Landkreis gegeben habe. "Da sind wir jetzt schon deutlich weiter", sagte er. Dass Stadt und Landkreis als Einheit gesehen werden müssten, liege auf der Hand: Jeden Tag würden arbeitende Menschen ein- und auspendeln. Regensburg brauche den Landkreis als Wohnstandort.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes stellte die Frage in den Raum, wie die boomende Stadt Regensburg in den gesamten IHK-Bezirk ausstrahlen könne. In der Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Regensburg sieht er noch "viel Luft nach oben". Er forderte ein "großes Mobilitätskonzept".

Nicolas Maier-Scheubeck, Geschäftsführer der Maschinenfabrik Reinhausen, rechnete die Einwohner von Stadt und Landkreis Regensburg zusammen und kam auf 355 000. Mit Blick auf die steigenden Zuzugszahlen warb er dafür, einen "Masterplan 500 000" auszurufen. Dafür müssten auch "Barrieren im Kopf" zwischen Stadt und Landkreis verschwinden. Das Tempo bei Infrastrukturmaßnahmen erinnere ihn teils an eine "Schnecke, die bergauf Slalom fährt. Das quält mich." Als Beispiel nannte er die geplante Stadtbahn: "Warum soll sie nur bis zur Uni fahren und nicht nach Bernhardswald?" Die Stadtbahn sei für Regensburg eine Revolution, gab Daminger zurück. Der nötige Vorlauf sei zugegebenermaßen "verdammt lang". Eine sternförmige Stadtbahn vom Umland nach Regensburg sei schlicht nicht finanzierbar.

Landrätin Tanja Schweiger warb stattdessen dafür, die bereits vorhandene Schieneninfrastruktur um Regensburg zu nutzen, um einen Bahnverkehr im 30-Minuten-Takt in die Domstadt zu verwirklichen. Im Juli hatten Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer sowie die Landräte der Landkreise Regensburg, Schwandorf, Neumarkt, Kelheim und Cham eine Erklärung unterzeichnet, in der sie sich für solch eine Art S-Bahn-Netz für den Großraum Regensburg stark machten. Die Stadtbahn ist für Schweiger hingegen "noch viel zu wenig konkret".

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