28.02.2019 - 08:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Flexible Arbeitszeit erleichtert den Alltag

Regensburger Unternehmen haben sich auf die Bedürfnisse ihrer Arbeitnehmer eingestellt. Einige Beispiele.

Keine Gespenster, sondern Infineon-Mitarbeiter. Ganz konkret sind die Maßnahmen, mit denen das Unternehmen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingeht.
Viele Regensburger Unternehmen, wie Continental, bieten moderne Arbeitszeitmodelle, um den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter gerecht zu werden.

Regensburg entwickelt sich ständig weiter. Jedes Jahr ziehen rund 2500 Neubürger in die Stadt. Das liegt vor allem an der guten wirtschaftlichen Situation. An den Unternehmen, die einer großen Zahl von Menschen Arbeitsplätze garantieren und für den Wohlstand in der Stadt sorgen. Auf der anderen Seite sind die Firmen angewiesen auf kompetente Fachkräfte. Damit diese Beruf und Familie vereinbaren können, brauchen sie passende Arbeitszeitmodelle. Ein großer Teil der Firmenmitarbeiter kommt aus dem Umland in die Stadt. Viele mit dem Auto. Spürbar wird das, weil die Straßen überlastet sind. In den Stoßzeiten staut sich häufiger der Verkehr. Wir haben bei Regensburger Unternehmen nachgefragt, welchen Beitrag sie leisten, um ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den Straßen zu vermeiden. Und welche Arbeitszeitmodelle sie für junge Familien anbieten.

Beispiel Continental

Für die Firma Continental sind flexible Arbeitsbedingungen ein entscheidender Erfolgsfaktor, sagt Pressesprecherin Susanne Reimann. Für die Mitarbeiter ebenso wie für das Unternehmen. Continental habe bereits vor längerer Zeit die Flexibilisierung der Arbeitsformen festgelegt. „Seit 2017 bieten wir Mobiles Arbeiten, Teilzeit und flexible Arbeitszeitmodelle sowie Sabbaticals an.“ In den Ferienzeiten gebe es ein umfangreiches Kinderferienprogramm für Mitarbeiterkinder. Continental hat eine eigene Kita sowie einen Kindergarten in Standortnähe. „Seit neuestem bieten wir den Mitarbeitern mit dem Programm ‚Family@Work‘ an, bei Engpässen in der Betreuung (zum Beispiel, wenn die Kita außerplanmäßig zu hat) die Kinder mit in die Arbeit zu bringen. Nach Rücksprache mit der Führungskraft ist das kein Problem mehr“, sagt Reimann. Am Continental-Standort Regensburg gilt für Büromitarbeiter Gleitzeit, das heißt, der Mitarbeiter kann entscheiden, um welche Uhrzeit er anfangen möchte, zu arbeiten.

Beispiel Klinikum

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) ermöglicht seinen Beschäftigten sehr flexible Arbeitszeiten, um Familie und Beruf bestmöglich vereinbaren zu können und darüber hinaus auch der teilweise sehr angespannten Verkehrssituation in und um Regensburg zu begegnen, sagt Pressesprecherin Katja Russwurm. So wurde für Mitarbeiter mit gleitender Arbeitszeit beispielsweise erst Anfang des Jahres ein neues Arbeitszeitmodell etabliert. Darin wurden bislang bestehende Kernarbeitszeiten ausgesetzt und die möglichen Zeiten für Dienstbeginn und Dienstschluss ausgeweitet. Die Mitarbeiter des UKR können damit Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeitszeit in Einklang mit den dienstlichen und arbeitsrechtlichen Erfordernissen flexibel gestalten und auf ihre Bedürfnisse anpassen. Frühestmöglicher Arbeitsbeginn ist dabei 6 Uhr und spätestmöglicher Dienstschluss 20 Uhr.

Für Mitarbeiter, die feste Dienstzeiten haben, also nicht dem Gleitzeitmodell unterliegen, gibt es wiederum individuelle Regelungen. So wird in aktuell über 500 verschiedenen Arbeitszeitmodellen versucht, für jeden Mitarbeiter das individuell passende Arbeitszeitmodell anbieten zu können.

Beispiel BMW

Auch das BMW-Group-Werk bietet individuelle Arbeitszeitmodelle an. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sei ein sehr wichtiges Thema, sagt Pressesprecher Eric Metzler. „Höchstleistung erfordert Freiraum, der selbst gestaltet werden kann. Dafür stehen viele Instrumente zur Verfügung.“ BMW ermögliche vielfältige Teilzeit-Modelle mit fester Verteilung der Arbeitszeit. Neu im Programm sei die „Dynamische Teilzeit“. „Sie ermöglicht den eigenständigen Tausch von Arbeitstagen und freien Tagen nach vorheriger Rücksprache mit dem Vorgesetzten.“ Flexibilität mit Blick auf besondere Lebenslagen und Lebenspläne ermöglichen Angebote wie Eltern- und Pflegezeit, Sabbatical und "Vollzeit Select" – hierbei können sich BMW-Mitarbeiter für mehrere Wochen im Jahr gegen Lohnverzicht Freizeit am Stück „kaufen“.

Indirekte Mitarbeiter, die nicht nach Schichtplan arbeiten, könnten Arbeitsbeginn und Arbeitsende nach Bedarf anpassen. Gleitzeit, Arbeitszeitkonto und „Mobilarbeit“ in den eigenen vier Wänden würden dazu von vielen genutzt. Produktionsmitarbeiter seien zwar an die Schichtzeiten gebunden. „Diese liegen aber so, dass die Kollegen in der Regel nicht zur Rush Hour an- oder abfahren. Bei den Werksbussen haben wir die Streckenführung von 22 Linien schon vor Monaten so angepasst, dass sie nicht mehr über die A 3 führen. Mit dem Ergebnis sind wir ausgesprochen zufrieden“, sagt Metzler.

Beispiel Infineon

„Infineon in Regensburg legt großen Wert darauf, familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Pressesprecherin Barbara Zierer. „Wir kooperieren mit nahe gelegenen Kindertagesstätten, unterstützen unsere Eltern mit der betriebsnahen Ferienbetreuung ,Sommerkinder' und führen am Buß- und Bettag sogar einen eigenen Infineon-Ferientag für 140 Kinder durch. Flexible Normalarbeitszeit ist bei uns selbstverständlich. Auch Telearbeit und Homeoffice können helfen, Beruf und Privatleben besser zu vereinbaren. In Abstimmung mit den betrieblichen Interessen bieten wir Teilzeitmodelle an, die – je nach Lebensphase – auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sind. Dies gilt auch für unsere Beschäftigten in der Produktion.“

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