Wieder einmal hat der Fund einer Fliegerbombe Teile Regensburgs lahmgelegt. Betroffen ist am Donnerstag ein weitläufiges Gebiet rund um den Fundort in der Killermannstraße im Stadtwesten. Um 9 Uhr mussten alle 4200 Bewohner ihre Wohnungen verlassen haben. Dann wurde es ruhig in dem Stadtviertel.
Um 9 Uhr noch in ihrer Wohnung zugange war allerdings Evelyn Ebel, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete. Sie hatte zwar von dem Bombenfund gehört, wusste aber nicht, ob sie von der Evakuierung betroffen ist. „Ein Zettel im Briefkasten zur Information wäre schön gewesen“, sagt die 60-Jährige. Um sicher zu gehen, rief sie beim eigens eingerichteten Bürgertelefon der Stadt ein. „Sie hätten Ihre Wohnung schon längst verlassen müssen“, sagte ihr da eine freundliche Dame.
Daraufhin habe sie schnell ihre Sachen zusammengepackt und sei mit einem bereitstehenden Bus ins Notquartier im Goethe-Gymnasium gebracht worden. „Das war dann alles sehr gut organisiert“, betont sie. In der Notunterkunft ist Ebel am späten Vormittag eine von knapp 30 Bürgern, die hier Zuflucht gefunden haben. Die Betreuungskräfte von Maltesern und Rotem Kreuz sind mit 39 Personen in der Überzahl.
„Viele Leute sind sicher irgendwo privat untergekommen“, sagt Anne-Kathrin Merz, Ehrenamtliche bei den Maltesern. Andere sind an diesem Donnerstagvormittag ohnehin an ihrem Arbeitsplatz oder machen Besorgungen. Kalte Getränke, Tee, Kaffee und Obst stehen in der Notunterkunft zur Verfügung. Mittags wird eine mobile Essensausgabestation aufgebaut, es gibt Leberkässemmeln und vegetarisches Chilli.
Wie viele Bombenfunde Christian Schwarz, ehrenamtlicher Kreis-Geschäftsführer der Malteser, bereits mitgemacht hat, kann er nicht mehr sagen. „Ich bin seit 1982 dabei, irgendwann habe ich aufgehört zu zählen“, sagt er schmunzelnd. Schwierig daran sei vor allem, kurzfristig Ehrenamtliche für den Einsatz zu finden, die von ihrem Arbeitsgeber frei bekommen. Diesmal war der Bombenfund allerdings bereits am Dienstag bekannt, so hatte man zwei Tage zur Vorbereitung.
Knapp nicht mehr im Evakuierungsgebiet liegt die Grundschule Prüfening. Dennoch ist am Donnertag kein regulärer Schulbetrieb, sondern nur eine Notfallbetreuung möglich. Eine besondere Herausforderung ist die Evakuierung des Infineon-Werks mit 2500 Beschäftigten, das im Sperrgebiet liegt. Die Produktion muss für die Bombenentschärfung unterbrochen werden.
Derweil sind am späten Vormittag rund um die Killermannstraße nur noch Einsatz- und Sanitätsfahrzeuge unterwegs. Letztere holen Bewohner, die schlecht zu Fuß oder aus anderen Gründen nicht mobil sind, aus ihren Häusern. 35 Voranmeldungen für solche Einsätze hat Malteser-Geschäftsführer Schwarz registriert. Über 1000 der evakuierten Menschen sind über 68 Jahre alt, hatte die Stadt zuvor gemeldet. Gegen Mittag ziehen Polizei und Feuerwehr nochmals durch die Straßen und prüfen, ob die Häuser auch wirklich menschenleer sind. Erst dann kann die Entschärfung der Bombe beginnen.
Bürgertelefon
Für betroffene Regensburgerinnen und Regensburger, die Fragen rund um das Thema „Entschärfung der Bombe“ haben, hat die Stadt beim Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr ein Bürgertelefon unter der Rufnummer (0941) 507-2326 eingerichtet. Vor allem Bürgerinnen und Bürger, denen es nicht möglich ist, ohne Hilfe ihr Haus zu verlassen, sollten sich über das Bürgertelefon melden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Regensburg. Das Telefon ist am Mittwoch bis 18 Uhr und am Donnerstag, 25. Oktober, ab 8 Uhr bis zur Entschärfung der Bombe besetzt. Aktuelle Informationen auch zum Stand der Entschärfung der Bombe sind jederzeit im Internet unter www.regensburg.de oder auf der Facebook-Seite der Stadt abrufbar.
Aktuelle Informationen der Stadt Regensburg zur Bombenentschärfung


















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