03.12.2018 - 14:57 Uhr
RegensburgOberpfalz

Kardinal Müller: "Wer das behauptet, ist geistig beschränkt"

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Institutes Papst Benedikt würdigt Kardinal Müller Joseph Ratzinger als "Kirchenvater". Danach poltert er gegen die ZdK-Forderung zur Abschaffung des Zölibates.

Gründer Gerhard Ludwig Müller (Mitte), Gründungsdirektor Rudolf Voderholzer (links) und der heutige Leiter Christian Schaller freuen sich über zehn Jahre Institut Papst Benedikt – der am Sonntag auch anwesend ist, in Form einer Büste.
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Als "Theologen vom Rang eines Kirchenvaters" hat Kardinal Gerhard Ludwig Müller am Sonntag Joseph Ratzinger bezeichnet. "Seine gesammelten Schriften sind ein Geschenk für die ganze Kirche", sagte Müller bei der zehnjährigen Jubiläumsfeier des Instituts Papst Benedikt in Regensburg.

Er erinnere sich noch gut, als er als Institutsgründer dem damaligen Papst Benedikt den ersten Band überreichte. Als Müller dem Pontifex mitteilte, dass die Gesamtausgabe seiner Schriften mit 16 Bänden etwa 30 000 Seiten umfassen werden, erschrak der für seine Zurückhaltung bekannte Ratzinger und sagte: "Aber wer soll das denn alles lesen?" Das hohe Interesse an den verschiedenen Übersetzungen heute beweise jedoch das Gegenteil.

Zusammen mit Gründungsdirektor Bischof Rudolf Voderholzer und Institutsleiter Dr. Christian Schaller freue er sich heute, dass sich das Institut "zu einem weltweiten Zentrum der Ratzingerforschung entwickelt hat". Vordringliche Arbeit der nächsten Jahre sei die Vollendung der Gesamtausgabe, betonte Institutsdirektor Voderholzer. Beim anschließenden Empfang zeigte Kardinal Müller Unverständnis gegenüber der kürzlich vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ausgesprochenen Forderung zur Abschaffung des Zölibates: "Das Zölibat hat nichts mit Kindesmissbrauch zu tun - wer das behauptet, ist geistig beschränkt". Laut Müller verhalten sich viele deutsche Bischöfe als ob sie Ersatzpolitiker seien. "Sie machen Dinge zu Hauptthemen, die keine sind - über dringliche Themen wie die Christenverfolgung werde kaum gesprochen". Die Bischöfe sollen sich wieder ihrer Hauptaufgabe der Sakramentenspendung und der Glaubensverkündigung zuwenden.

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