22.10.2019 - 08:00 Uhr
RegensburgOberpfalz

Schönes Ostbayern

Die Region kann mit einem attraktiven Freizeitangebot punkten. Davon profitiert der Tourismus, aber auch die Wirtschaft.

Die Befreiungshalle bei Kelheim: Die touristischen Möglichkeiten in Ostbayern sind ein Pfund, mit der auch die Wirtschaft wuchern kann, um neue Fachkräfte in die Region zu bringen.
von Reiner Wittmann Kontakt Profil
Mit dem Mountainbike Ostbayern genießen: 700 Kilometer lang ist die MTB-Runde Trans-Bayerwald.

Durch den Donaudurchbruch paddeln, in Regensburg eine historische Stadt erleben, mit dem Mountainbike über die Höhen des Oberpfälzer Walds radeln. Ostbayern hat Urlaubern und den Menschen, die hier leben, viel zu bieten. "Was unsere Region auszeichnet, ist eine gute Kombination aus hochattraktiven Städten und gut erschlossenem ländlichen Raum", sagt Michael Braun, Vorstand des Tourismusverbands Ostbayern.

"Für Trendsportarten, wie etwa Mountainbiken, sind wir geradezu ein Paradies", erklärt der promovierte Chef-Touristiker und beruft sich auf eine Umfrage, die ergeben habe, dass Ostbayern in der öffentlichen Wahrnehmung mittlerweile als "die Mountainbike-Region" schlechthin gesehen werde. Das führt Braun unter anderem auf die erfolgreiche Lancierung der Trans-Bayerwald zurück, der mit 700 Kilometern längsten Mountainbike-Fern-Route der Republik.

Schnell erreichbares Winterparadies Großer Arber. Über den Gipfel des Königs des Bayerischen Waldes, wie der Berg gern genannt wird, verläuft die Grenze der Regierungsbezirke Oberpfalz und Niederbayern.

2,25 Milliarden umgesetzt

Tourismus ist längst zum beachtlichen Wirtschaftsfaktor herangereift. Rund 2,25 Milliarden Euro gaben Touristen im vergangenen Jahr im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Regensburg aus, "1,25 Milliarden entfallen dabei auf den Tagestourismus", sagt Braun. "Darin enthalten sind auch die Ausgaben der Menschen, die hier wohnen und zum Beispiel von Tirschenreuth nach Weiden fahren und dort etwa in die Thermenwelt gehen." Auch sie sind Tagestouristen - die sich eben im engeren Umkreis bewegen.

"Touristische Infrastruktur, wie sie etwa Hallenbäder, MTB-Trails oder Skihänge darstellen, ist nicht nur gut für die Menschen, die direkt damit verdienen, sondern beschert auch den Menschen, die hier leben, Freizeitmöglichkeiten, die sie ohne Tourismus in dieser Form eventuell nicht vorfinden würden." Braun sieht darin auch "einen Benefit für die Arbeitgeber der Region, die Fachkräfte suchen und binden wollen und mit dem Angebot werben können."

Mit Zahlen belegen lässt sich das nur schwer. Die Attraktivität einer Region ist etwas Relatives, Subjektives. Während der eine vielleicht lieber alpennah wohnt oder am Meer, entspannt der andere vorzugsweise bei einer Wandertour am bayerisch-böhmischen Grenzkamm - ganz ohne Stau und lange Anfahrt. Doch dass ein Zusammenhang zwischen dem Freizeitwert eines Landstrichs und seiner Attraktivität für potenzielle Neubürger besteht, liegt auf der Hand. Braun sieht das in seinem Alltag als Touristiker bestätigt: "Viele Unternehmen bitten uns um Info-Material, das sie in Bewerbungsgesprächen an Job-Aspiranten weitergeben." Die Botschaft, die vermittelt werden soll, ist klar: Bei uns gibt es nicht nur gute Jobs und im Verhältnis zu vielen anderen Gegenden günstige Immobilien, sondern ebenso tolle Freizeitangebote und viel Natur. Gerade letzteres hebt Braun gerne hervor: "Unsere Region steht für Nachhaltigkeit und Naturnähe. Das ist uns auch in der Vermarktung wichtig."

Diese junge Mountainbikerin macht es sich auf einem Rastplatz bequem.: Mit 700 Kilometern ist die "Trans-Bayerwald" Deutschlands längste MTB-Runde.

"Marke Oberpfalz"

Anruf bei Christoph Aschenbrenner, dem Geschäftsführer von Oberpfalz Marketing e.V. (siehe auch Beitrag auf Seite 3). Der Verein hat es sich im Auftrag von Politik und Wirtschaft auf die Fahnen geschrieben, die Oberpfalz als Region zum Leben und Arbeiten zu vermarkten. Zentrales Anliegen dabei: Gesuchte Fachkräfte in die Region bringen.

Eine vom Verein in Auftrag gegebene deutschlandweite Imageanalyse der "Marke Oberpfalz", die 2016 vorgelegt wurde, stellte unter anderem die Frage: "Stellen Sie sich vor, dass Sie sich wegen eines möglichen berufsbedingten Umzugs regelmäßig über eine Region in Deutschland informieren - welche Themen würden Sie besonders interessant finden." Ganz oben lagen bei den Antworten "Lebensqualität", "Lage/Umland/Städte" und "Freizeitmöglichkeiten", deutlich weniger interessant waren beispielsweise die "Situation auf dem Immobilienmarkt" oder "Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten". Gerade aber mit "Freizeit" und "Lebensqualität" wurde die Oberpfalz bei der Befragung eher selten assoziiert. "Es sind noch nicht genügend Menschen, die hier an unsere Region denken", bedauert Christoph Aschenbrenner.

Hier gibt es also noch Potenzial, Potenzial allerdings, das die Touristiker schon kräftig abschöpfen. Michael Braun kann auf jeden Fall auf eindrucksvolle Zahlen verweisen: "Ostbayern hatte im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Gäste. Zum Vergleich: Nach Mallorca reisen jährlich 4,5 Millionen Deutsche", freut sich Braun, "mit 17,5 Millionen hatten wir auch mehr Übernachtungen als beispielsweise das Bundesland Thüringen."

Schnell ist man mit Vergleichen bei Äpfeln und Birnen gelandet, doch im Grunde geht es Standort- und Tourismusvermarktern um das Gleiche: Die Schönheit der Region nach außen zu tragen. Der Tourismusverband greift dabei geografisch weiter. Die Oberpfalz wird über die beiden Urlaubsregionen Oberpfälzer Wald und Bayerischer Jura, das auch den Raum Kelheim einschließt, vermarktet. "Denken Sie nur an die Schönheit des Donaudurchbruchs bei Weltenburg. Es gibt vieles, was Ostbayern einzigartig macht." Pfunde, mit denen Tourismus und Wirtschaft wuchern können.

Urlaubsatmosphäre am Eixendorfer See im Kreis Schwandorf.
Donau und Felswände im Abendlicht, Naturschutzgebiet Weltenburger Enge.

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