02.07.2018 - 16:49 Uhr
RegensburgOberpfalz

Schub für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Professor Romuald Brunner wechselt von Heidelberg nach Regensburg und übernimmt den neuen Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Den neuen Lehrstuhlinhaber Professor Romuald Brunner (Zweiter von rechts) begrüßten in Regensburg (von links) Medbo-Vorstand Helmut Hausner, Medbo-Direktor für Medizinische Leistungen, Thomas Baghai, Bezirkstagspräsident Franz Löffler und Unirektor Udo Hebel.
von Hanna Gibbs Kontakt Profil

Frohe Gesichter am Montag am Bezirksklinikum Regensburg: Nach jahrelanger Vorbereitung wurde Professor Romuald Brunner als erster Inhaber des neuen Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Regensburg vorgestellt. Die Versorgung in der Oberpfalz soll damit wissenschaftlich untermauert und weiter verbessert werden.

Von einem "guten, segensreichen" Tag sprach Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Auf dem Feld der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) gebe es wachsenden Bedarf. 10 000 Kinder und Jugendliche würden jedes Jahr an den KJP-Einrichtungen in Regensburg, Cham, Weiden und Amberg stationär und ambulant behandelt. Bewusst sei der Bezirk bei der Versorgung frühzeitig in die Fläche gegangen. Nur mit wohnortnahen Angeboten könne man die Betroffenen und ihre Familien optimal erreichen.

Unirektor Udo Hebel bezeichnete Brunner als "ausgezeichneten Wissenschaftler". Als Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik am Bezirksklinikum und als Lehrstuhlinhaber der Universität werde er die klinischen und die medizinischen Belange zusammenführen.

Helmut Hausner, Vorstand der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo), blickte auf die Gründung der KJP-Klinik in Regensburg 1993 zurück. "25 Jahre später erfolgt jetzt die Weiterentwicklung zur Universitätsmedizin", sagte er. Auch strukturell gebe es eine Neuerung: Der Fachbereich wird künftig eingeteilt in ein Zentrum Regensburg, geführt von Professor Brunner, und ein Zentrum Amberg-Cham-Weiden, geleitet von Dr. Christian Rexroth, der bislang kommissarisch als Ärztlicher Direktor tätig war.

Die Medbo finanziert für die ersten sechs Jahre eine W3-Stiftungsprofessur mit zusätzlichem wissenschaftlichen Personal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mit über 1,2 Millionen Euro unterstützt damit der Bezirk den neuen Lehrstuhl. Nach Ablauf der Anschubfinanzierung hat der Freistaat Bayern zugesichert, den Fortbestand des Lehrstuhls finanziell zu sichern. Dass es fast vier Jahre gedauert hat, den 2014 beschlossenen Lehrstuhls zu besetzen, begründete Hebel mit einem aufwändigen Besetzungsprozess. Auch habe die Sicherung der Anschlussfinanzierung durch den Freistaat einige Zeit in Anspruch genommen, fügte Löffler hinzu.

Brunner sagte, er treffe in der Oberpfalz auf eine "eindrucksvolle Versorgungsstruktur". Mit dem neuen Lehrstuhl sei eine Lücke geschlossen worden. Er begrüßte, dass die Wege zwischen Universität, Bezirksklinikum und Uniklinikum in Regensburg kurz sind. Überzeugt zeigte er sich davon, dass eine verbesserte Forschung auch zu verbesserten Therapien für Kinder und Jugendliche führen wird. Er betonte, es sei ihm wichtig, dass die Kliniken offen ausgerichtet sind, so dass Betroffene und deren Eltern bei psychischen Problemen frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen.

Der gebürtige Lübecker Brunner war zuletzt an der Universität Heidelberg als stellvertretender Ärztlicher Direktor und Leiter der Forschungssektion "Störungen der Persönlichkeitsentwicklung" tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen bei der Entwicklung des Gehirns in der Pubertät und der Untersuchung des Risikoverhaltens Jugendlicher mit selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität.

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