Mal ist nur ein Stückchen Zahn abgebrochen, mal ein ganzer Zahn ausgeschlagen. Die Regensburger Uniklinik startete ein Projekt, um Schülern das richtige Verhalten in einer solchen Situation beizubringen. "Höchstens eine Viertelstunde darf ein ausgeschlagener Zahn trocken liegen, sonst kann er nicht wieder zurückgesetzt werden", sagte Professor Torsten Reichert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Uniklinikum, beim Projektstart an den St.-Marien-Schulen.
Verteilt wurden dabei "Zahnrettungsboxen" mit einer speziellen Flüssigkeit, in die ausgeschlagene Zähne eingelegt werden können. Zellen an der Wurzel bleiben damit erhalten, so dass der Zahn wieder im Kiefer einheilen kann. Wer keine Spezialflüssigkeit zu Hand hat, dem empfiehlt Reichert H-Milch, Kochsalz oder Kontaktlinsenflüssigkeit.
Ins Leben gerufen hat die Aktion "Rettet die Zähne" das 2016 an der Uniklinik eröffnete Zahntraumazentrum (ZTZ). Eingebettet in den zahnärztlichen Notdienst dient das ZTZ als zentrale Anlaufstelle für Zahnverletzungen in Ostbayern.
Was sind die typischen Unfälle, die zu einem Zahntrauma führen? Kleinkinder fallen beim Laufradfahren auf den Mund und verletzen sich an den Milchzähnen, Halbstarke tragen mit den Fäusten Kämpfe aus, Betrunkene schlagen sich im Rausch den Zahn aus. Sehr viele junge Menschen seien von Zahnunfällen betroffen, betonte Professor Wolfgang Buchalla, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie. Deshalb sei es sinnvoll, mit dem Thema an die Schulen zu gehen.
Buchallas Stellvertreterin Professorin Kerstin Galler sagte, es sei wichtig, den Zahn beim Aufheben an der Krone statt an der Wurzel zu fassen, um die empfindlichen Zellen auf der Wurzeloberfläche nicht zu schädigen. Auch wenn nur ein Stückchen Zahn abgebrochen ist, empfiehlt sie, danach zu suchen und das Stück mit zur Behandlung zu bringen. Oft könne es angeklebt werden.













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