09.02.2020 - 10:02 Uhr
Reichenau bei WaidhausOberpfalz

SPD will "intelligente Lösung" für Krankenhaus Vohenstrauß

Vor den Kommunalwahlen rückt die Zukunft des Vohenstraußer Krankenhauses in den Fokus der Parteien. Im Waidhauser Ortsteil Reichenau geben Bürgermeisterin Margit Kirzinger und SPD-Landratskandidat Peter Lehr ihre Statements ab.

SPD-Landratskandidat Peter Lehr (links) bezieht im Schützenhaus Reichenau Position zur Zukunft des Kreiskrankenhauses Vohenstrauß; ebenso stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger (Zweite von rechts).
von Josef ForsterProfil

Im äußersten Winkel des Landkreises rückte bei einer SPD-Wahlveranstaltung die Zukunft des einzig verbliebenen Krankenhauses in den Mittelpunkt. Die Häuser in Neustadt/WN und Eschenbach seien längst „umgewidmet“. Am Personal könne die Misere nicht liegen, weil eine „tolle Arbeit“ geleistet werde - trotz aller unsicheren Situation, betonte Lehr.

Für den neu gewählten Kreistag sah er deshalb die Notwendigkeit, eine Grundsatzentscheidung zu treffen, um sich als Landkreis stärker einzubringen. Derzeit betrage der finanzielle Anteil am Krankenhausverbund zwölf Millionen Euro. Dadurch wären die Möglichkeit der Stellschrauben für den Landkreis letztlich gestellt. Eine stärkere Unterstützung benötige jedoch zunächst ein tragfähiges Konzept. Für die SPD-Kreistagsfraktion sah der Landratskandidat deshalb eine Zukunft nur unter den Voraussetzungen von Tragfähigkeit und Finanzierbarkeit. Um mehr Klarheit zu schaffen, kündigte Lehr ein Gutachten zu den Schwächen des Hauses an. Seine abschließende Parole lautete: „Wir sollten nicht rütteln am Krankenhaus Vohenstrauß“. Außerdem blickte Eschenbachs Bürgermeister auf das größte Straßenbauprojekt des Jahres im östlichen Bereich und gab einige Informationen zum Bau einer neuen Brücke über die Pfreimd in Böhmischbruck.

Als stellvertretende Landrätin griff auch Bürgermeisterin Kirzinger das Krankenhaus Vohenstrauß auf: „Man sollte sich schon Gedanken machen, so ein Haus aufrecht zu erhalten". Sie sicherte zu, sich dafür auch einzusetzen, dass dieses Haus bestehen bleibe. Ausführlich rügte sie das Verharren der Diskussionen beim Defizit: „Immer geht es nur ums Geld.“ Dabei werde gut gewirtschaftet, doch ließe sich mit dem von oben gesteuerten Patientenklientel kaum ein Gewinn erzielen: „Die kriegen doch aus Weiden immer nur die Nachsorge oder andere nicht lukrative Fälle. Ich bin strikt dagegen, dass ein Krankenhaus Gewinn machen muss, sonst müssen wir Vieles wegrationalisieren.“

Dennoch sah auch Kirzinger die Notwendigkeit einer „intelligenten Lösung“, damit der Landkreis nach Neustadt und Eschenbach nicht auch noch sein letztes Krankenhaus in Vohenstrauß opfern müsse: „Jetzt will man auch noch an Vohenstrauß ran. Was bleibt dann noch übrig?“ Beispiele für eine Lösung sehe sie mehrere, etwa um Demenzkranke entsprechend versorgen zu können. Hierfür fehlten weit und breit noch die Einrichtungen.

Freilich müsse darüber hinaus eine andere Nutzung gefunden werden, um auch die Arbeitsplätze in einer Größenordnung von derzeit 50 Kräften zu erhalten. Letztlich hoffe sie auf „innovative Ideen“ des neuen Vorstands und bat alle Befürworter um Mithilfe: „Da müssen wir uns alle miteinander dafür anstrengen.“ Allein aufgrund des Anteils von gerade einmal 1,5 Prozent am Krankenhausverbund hätte der Landkreis nämlich kein Mitspracherecht. Für die SPD-Kreistagsfraktion bedeute dies: „Wir sind bereit, uns finanziell besser einzubringen, um dann mehr Einfluss nehmen zu können.“

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