Sulzbach-Rosenberg. (hka) Sie werden einander vermissen: Der Rektor seine Schule, und die rund 250 Grundschüler ihren Chef. Servus sagten auch die Lehrerin Gudrun Sandig und die Schulsekretärin Anita Hausmann. Der Liebe wegen nahm Musiklehrerin Sylvia Niederkleine Abschied von der Schule und der Oberpfalz, nicht ohne vorher im Duett mit Plößl mit dem alten Sinatra-Song „Somethin’ stupid“ anzustimmen.
Schulrat Stefan Tischer nannte Rektor Plößl eine „Institution in der Sulzbacher Schulszene“. Er sei ein Gewinn für die Jahnschule gewesen, habe für eine Wohlfühl-Atmosphäre gesorgt und könne stolz auf sein Lebenswerk sein.
Die Verabschiedung seiner zwei Wegbegleiterinnen behielt sich Peter Plößl persönlich vor. Für Gudrun Sandig habe er seinen Taschenrechner bemüht und sei auf unglaubliche Zahlen gekommen: „In 40 Dienstjahren hast du rund 9600 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, 46 000 Arbeiten korrigiert und etwa 614 000 Zensuren vergeben.“ Gespräche mit Kindern und Eltern, Vermitteln und Trösten, ihre Kollegialität und unkomplizierte Art ließen sich nur mit Dank vergelten.
Mit den Worten: „Jetzt gibt es einen guten Geist weniger an der Schule“ wandte er sich an seine langjährige Mitarbeiterin im Sekretariat, Anita Hausmann. Er rühmte nicht nur ihr Wissen und ihre Erfahrung, sondern auch ihre Engelsgeduld, ihre humorvolle Zusammenarbeit und ein „nahezu blindes Verständnis“. Das unterstrich er mit einem Geheimnis, das die beiden an diesem Tag lüfteten. „Wir haben ausgemacht, wir ziehen uns gemeinsam in den Ruhestand zurück.“
Rund um die offizielle Verabschiedung boten Schüler und Lehrer ein Programm mit Musik, Tanz, Theater, Gedichten und Sketchen. Die Trommel-AG der 3. und 4. Klasse hatte mit ihrem Lehrer Johannes Mühldorfer als eine Hommage „Samba di Pedro“ einstudiert. Die Tanz-AG von Patrizia Ederer wirbelte mit Baströckchen und schwarzen Gesichtern zu „Africa“ durch den Saal, und mit „Gerüchte und ein Gedicht“ plauderte die AG Schulspiel unter Leitung von Martina Hummel ein wenig aus dem Nähkästchen. Sylvia Niederkleine ließ ihren Chor „Aber bitte mit Sahne“ singen, später von allen Klassen zusammen das rhythmische Lied „Si-mama-ka“. Das Lehrerkollegium sorgte mit dem Sprechstück „Woas mas?“ und dem Lied „Peter in Rente“ für viel Lachen.
Der nach dem Ausscheiden des Rektors „letzte Mann im Kollegium“, Manfred Mösel, überreichte seinem Chef einen goldglänzenden Oscar „für sein Lebenswerk“. Die Vertreter des Elternbeirats, Kerstin Keil, Helena Schwegler und Markus Bleisteiner, packten ein Schild aus, auf dem die Jahnschul-Turnhalle als „Peter-Plößl-Halle“ bezeichnet wird.
Zu einem bewegenden Moment wurde die angekündigte Überraschung: Peter Plößls Tochter Anne dankte ihrem Vater und gab ihm zusammen mit Sylvia Niederkleine den gesungenen Rat „Don’t worry, be happy“ mit auf den Weg.
Der scheidende Rektor sprach vom Glück, das er mit seiner Berufswahl, seiner Familie und seinen Kollegen hatte. Seiner Nachfolgerin in der Schulleitung, Andrea Dechant, überreichte er einen Blumenstrauß, in dem ein großer Schlüssel steckte: „Damit kannst das Schulhaus zusperren, wenn’s zu gaach wird.“
27.07.2018 - 11:14 Uhr
Rektor geht mit einem Oscar
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