08.06.2018 - 11:32 Uhr
Oberpfalz

Rennlärm: Seggewiß entschuldigt sich

Nach dem Rennlärm auf dem Festplatz will die Verwaltung künftig bei ähnlichen Veranstaltungen auf die Bremse treten. Vorerst entschuldigt sich der Oberbürgermeister bei den Anwohnern.

Slalom auf dem Festplatz: Die AvD-Veranstaltung vom Pfingstwochenende hallt noch immer nach.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Ausgerechnet an Pfingsten dröhnten Motorengeräusche und Reifenquietschen bis ins Mooslohgebiet hinüber. In einem Beschwerdebrief und einer Unterschriftensammlung klagten Anlieger über diese Begleiterscheinungen des AvD-Slalomrennens auf dem Festplatz in der Conrad-Röntgen-Straße. Dass dieses derart ausufern könnte, sei der Stadt vorher nicht bewusst gewesen, wie Alois Kopp aus der Presseabteilung der Stadt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien versichert: "Der ATC im AvD gilt als sehr verlässlicher Veranstalter, denn der AvD-Slalom findet seit mindestens 15 Jahren statt." Früher im Gewerbegebiet Brandweiher, 2016 erstmals auf dem neuen Festplatz. Beschwerden, so Kopp, habe es in der Vergangenheit nie gegeben.

Auch diesmal wartete der ATC Weiden laut Kopp mit einem plausiblen Sicherheitskonzept auf und garantierte darüber hinaus eine "Lärmstärkenkontrolle vor Ort durch Sportkommissare des Deutschen Motorsportverbandes". Dass es "entgegen der amtlichen Annahmen zu starken Lärmbelästigungen" bei den Anwohnern in der Mooslohe kam, bedauere die Verwaltung. "Und der Oberbürgermeister der Stadt Weiden entschuldigt sich bei den Betroffenen." Die Verwaltung zieht zudem Konsequenzen: Sie "wird sich mit den Veranstaltern in Verbindung setzen und künftig in ähnlichen Fällen mitteilen, dass derlei laute Veranstaltungen unterbunden bzw. abgebrochen werden." Im Benehmen mit den Veranstaltern solle eine Umgestaltung des Programms erwirkt werden. Geplant sei "die Einschränkungen lärmintensiver Veranstaltungszeiten".

Die Städtischen wollen insbesondere das Gespräch mit dem AvD suchen, um "die Einhaltung der vertraglich geregelten Lärmwerte" zu thematisieren. Sprecher Kopp: "Eventuell wäre es möglich, das Pfingstwochenende ganz freizuhalten oder den Sonn- und Feiertag zumindest von lärmintensiven Rennläufen zu verschonen und diese auf Samstag zu verlegen."

Info:

Gegenwind statt Ostwind

Wie berichtet, führt die ATC-Spitze den Ärger teilweise auf Ostwind zurück, der die Renngeräusche in die Mooslohe getragen habe. Darüber „schütteln wir ein wenig den Kopf“, schreiben Elisabeth und Richard Hurzlmeier in einem Brief an Oberpfalz-Medien. „Denn solch einen Krach, wie er uns Anwohnern zwei Tage durch das Slalomrennen (...) um die Ohren geblasen wurde, führt kein Wind herbei“.

Die Klagen seien auch nicht neu. „Es war absehbar, dass sich ein bürgerschaftliches Engagement formieren wird, wenn sich solche Zumutungen wiederholen“, erklärt das Ehepaar vom Merklsteig. „Zu laut ist einfach zu laut: schon gar an Feiertagen, die der Erholung der Bürgerinnen und Bürger dienen.“

Nach Anwohnermeinung ist der Festplatz für laute Motorsportveranstaltungen nicht geeignet. Für den Fall, dass sich Lärmbelästigungen wie an Pfingsten wiederholen, kündigen sie weiteren Widerstand an: „Leserbriefe, Unterschriften-Aktionen und Beschwerden bei der Stadt lassen ahnen, dass zukünftig nicht der ,Ostwind‘ ein Problem für den Volksfestplatz sein könnte, sondern der ,Gegenwind‘ aus der Bevölkerung, wenn dem Lärm nicht Einhalt geboten wird.“ (rg)

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