24.05.2019 - 14:44 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

Baustelle und auch Lifte laufen

Sie laufen, die beiden Aufzüge am Bahnhof in Reuth. Vorerst nur im Probebetrieb, aber immerhin. Bürgermeister Werner Prucker ist froh, gut ein Jahr nach der Montage endlich bei "diesem Thema auf der Zielgeraden" zu sein.

Gut ein Jahr vergeht, bis sich die zwei Fahrstühle auf beiden Seiten der Bahnüberquerung (hinten rechts) in Bewegung setzen. Wesentlich schneller soll es bei der Park-and-Ride-Anlage gehen. Bürgermeister Werner Prucker geht hier von einer dreimonatigen Bauzeit aus.
von Hubert Lukas Kontakt Profil

Noch in der März-Sitzung des Gemeinderates war Werner Prucker geneigt, von einem "Drama" zu sprechen, wenn es darum ging, wegen der Fahrstühle beidseits des Haltepunktes bei der Deutschen Bahn einen Verantwortlichen an die Strippe zu bekommen. Mittlerweile nimmt er sie aber wegen der Verzögerungen eher in Schutz. "Die Bahn kann nicht einmal so viel dafür, vieles liegt am Hersteller aus Berlin." Der Bürgermeister berichtet von mehreren Abnahmeterminen, aber auch vielen erforderlichen Nachbesserungen.

Freude währt nur kurz

Seit Januar sei dies so gegangen. Vor knapp zwei Wochen habe er den Anruf erhalten, dass die Lifte laufen. Er sei gleich zum Probe fahren zum Bahnhof. "Mit dem einen Aufzug rauf und mit dem anderen wieder runter." Doch seine Freude sollte nur einen Tag währen, denn dann funktionierte der Lift am Gleis 1 schon nicht mehr. Es seien "aber relativ zügig Leute aus Berlin" da gewesen. "Seitdem habe ich nichts mehr gehört, dass es Probleme gibt." Da die Fahrstühle nun "endlich und Gott sei Dank fahrbar" sind, ist die offizielle Freigabe mit Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß sowie Vertretern der Gemeinde und der Bahn für 7. Juni geplant.

Gut zwei Monate später sollen die seit 6. Mai laufenden Arbeiten für die Park-and-Ride-Anlage abgeschlossen sein. Auf dem Bahnhofsgelände legt die Firma Braun aus Rothenstadt jeweils zehn gepflasterte und geschotterte Stellplätze, je zwei Behinderten- und Familienparkplätze, eine Bushaltebucht sowie einen Kurzzeitparkplatz an. "Alles behindertengerecht", betont Prucker. Dazu kommt noch ein Unterstellhäuschen für 14 Fahrräder. Auf etwa 610 000 Euro belaufen sich hierfür die Gesamtkosten, knapp 490 000 Euro fließen an Zuschüssen, unter anderem aus der Städtebauförderung.

Radlercafé

Am Bahnhofsgebäude selbst ist laut dem Gemeindeoberhaupt die Bayerische Liegenschaften GmbH noch dabei, im ersten und zweiten Stock Wohnungen zu sanieren, die anschließend vermietet werden sollen. Im Erdgeschoss nimmt die Hälfte der Fläche die Bahn für einen Mitarbeiter in Anspruch. Für die weiteren Räumlichkeiten war eine gastronomische Nutzung in Form eines Radlercafés im Gespräch.

"Hier kommen wir leider nicht recht weiter", bedauert Prucker. Für einen "Privaten" sei die Nutzung aufgrund der Rahmenbedingungen für eine Förderung uninteressant, zumal der Betrieb wohl nicht genug abwerfen werde, meint er auch im Hinblick auf den Pachtzins: "Das müsste schon ein Idealist sein." Dass hier die Kommune einsteigt, kann sich der Bürgermeister momentan ebenfalls nicht vorstellen. Für Fördermittel müsste sie einen Mietvertrag über 25 oder 30 Jahre abschließen. Es könne jedoch nicht garantiert werden, "dass ich für diese lange Zeit einen Pächter habe".

Das Problem sei, dass die Gemeinde "das Gebäude nicht selbst in der Hand" habe, da es damals nicht mitversteigert worden sei. Ganz begräbt der Bürgermeister die Hoffnung aber noch nicht: "Vielleicht tut sich noch eine Möglichkeit auf."

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