02.06.2020 - 15:28 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

Das Dorfleben darf nicht sterben

"Ein Geschäft zu erhalten und somit das Dorfleben am Laufen zu halten - diese Dienstleistung sind wir den Bürgern schuldig", meint der Gemeinderat zur Revitalisierungsmaßnahme der Metzgerei und Gastwirtschaft Bauer in Premenreuth.

Johannes Peter Steidl erklärte den Reuther Gemeinderäten die Planentwürfe zur Revitalisierung des Metzgerei-Gasthofes Bauer.
von Autor ANGProfil

Einen Dämpfer hatte die ganze Sache in den vergangenen Tagen hinsichtlich der Finanzierung erhalten. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) hat nämlich mitgeteilt, dass es die Maßnahme nicht wie ursprünglich zugesagt fördern könne, sondern nur Mittel für eine gedeckelte Summe von einer Million Euro zur Verfügung stellen kann. Das Gremium sieht darin natürlich eine gewaltige Herausforderung, aber in der Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Steidl und dem schon bereit stehenden Pächterehepaar Grünbauer stehen die Gemeinderäte der Maßnahme positiv gegenüber.

Der Verfall droht

"Wenn wir nichts unternehmen, besteht die Gefahr, dass die Gebäudlichkeiten eventuell im Laufe der Jahre verfallen und eine zweite Ruine in einem Ortskern wie wir sie in Reuth schon haben, sollte verhindert werden", sagte der Bürgermeister. Bekanntlich geben die derzeitigen Besitzer, das Ehepaar Franz und Zita Bauer, aus Altersgründen bis zum Jahresende ihren Betrieb in Premenreuth auf und eröffneten der Gemeinde damit die Möglichkeit zum Erwerb der Immobilie.

Deshalb wurde Bürgermeister Prucker bereits am 30. September 2019 beim Amt für Ländliche Entwicklung vorstellig, um Fördermöglichkeiten für das sanierungsbedürftige Projekt auszuloten. Die Gemeinde hat daraufhin die nötigen Voraufgaben eines Planungsentwurfs über das Architekturbüro Steidl eingeleitet und am 29. April vom ALE die Mitteilung erhalten, dass das Projekt in ihr Arbeitsprogramm 2021 eingereiht worden ist. Pferdefuß ist dabei aber die voraussichtliche Deckelung der Förderungssumme.

In der Gemeinderatssitzung erläuterte Planer Johannes Peter Steidl die von seinem Büro erstellten Entwürfe und auch etwaige Kostenberechnungen für das Projekt "Metzgerei, Gastwirtschaft mit Biergarten und Hotelcharakter und kleinem Dorfladen". Die Gemeinderäte zeigten sich von Steidls Vorstellungen sehr angetan.

Studie zur Wirtschaftlichkeit

Unter den aufmerksamen Zuhörern befanden sich auch Tobias und Stefanie Grünbauer, die nach der Umsetzung der Revitalisierung das Projekt pachten wollen mit eventueller Kaufoption nach Ablauf der Zweckbindungsfrist von zwölf Jahren. Der Metzgermeister und Koch betreibt mit seiner auch im Hotelgewerbe erfahrenen Gattin schon seit fünf Jahren in Erbendorf einen kleinen Metzgerbetrieb mit Partyservice, das Paar ließ für seine Zukunftspläne in Premenreuth schon eine aussagekräftige Wirtschaftlichkeitsstudie erstellen. Besonders interessant stellt sich der Biergarten im Innenhof dar, der sich durch Verbindung zu den Gasträumen sehr gut bei Hochzeiten oder sonstigen Feiern einbinden lässt. Der gesamte Metzgereibetrieb würde sich im Untergeschoss befinden, die Hotelräume im ersten Geschoss und zusätzliche etwas kleinere Zimmer im Dachgeschoss. Abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden müsste nur der auf schlechter Bausubstanz basierende Anbau auf der Südseite.

Dort in Richtung Bernstein wäre dann auch die Möglichkeit eines zusätzlichen Parkplatzes und der Zugang zur Metzgerei sowie zum Gastbetrieb. Wenn bis Jahresende Planung und Finanzierung stehen, könnte im nächsten Jahr die Maßnahme begonnen und dann eventuell bis Herbst 2022 großteils erledigt sein.

Der Planentwurf zur Gaststätte mit Biergarten im Innenhof kam beim Gremium sehr gut an.
Als wahrscheinlich zukünftige Pächter verfolgten Tobias und Stefanie Grünbauer mit großem Interesse die Planungspräsentation.

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