11.02.2019 - 14:21 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

Kein Kanal fatal

Aufatmen im Gemeinderat Reuth: Nach Kanalbefahrungen im Ortsbereich ist jetzt klar, dass bei "nur" 20 Prozent des Kanalnetzes kurzfristiger Handlungsbedarf herrscht.

Mit großem Interesse verfolgten die Mitglieder des Reuther Gemeinderats die Ergebnisse des Ingenieurbüros Münchmeier-Eigner zur Erstellung des Kanalkatasters.
von Autor ANGProfil

Eng zusammenrücken hieß es im Sitzungssaal für die Mitglieder des Gemeinderates, weil erstens das Gremium vollständig anwesend war und zudem die Mitarbeiter des Ingenieurbüros Münchmeier-Eigner ihr Equipment aufgebaut hatten, um den Zustand des gemeindlichen Kanalnetzes zu verdeutlichen. Diplom-Ingenieur Markus Münchmeier betonte, dass man mit dem vor drei Jahren begonnenen Kanalkataster voll im Zeitplan sei und die heutige Präsentation ein Abriss über die getane Arbeit und Dokumentation der vorhandenen Schadstellen sei.

Diplom-Ingenieur Harald Auer erklärte den Anwesenden mit Bildmaterial die schrittweise erfolgte Erstellung des digitalen Kanalplans. Auf drei Jahre verteilt wurden zunächst in den drei Gemeindeteilen Reuth, Röthenbach und letztlich Premenreuth das gesamte Kanalnetz vermessen und per Spezialkamera abgefahren sowie sämtliche Schächte geöffnet und gesichtet.

Der Mitarbeiter des Erbendorfer Büros erklärte, dass eine Satellitenkamera auch die Anschlüsse bis zu den Grundstücksgrenzen geprüft habe sowie sämtliche Ergebnisse protokolliert und auf einer Datenbank verewigt seien. Insgesamt wurden in diesem Zuge 365 Schächte, 745 Anschlussleitungen, 12 Kilometer Hauptleitungen und 3 Kilometer Nebenleitungen inspiziert und auch teilweise gereinigt.

Fast ein leichtes Aufatmen im Raum war zu vernehmen, als Auer das Bildmaterial mit den in sechs Kategorien aufgeschlüsselten Schadstellen-Tabellen auf der Leinwand öffnete. Diese zeigten, dass es bei 47 Prozent der Kanalbeschaffenheit keinen oder nur langfristigen, bei 33 Prozent mittelfristigen und bei "nur" 20 Prozent kurzfristigen Handlungsbedarf gebe.

Interessant waren dann noch die bewegten Bilder von einigen besonders stark beschädigten Kanalabschnitten. Umso mehr erstaunlich, dass nach Aussagen der beiden Ingenieure die meisten der Schadstellen ohne Aufbaggern behandelt werden könnten. Erst nach der Erstellung eines Sanierungskonzeptes könne dann eingeteilt werden, was in den nächsten fünf oder auch mehr Jahren repariert, renoviert oder erneuert werden müsse.

Gleich als nächsten Tagesordnungspunkt beschloss das Gremium einstimmig, das Ingenieurbüro Münchmeier-Eigner mit der Erstellung des Kanalsanierungskonzeptes zu beauftragen, weil nach einhelliger Meinung die bisherige Zusammenarbeit von Zufriedenheit und großem Vertrauen begleitet war. Für die Kosten von etwa 13 500 Euro gibt es ein zeitlich bis 2021 begrenztes Förderprogramm mit maximal 70 Prozent.

Die Beantragung der Förderung beschlossen die Räte im gleichen Zuge, als Voraussetzung der Bezuschussung war ein digitales Kanalkataster gefordert.

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